Ein tolles, poppiges und sehr elektronisches Album. Und dazu sehr nostalgisch, denn Alison Goldfrapp und Will Gregory arbeiten auf ihrem dritten Album bevorzugt mit Synthiesounds wie man sie Anfang der Achtziger verwendete. Vorangetrieben von klaren und sehr geraden Beats röhren und düdeln durch jeden Song die Synths und oben drauf liegt Alisons Stimme, die zumeist mehr haucht als singt (und das macht dieses Album auch noch sehr sexy). Das Ganze klingt in etwa wie Human League oder Soft Cell mit einer Prise Disco. Man höre nur großartige Groover wie Ride A White Horse" oder Fly Me Away". Bei Satin Chic" kommt dann sogar etwas Honky Tonk-Feeling mit Piano-Einsätzen und Stromgitarre auf. Nur bei zwei Stücken ("Let It Take You" & "Time Out From The World") schalten Goldfrapp ein paar Gänge zurück und kehren zu ihren Trip Hop-Wurzeln zurück: getragen, verträumt und irreal kommen diese Songs daher, untermalt von (echten) Streichern).
Und sie sind clever genug, die Über-Hit-Single Number 1" ganz ans Ende zu stellen und können so die Spannung bis zum Ende aufbauen (Kylie Minogue hat auf Fever" den Fehler begangen, ihren Monster-Hit Can't Get You Out Of My Head" an den Anfang zu stellen, mit dem Resultat, dass alle nachfolgenden Songs qualitativ scheinbar abfielen).
Das Innenfoto spricht Bände: Alison in Spät-Siebziger-Pumps und mit Feder-Boa gibt die Disco-Queen, Will sitzt im Anzug mit nachgebildeten Uralt-Synthies aus Styropor. Crazy!