Bevor ich das Buch rezensiere, möchte ich zwei Dinge klarstellen:
1. Ich habe die beiden Bücher "Das Lehrerhasserbuch" und "Elternsprechtag" der Autorin mit größten Vergnügen gelesen und kann ihr in vielem nur recht geben.
2. Seit ich vor fast 16 Jahren Mutter wurde und so von der Seite der Erzieherin zur Seite der Mutter wechselte, sage ich immer wieder: Der schlimmste Feind der Mutter ist die nächste Mutter!
Ein kleines Beispiel gefällig:
Sieben Mütter und ihre ca. einjährigen Kinder halten sich in Karlchens Kinderzimmer auf. Während die Besucherkinder lustig krabbeln, versuchen zu laufen und alles interessiert ausprobieren, sitzt der pummelige Karlchen dazwischen und beobachtet alles und weiß nicht, was er davon halten soll. Eine Besucherin beugt sich zu Karlchens Mutter hinüber und sagt mit Blick auf den still dasitzenden Jungen (und jetzt kommt ein Zitat!): "Keine Angst, wenn etwas nicht in Ordnung wäre, würde dir der Kinderarzt das schon sagen!" (Zur Auflösung der Geschichte: Karlchen ist heute ein erfolgreicher Schüler, das Kind der anderen Mutter ist schon im ersten Schuljahr abgeschmiert und nein, es handelt sich bei Karlchen NICHT um mein Kind).
So und jetzt zu dem Buch "Suppermuttis":
Bei einer Abrechnung mit überengagierten Müttern (so der Untertitel) habe ich eine Fülle solcher Karlchengeschichten erwartet, im Stil des "Lehrerhasserbuches".
Leider versucht Frau Kühn stattdessen mithilfe vieler verschiedener Textzitate zu beweisen, daß in Deutschland Mütter von ihresgleichen, der Gesellschaft und Politik unterdrückt und klein gehalten werden.
Auch scheint nur die berufstätige Mutter in den Augen der Autorin Gnade zu finden, da sich ja alle anderen wohl reiche Männer geangelt haben. Mein Mann ist kein reicher Manager oder Anwalt, sondern ein normaler Arbeiter, trotzdem kommen wir mit einem Gehalt aus, weil wir einfach etwas bescheidener leben, da wir in unserer Familie beschlossen haben, daß es uns mit einer nicht berufstätigen Mutter besser geht. (Ich hab das andere auch ausprobiert und finde einfach, daß es für mich nicht die richtige Art ist, meine Familie zu führen!). Und ich möchte so akzeptiert werden, ich tue dies auch bei anderen.
Statt eine Lanze dafür zu brechen für alle Mütter und ihre verschiedenen Lebensaufffassungen, verliert sich Frau Kühn in Theorien, die sie mit möglichst vielen Fremdwörtern schmückt, um es wissenschaftlicher rüberkommen zu lassen.
Dies ist für mich nicht eine Abrechnung mit Müttern, sondern eine Werbeschrift des Familienministeriums!