Supertramps Debut ist von einer durchgehend melancholischen Stimmung geprägt, die dem
Album eine ganz unverwechselbare Atmosphäre verleiht. Nach dem kurzen Auftakt "Surely"
kommt das leicht bluesige "It's a Long Road" mit sanfter Gitarre, schöner Orgel, Hodgsons
typischem Falsett-Gesang und im Mittelteil auch schon Rick Davies' (der auf dieser Platte noch
nicht als Sänger agiert) charakteristische Mundharmonika. "Aubade", ein leises Orgelsolo, geht
nahtlos über in das sehr melancholische "And I am not like other Birds of Prey". Auch hier sticht
wieder das stimmungsvolle Orgelspiel hervor. Ähnlich ist das folgende "Words unspoken"
aufgebaut, allerdings in geringfügig schnellerem Tempo. "Maybe I'm a Beggar" wird von den
Klängen eines Flageoletts (eine Art Blockflöte) eingeleitet. Der wieder sehr melancholische
Grundtenor dieses Stücks wird im Mittelteil jäh von (vergleichsweise) harten E-Gitarren
durchbrochen. Reizvoll an diesem Song ist der Wechselgesang von Hodgson und Gitarrist
Richard Palmer (der spätere King Crimson Texter Richard Palmer-James). Mit "Home again"
kommt mal wieder ein Mini-Song, dann kommt es mit "Nothing to show" zu einem radikalen
Stimmungswechsel.
Harte Gitarrenriffs leiten den Song ein, der deutlich temporeicher ist als der
Rest des Albums. Mit dem von Klavier dominierten "Shadow Song" kehrt dann wieder die
melancholische Grundstimmung zurück.
"Try again" ist vom Standpunkt des Prog-Hörers sicherlich der interessanteste Song dieses
Albums. Am Anfang stehen scheinbar zufällig hingeworfene Flageoletttöne und eine kaum hörbare
Orgel. Langsam kristalliert sich eine Melodie heraus, der Gesang setzt ein, und der Song scheint
zunächst nicht viel anders als die anderen Songs hier. Nach dem ersten Drittel des Songs setzt dann ein längerer Orgel-Gitarre-Jam ein, der mit der Zeit immer mehr an Dynamik gewinnt, die
Gitarre tritt immer stärker hervor und erringt schließlich die dominierende Position, bis das Stück
wieder zu seiner Grundmelodie zurückkehrt. Noch einmal kommen Strophe und Refrain, dann
scheint der Song plötzlich abzubrechen. Ganz im Hintergrund hört man aber noch leise
Orgeltupfer, und dann kommt ein etwas bizarrer Teil mit völlig freien Klängen von Gitarre und
Schlagzeug. Langsam baut sich dann noch einmal die Melodie auf, und ein letztes Mal kommt
der Refrain des Songs.
Zum Abschluss wird noch einmal das anfängliche "Surely" aufgenommen und zu einem Song
normaler Länge ausgearbeitet.
Insgesamt ist dies neben "Crime of the Century" das beste Supertramp-Album, und meiner
Meinung nach sogar noch einen Tick besser als dieses. Alleine wegen "Try again" lohnt sich der
Kauf.