Tja, was man soll man zu "Superman IV- Die Welt am Abgrund"(1987) sagen? Nach dem kommerziellen Flop von Superman 3 wurden die Rechte an Cannon Films verkauft und einige Darsteller (Hackman und Reeves) wurden auch eher mit Zugeständnissen gelockt. Das schien wohl schon mal kein guter Vorbote gewesen zu sein, aber nun etwas zum Inhalt:
Der Ansatz, dass Superman von einem kleinen Jungen aufgefordert wird, etwas gegen das weltweite nukleare Wettrüsten zu unternehmen bzw. sich an der Abrüstungsdebatte zu beteiligen, ist ja noch ein gute und interessante Idee, die auch in den Geist dieser Zeit passt. Superman weiß hier nicht, ob er sich aus den Angelegenheiten der Menschen heraushalten soll oder seine Kräfte bei so einer schwierigen Frage einsetzen soll. So weit so gut, bzw. so schlecht, denn das wird es, wenn man sich den weiteren Verlauf des Filmes ansieht. Der Daily Planet wird an David Warfield verkauft, der ein "schmissiges" Blatt daraus machen will, also fällt Clarks gewohntes Umfeld (inklusive Lois, Perry und Jimmy, die aber trotzdem zu sehen sind) schon mal flach. Zudem bändelt dann auch noch Warfields Tochter Lacy mit Clark an, während Lois immer noch Superman hinter her schmachtet. Also auch in dieser Beziehung überhaupt keine Weiterentwicklung-gähn.
Schlimmer wird es allerdings dann mit Supermans "Klon" aka Nuclear Man. Also, was sich die Autoren bei diesem "Streich" gedacht haben, möchte ich auch gerne mal wissen. Dieser Gegner, auch wenn er im Film noch so gefährlich erscheinen soll, kommt einfach nur albern und total übertrieben rüber! Alleine dieses Kostüm lädt eher zum Schmunzeln als zum Fürchten ein. Der Super GAU sind allerdings die sehr schlechten Special Effects, die eigentlich schon eine Beleidigung für das Auge sind, wenn man bedenkt, dass Teil 1 und 2 bei WEITEM besser aussahen und diese aus den 1970ern stammen. Hinzu kommen die neuen Kräfte, die Superman plötzlich zu haben scheint, wie z.B. Telekinese (oder was auch immer), mit der im Handumdrehen die Chinesische Mauer wieder zusammen flickt. So etwas lässt einem als Fan schon mal übel aufstoßen, noch übler wird es allerdings bei der "Beziehung" zu Lois:
In einem intimen Moment enthüllt Clark wieder(!), dass er Superman ist, sie fliegen (wie "originell": genau wie in Teil 1!)kurz um die Welt und dann- Achtung!- kommt wieder der Gedächtnis-Lösch-Kuss! Also da sträuben sich einem nur die Haare, null Kontinuität, kein sterbens Wörtchen, was in Teil 1 und 2 passiert ist! Und dass Clark am Ende sich auch noch von Lacy küssen lässt, setzt dem ganzen die Krone auf!
Fazit: Auch wenn der Ansatz gut gemeint war, ist letztendlich einfach kein guter Film daraus geworden. Kontinuitäts- und Logiklücken, wohin das Auge reicht, eine alberne Nuclear Man Story, mit noch schlechteren Special Effects und einem überhaupt nicht mehr genialen Gene Hackman/Lex Luthor (seinen "lustig" wirkenden Neffen im Film möchte ich erst gar nicht weiter erwähnen). So leid es mir als großer Superman Fan auch tut, aber mit dem Film tut ihr euch echt keinen Gefallen, denn er ist einfach nur enttäuschend.