Charles Preston, der von seinen Thrillern Cobra und Hot Zone bekannt ist, legt hier einen umfassenden Tatsachenbericht über die Pocken, die schwarzen Blattern und ihre (Fast)Ausrottung vor sowie über die letzten Reste dieser Viren, die wahrscheinlich noch in einigen geheimen Kühlräumen lagern und jederzeit wieder das Grauen über die Welt bringen können.
Preston beschreibt die jüngsten Ausbrüche der Pocken, nicht irgendwelche mittelalterlichen Geschichten, sondern er nimmt den Leser mit an das Krankenbett dieser unheilvollen Krankheit und schildert, wie in der milderen Form die verkrusteten Pusteln zusammenwachsen und den ganzen Körper bedecken oder in der schweren Form der schwarzen Blattern die Haut und das Weiße der Augen schwarz färbt. Er beschreibt das Leiden der Kranken anhand der konkreten letzten Fälle dieser Seuche und er nimmt den Leser mit in die sumpfigen Niederungen Bangladeshs, wo durch Eindämmungsringe und Massenimpfungen auch der nachweislich letzte Fall bekämpft wird.
Preston stellt dar, wie Pocken eine gräßliche B-Waffe sein können und er beschreibt die Anstrengungen der weltweiten Organisationen, diese Waffe endgültig zu zerstören indem dieses Virus weltweit ausgerottet wird. Und tatsächlich - die letzten Laboratorien in den USA und der UdSSR haben sich bereit erklärt, die letzten Röhrchen mit diesen Viren zu autoklavieren.
Allerdings läßt er auch offen, ob denn nur wirklich diese Seuche von der Welt getilgt ist. Vielmehr können durchaus noch Stämme in geheimen Kühlräumen lagern. Die Waffe ist noch scharf. Eine grauenhafte Vorstellung!
Das Buch ist ein Tatsachenbericht, der aber so spannend wie ein Krimi geschrieben ist. Wirklich lesenswert!