Nachdem Dean seine Seele an einen Dämon verkauft hat, um damit das Leben seines Bruders Sam zu retten, dreht sich nun in Staffel 3 alles um Dean's letztes Lebensjahr.
Fragen darüber, wie Dean dieses Jahr verleben wird und ob er den Gedanken daran, seine Seele der Hölle verschrieben zu haben, tatsächlich so locker wegstecken kann, wie er vorgibt, als auch wie Sam seinerseits verzweifelt alles daran setzt, um seinen Bruder aus diesem Deal zu befreien, sind die zentralen Themen dieser Staffel.
Besonders schätzenswert ist die Tatsache, dass Supernatural auch weiterhin eine Serie über zwei Brüder bleibt und sich auf deren persönliche Entwicklung sowie der Komplexibilität ihrer Beziehung zueinander konzentriert. Supernatural braucht glücklicherweise keine Beziehungsdramen, wie sie derzeit in jeder anderen aktuellen Serie zu sehen sind, um interessant zu sein. Es wird ausschließlich auf die Dynamik der beiden Brüder gesetzt, was die Serie umso anspruchsvoller gestaltet und einen bei jedem ernsterem Gespräch zwischen Sam und Dean vollkommen gespannt auf den Bildschirm starren lässt.
In dieser Staffel tauchen nun zwei neue Nebencharaktere auf: Dämon Ruby, von der niemand so Recht weiß, auf welcher Seite sie steht und die skrupellose Bela, die eine nicht wenig interessante Vergangenheit hat und das Leben der Jungs etwas durcheinander bringt.
Insbesondere Katie Cassidy hat ihre Rolle als "ass-kicking chick" wirklich beeindruckend gut verkörpert.
Die Episoden bewegen sich nach wie vor abwechselnd zwischen Drama, Comedy, Action und Mystery hin und her, wobei jede Folge immer auch ein bisschen von allem beinhaltet.
Ein großer Minuspunkt besteht allerdings an der Gesamtanzahl der Episoden, die sich hier auf nur 16 anstatt der üblichen 22 beläuft, was bedauerlicherweise auf den Drehbuchautorenstreik in den USA zurückzuführen ist.
Natürlich gibt es zwischendurch einige weniger gelungen Folgen, wozu für mich auch die erste Folge, The Magnificent Seven, gehört, die im direkten Vergleich zu den Season-Openern von Staffel 1, Staffel 2 und Staffel 4 nicht ganz so gut abschneidet. Aber angesichts der großen Überlegenheit an durchdachten und ausgesprochen gut umgesetzten Episoden, die sich vor allem in der letzten Hälfte der Staffel finden, ist dies nicht weiter tragisch (auch angesichts des engen Drehplans von Supernatural). Bad Day At Black Rock gehört beispielsweise zu den Folgen, die man sich ständig ansehen kann, ohne das es langweilig wird. Weitere Highlights dürften unter anderem Long-Distance Call (Dean erhält einen Anruf von seinem Dad), Mystery Spot (die Brüder sind in einer Zeitschleife gefangen) und die Weihnachtsepisode A Very Supernatural Christmas sein. Außerdem gibt es ein Widersehen mit Gordon und Agent Victor Henrickson.
Supernatural ist nach wie vor eine weit unterschätzte Serie mit fantastischen Drehbuchautoren (John Shiban, Ben Edlund, Raelle Tucker, Eric Kripke etc.), Prodzuzenten (Eric Kripke, Robert Singer etc.), Regisseuren (Kim Manners, Robert Singer etc.) und, und, und. Zu der nach wie vor großartigen schauspielerischen Leistung von Jensen Ackles und Jarad Padalecki brauche ich wohl nichts mehr zu sagen, ganz abgesehen davon, dass die beiden einfach dafür bestimmt waren, Sam und Dean zu sein.