Hühnersuppe, die noch nie ein Huhn gesehen hat, Räucherschinken, Kaffee und viele andere Produkte, die nur per Chemie ihren Geschmack erhalten. Bei Erdbeeren deckt die Welt-Produktion nicht einmal 5% des Bedarfs an Erdbeer-Geschmack ab. Mit Aromen, Enzymen, Glutamat, Emulgatoren, Farb- und Süßstoffen und dem einen oder anderen genetisch veränderten Mittelchen kocht die Industrie ein richtig leckeres Süppchen - Grimm stellt die Welt der Fertig- und Design-Food-Produkte vor.
Zu den Nebenwirkungen von chemischen Ersatzstoffen gehört neben Mangelerscheinungen, Allergien und psychosomatischen Beschwerden auch Krebs, doch die Symptome lassen sich nur selten auf einzelne Produkte zurückführen. Die Zustände sind beklagenswert, insbesondere da die Einsparungen oft nur wenige Cent pro Mahlzeit betragen - einen Betrag, den wohl die meisten Verbraucher gern für ihre Gesundheit zahlen würden. Doch in unserer Welt arbeitet Werbung so effektiv, dass Lebensmittel-Konzerne lieber hier das Geld investieren statt in gesunde und naturnahe Produkte.
Man muss also einen genauen Blick auf die Zutaten werfen und genau dazu fordert Grimm auf. Der ehemalige Spiegel-Redakteur hat einen interessanten Streifzug durch unsere Supermärkte unternommen und seine Ergebnisse hier knapp und anschaulich präsentiert. Das Buch ist von 1997, aber nach wie vor aktuell. Die meisten Produkte werden Sie kennen - nur in Zukunft vielleicht nicht mehr kaufen.