Ben-Folds-Fans, die alles vom Meister kaufen, stecken in einer Zwickmühle: Was tun mit "Supersunnyspeedgraphic, The LP"? Denn man kann ja davon ausgehen, dass die EPs "Super D", "Sunny 16" und "Speed Graphic", von denen die meisten dieser Songs sind, schon im Schrank stehen. Und dann, wie beispielsweise im Falle des Divine-Comedy-Covers "Songs of Love", in besseren Versionen.
Natürlich muss man trotzdem zugreifen. Immerhin gibt's mit "Bitches ain't shit" eines der Live-Highlights erstmals auf einer LP von Folds. Und das wundervolle "Still" war bisher auch nur auf einem Soundtrack zu finden. Nimmt man dann noch "Bruised", das aus der Zusammenarbeit mit Ben Lee und Ben Kweller stammt, hat der Hörer immerhin drei neue Songs. Das reicht für einen Kauf.
"Supersunnyspeedgraphic, The LP" bleibt aber trotzdem eine zwiespältige Angelegenheit, immerhin fehlen mit "Rockstar" und "Wandering" (und wenn man so will auch dem coolen "Protection") zwei (oder drei) Highlights der Internet-only-EPs. Dafür hätten die hier recht lahme "Songs-of-love"-Version genau wie das The-Darkness-Cover "Get your hands off of my woman" oder das belanglose "Rent a cop" nicht sein müssen.
Über die Musik sollten auch noch ein paar Worte verloren werden. Wie gewohnt schüttelt Folds wundervolle Piano-Pop-Stücke aus dem Ärmel. Highlight dürfte das Cure-Cover "In between days" sein. Und was er aus Dr. Dre's Rap-Song "Bitches ain't shit" macht, ist schon gigantisch. Das extralange, schwelgerische "Still" dürfte Folds-Fans sowieso auf Anhieb überzeugen.