Eins vorab: Diese Serie ist großartig. Ich habe sie im Verlauf der zweiten Staffel für mich entdeckt und sie hat mich von Anfang an gefesselt.
Es geht um zwei Brüder, Sam und Dean Winchester, deren Mutter von einem Dämon getötet wurde, als sie noch Kinder waren. Seitdem ist der Vater der beiden Jungs, John, von dem Gedanken getrieben, diesen Dämon zu finden und den Tod seiner Frau zu rächen. In den Jahren seiner Suche findet er jedoch eine andere Aufgabe: Er bringt Geister, Dämonen und andere Halbgötter zur Strecke und rettet so das Leben anderer Menschen. John reicht sein Wissen an seine Söhne weiter und sie führen seine Aufgabe, die Geisterjagd, fort.
Nach einem Kracherfinale der ersten Staffel gibt es einen krachenden Auftakt zur zweiten, wovon ich nicht allzuviel verraten möchte. Nur so viel: Auch in der zweiten Staffel gehen die Brüder weiterhin auf Monsterjagd, ihre Beziehung zueinander wächst und stellt sie vor neue Probleme.
"Supernatural" hat alles, was eine gute Serie oder sogar einen guten Spielfilm ausmacht, denn nichts anderes sind die Folgen: Jede Woche eine in sich geschlossene Geschichte, die im Grunde ein Mini-Horrorfilm ist. Das Drehbuch ist intelligent, genau wie die Dialoge, die Geschichten sind visuell hochwertig gefilmt und einfach nur schön anzusehen. Die Staffel hat viele Highlights aber meiner Meinung nach sind die besten Folgen die Anfangsfolge ("In my time of dying"), "Crossroad Blues", "Tall Tales", "What is and what should never be" und das aus zwei Folgen bestehende Staffelfinale.
Ein großes Lob geht an die beiden Hauptdarsteller, die die Brüder warmherzig, liebevoll, aber nicht ohne eine Prise Sarkasmus spielen. Jensen Ackles in der Rolle des älteren Winchester-Bruders Dean ist einfach nur ein fantastischer Schauspieler und das wird hoffentlich irgendwann auch allgemein anerkannt. Jared Padalecki als sein jüngerer Serienbruder steht ihm in nichts nach. Ebenfalls erwähnenswert sind Jim Beaver in der Rolle des väterlichen Freundes Bobby sowie natürlich der wunderbare Jeffrey Dean Morgan als John Winchester, der wortkarge Vater der beiden Jungs.
Wie ich jedoch bereits im Titel erwähnt habe, ist die Serie nichts für schwache Nerven. Sie ist teilweise sehr gruselig. Ich bin an sich horrorfilm-erprobt, aber selbst mir jagt diese Serie teilweise Angstschauer über den Rücken. Man sollte sich also von vornherein auf den Horrorfilm-Aspekt einstellen. Nimmt man den aber in Kauf, erlebt man neben den üblichen Geistern und Dämonen zu Herzen gehende emotionale oder aber witzige Geschichten rund um die beiden Brüder und ihre Beziehungsgeflechte.
An den Extras gibt es ebenfalls nichts auszusetzen: Es gibt ein Gag Reel, das witzige Szenen von den Drehabreiten zeigt, massig interessante Audiokommentare zu einigen Folgen (teilweise auch mit den beiden Hauptdarstellern), den original Screentest von Jared Padalecki, als er für die Rolle von Sam vorsprach und Making Ofs. Das absolute Highlight bei den Extras ist jedoch die "Devil's Map" - eine Karte von den USA, an der alle Handlungsorte in chronologischer Reihenfolge aufgelistet sind, mit Hintergrundinfos zu den einzelnen Folgen und ebenfalls Audiokommentaren von den Hauptdarstellern.
Es gibt nur eine einzige Kleinigkeit, die ich an den DVDs zu bemängeln habe und das ist eher eine persönliche Sache: Zu dem Audiokommentar von dem Regisseur und den Hauptdarstellern gibt es keine Untertitel, wie es sonst bei DVDs üblich ist. Ist eigentlich nicht weiter dramatisch, aber wenn man nicht alles versteht, dann macht es den Audiokommentar doch manchmal erheblich angenehemer. Hätte ich mir doch gern gewünscht.
Ansonsten alle fünf Sterne für eine Serie die alles hat: Optik, Dramatik, Witz, Humor, Horror, Spannung und Gefühle. Ich freue mich schon auf die dritte Staffel.