Okay, zum Album selber braucht man gar nicht viele Worte verlieren. Vielleicht ist es nicht Satrianis beste Veröffentlichung, dafür aber und gerade wegen der vielen Innovationen, die er da anno 1987 einfließen lies, sicherlich die Legendärste.
Generation von Gitarristen versuchten sich anschließend an solchen Griffbrett-8000er Gipfeln wie "Always with Me, Always with You" sowie "Ice 9" oder natürlich den "Satch Boogie", der mit seinem vertrackten Groove am Schlagzeug die Drummer-Fraktion vor nicht minder große Schwierigkeiten stellte.
Das Album wurde noch einmal komplett remastered, klingt frisch und immernoch zeitlos. Das Ganze kommt mit Bonus-DVD im schicken Digipak-Set daher, mit dickem, reichlich bebilderten Booklet, in dem Joe die "Surfing With The Alien"-Geschichte Revue passieren lässt und zu jedem Song ein Statement verfasst hat. Außerdem erzählt er noch Interessantes zum beiliegenden Konzert.
Eben dieses Konzert macht die Anniversary-Edition aber so besonders wertvoll. Satriani-Fans haben lange auf die Veröffentlichung dieser Knaller-Performance warten müssen: Der legendäre 4.00 Uhr-morgens Auftritt von Joe Satriani, Jonathan Mover und Stu Hamm beim Montreux Jazz Festival am 15. Juli 1988. Die Band war hundemüde, teilweise hatten viele Besucher das Montreux Casino schon verlassen, aber das hat die Jungs noch besonders angefeuert und so muss ich hier festhalten, dass das hier vorliegende Konzert nicht nur den besten Satriani-Auftritt für mich bisher darstellt, sondern auch eine der herrausragendsten Veröffentlichungen aus der "Live At Montreux"-DVD Reihe darstellt.
Zwar ist der Zahn der Zeit nicht am Bild vorrübergegangen (was sich aber noch auf LCD/Plasma-TVs recht wacker schlägt), dafür aber ist der Sound eine absolute Wucht! Jo Movers Drumkit klingt so sahnemässig gut, dass man glatt meint, das Ganze wäre erst vor Kurzem mitgeschnitten worden. Auch unter dem Aspekt, dass damals in der Eile (aufgrund der verspäteten Ankunft der Band in Montreux gab es keinen Soundcheck mehr) nur eine Stereo-Spur und kein Multitrack aufgezeichnet wurde, haben die Toningenieure in der Nacht echt Großartiges geleistet. Kompliment, das 58 Minuten lange Konzert lief bei mir in einem Durch. Alle drei sind in allerfeinster Spiellaune, Stu Hamm gibt ein unglaubliches Bass-Solo zum besten und Jonathan Mover läßt sein fast artistisches Können in einem Solo so richtig zum Vorschein kommen.
Warum Satriani mal Jahre später *angeblich* über ihn gesagt hat, dass er seine Musik nie verstanden hat, ist mir ein Rätsel. Ich halte Mover für den besten Satriani-Drummer, gleich neben Jeff Campitelli.
Fazit:
CD: Innovation, Inspiration: Pflicht!
DVD: Live, Laut, Legendär: Das Montreux-Konzert toppt so ziemlich alles!