Das neueste Buch von Frau Neumann-Wirsig spiegelt ihren klar strukturierten, eleganten Beratungsstil wider.
In der Einleitung werden die Entstehung und Entwicklung von Supervision, ihre Definition und die Abgrenzung vom Begriff Coaching kurz und anschaulich umrissen. Hiernach folgt eine praktische Übersichtstabelle, die alle Tools nach Supervisionsphasen geordnet auflistet und mit einer Seitenangabe sowie einem Vermerk kombiniert, für welche Art von Supervision das jeweilige Tool geeignet ist.
Danach orientiert sich das Buch im Aufbau an einem klassischen Supervisionssetting und verteilt 55 Tools auf die 4 Teile:
1. Einstieg gestalten, Anwärmen ermöglichen, Kontakt aufnehmen
* Ankommen und kennenlernen
* Übergänge gestalten
2. Themenfindung, Problembeschreibung, Zielklärung
* Schwerpunkte erkennen und Fokussierungen verdeutlichen
* Teamdynamiken erfahrbar machen
* Institutionsdynamiken kreativ darstellen
* Organisatorische Prozesse visualisieren
3. Bearbeiten, Intervenieren
* Konflikte bearbeiten, Entscheidungen vorbereiten
* Perspektiven wechseln, Muster unterbrechen
* Arbeitsbeziehungen klären, Prozesse steuern
* Projekte planen
* Fälle bearbeiten
4. Auswerten, Abschließen
* Nachhaltigkeit sichern
* Wirksamkeit überprüfen
Alle Tools werden mit dem gleichen Aufbau präsentiert, was das Lesen und das Verständnis erleichtert. Nach einer Kurzbeschreibung werden Anwendungsbereiche und Zielsetzung/Effekte benannt, worauf eine ausführliche Beschreibung die chronologische Vorgehensweise darstellt. Voraussetzungen/Kenntnisse sowie Kommentare heben noch einmal Besonderheiten hervor. Eine Quellenangabe/Literatur sowie Technische Hinweise runden jedes Tool ab.
Das Buch bekommt eine persönliche Note durch die Vorstellung aller Autorinnen und Autoren mit Bild, Kurzbeschreibung und Adressenangaben, die eine Kontaktaufnahme für Nachfragen ermöglichen.
Die 55 Tools spiegeln den ganzen Facettenreichtum von Supervisionsprozessen wider und laden dazu ein, jedes Tool kreativ und vielseitig zu verändern und den eigenen Prozessen anzupassen. Somit bekommt man nicht nur diese Tools an die Hand, sondern gleichzeitig viele Reflexionsmöglichkeiten, die zum Perspektivenwechsel schon während des Lesens einladen und damit einen vervielfachten Interventionsraum bilden.
Spannende und interessante Bezeichnungen der verschiedenen Tools verführen zum Nachlesen von den Tools, nach denen man jetzt eigentlich gerade nicht schauen wollte.
Dieses Buch ist wie eine gute Supervision: hilfreich, macht neugierig auf mehr und erweitert reflektierend die Möglichkeiten des eigenen Handelns.