Wir erinnern uns: die dritte der Staffel der wohl besten Mystery-Serie zurzeit endete mit dem Tod von Dean Winchester und dessen "Abstieg" in die Hölle. Zurück blieb ein verzweifelter Sam. Zu Beginn dieser Staffel sind gut vier Monate seitdem vergangen, als Dean plötzlich in seinem Sarg zu sich kommt und sich aus eigener Kraft aus dem Grab herausbuddelt. Er sucht zuerst Bobby Singer, den väterlichen Freund der beiden, auf, doch der kann es, genausowenig wie etwas später Sam, kaum glauben, dass Dean leibhaftig vor ihm steht. Während die drei rätseln, wer ihn aus der Hölle zurückgeholt hat (die Meinungen gehen da eindeutig in Richtung Dämonen), sind die ebenso ratlos und überraschenderweise auch geängstigt. Wie sich zum Schluss der Anfangsepisode herausstellt, hat ein Engel namens Castiel Dean zurück unter die Lebenden gebracht, weil Gott eine höhere Aufgabe für den älteren Winchester-Bruder hat. Doch auch Sam ist zu Höherem berufen, wenn auch für die Gegenseite. Denn in den Monaten ohne Dean hat Sam seine durch das Dämonenblut erhaltenen Fähigkeiten geschärft und ist ziemlich erfolgreich mit dieser Methode, die Dean so ganz und gar nicht passen will, unterwegs. Zusammen mit der anfänglichen Weigerung Deans, trotz wiederholter Alpträume, über seine Erfahrungen in der Hölle zu reden, sind diese "Talente" die Basis für eine ganze Reihe hitziger Auseinandersetzungen, die in der vorletzten Folge ihren vorläufigen Höhepunkt finden. Zu guter (?) Letzt können es Sam, der von der wieder aufgetauchten Ruby hinters Licht geführt wurde, und Dean nicht verhindern, dass Luzifer, ein gefallener Engel, wieder auf die Erde zurückkehren kann.
Von der ersten bis zur letzten Sekunde an ist diese Staffel noch besser als die ohnehin schon sehr gute dritte. Auch wenn die ganze Himmel-Hölle-Geschichte am Anfang ziemlich undurchschaubar ist, klären sich bis zum Ende hin doch einige der Nebel. Schauspielerisch liefern alle Darsteller sensationelle Leistungen ab, allen voran Jensen Ackles, der sich vom pfiffigen und frechen Dean der Season 1 hin zu einem nachdenklichen, mehr melancholischen Mann gewandelt hat und nun auch immer besser die kleinen emotionellen Zwischentöne trifft, aber auch in Sachen Comedy immer besser wird. Auch Neuzugang Misha Collins weiß von seiner ersten Sekunde an voll und ganz zu überzeugen, ganz besonders in den gemeinsamen Szenen mit Jensen.
Allen in allem eine absolute Empfehlung, nicht zuletzt wegen der herrlich komischen Episoden "Gelbfieber" (mit der Playbackeinlage am Ende) und "Monsterfilm".