Schon eine Weile her, dass ich diesen Film gesehen habe (immerhin ZWEIMAL - wollte ihm noch eine Chance geben...), aber obwohl er schlecht ist, sind mir viele Bilder noch sehr präsent.
Supernova hätte ein guter Film werden KÖNNEN - an den Kulissen und SPFX lag es sicher nicht, das sieht teilweise sehr sehr teuer aus. Und das Raumschiff finde ich gut gelungen!
Nein, der Film bzw. das Endergebnis ist wieder mal typisch für Hollywoods Fließband-Filmfabrik: keine Kontinuität, Chaos an Regisseuren und Schreiberlingen. Und die Story... Da gibt es ehrlich haufenweise tolle SF-Romane da draußen, aber warum wird einem immer wieder solch tausendmal wiederverwerteter Schmus angedreht, aus x-anderen Filmen stammende Handlungselemente zusammengeschmissen und fertig ist die Chose? Prinzipiell ist ja die Idee mit dem bösen Artefakt nicht schlecht, bloß die Umsetzung und grottige "Logik" der "Handlung"... Meiner Meinung nach geben sich die Macher einfach keine MÜHE. Der Konsument ist ja eh nur hohl und stellt keine Ansprüche an gute SF-Unterhaltung.
Das Raumschiff ist ein Hospitalschiff. Gut und schön. Aber wenn die nur so und so viele Hyperraum-Kapseln (nur für die Besatzung?) haben, warum nicht weitere für Reserve? Wie man ja merkt, ist der Hyperraumflug ja alles andere als ein Spaziergang, sondern mordsgefährlich. Der Kommandant weiß, dass mit einer Kammer was nicht stimmt und opfert (??) sich (dafür kriegt seine jemand anderes) ??? Hallo ? Vorher hielt er noch ein Schwätzchen auf der Brücke oder so. Na ja, schon das erste Opfer... aber völlig unmotiviert und hat gar nix - NULL - mit der eigentlichen Story zu tun. Warum also?
Ach ja, apropos Hospitalschiff: Was machen die Typen eigentlich, wenn sie x-Kranke an Bord haben ?? Und in den Hyperraum springen müssen? (Keine weiteren Kammern mehr.) Gehen die Kranken dann alle hops? Oh je.
Und erst die Quarantäne-Station ... das ist ein Witz. Da stellt man sich so einen Hochsicherheitstrakt vor (wäre nur logisch bei Fremdorganismen, die hochansteckend sein könnten, oder Patienten mit unbekannten Krankheiten oder bei außerirdischen Seuchen usw. usw.), aber was ist das? Ein Aquarium, ein verglastes Gebilde, wo man von jeder Seite reingucken kann mit einer Glastür, die ein Codeschloss hat. Hallo ?? Keine Schleuse? Kein Raum zur Dekontamination? Sicherheitsmaßnahmen ???(Also wenn ich da Outbreak denke - und das war keine Science Fiction!)
Da kann der Bösewicht, d.h. der vom Artefakt übernommene Astronaut ja leicht entkommen und nacheinander im Eilzugtempo und mit übermenschlichen Kräften ausgestattet (woher kommen die eigentlich ??) die Besatzung dezimieren... Da kommt nur selten richtig Spannung - eigentlich erst am Schluss mit dem Showdown. Davor plätschert so alles vor sich hin, gibt es keine tollen Wendungen usw.
Ach ja: das Oberdümmste ist der sprechende Bordcomputer. Einer von der Besatzung (vergessen, welcher) ist mit dem Bösewicht in der Quarantänestation konfrontiert. Der ist drinnen, der andere draußen. Dann fordert er (man schwebt ja in Lebensgefahr!) den Computer auf, den Sauerstoff aus der Station abzusaugen, um den Kerl außer Gefecht zu setzen. Darauf der Computer: "Geht leider nicht, ich darf Leben nicht gefährden." (sinngemäß) Hallo ?? Dümmer geht's nimmer, ihr Drehbuchschreiberlinge. Was habe ich mich aufgeregt. Hier wird man für blöd verkauft.
Auch James Spader mag ich, aber hier bleibt er (und die anderen Darsteller) seltsam flach und ohne Lebendigkeit. Da ist dieser andere Low-Budget-Film mit ihm (Alien Hunter) um Klassen besser. Schade um die Zeit und ums Geld. Ich glaube, auch eine Neuausgabe mit neuen Szenen usw. wird diesen Film nicht retten.