Die hilfreichsten Kundenrezensionen
43 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Leben kann trotz allem bunt sein!!!, 21. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Superhero (Gebundene Ausgabe)
Ich habe gelacht, ich habe geweint und "den Film" genossen. Donald ist vierzehn und hat Leukämie. Der Autor McCarten schildert das Leben des vierzehnjährigen Donald zwischen Chemotherapie, dem Wunsch nach einem normalen Leben, der Fürsorglichkeit seiner Eltern und dem Wunsch nicht als Jungfrau abzutreten. Das mag jetzt vielleicht simpel klingen, ist aber raffiniert verpackt in einen Roman in drei Akten inklusive Outtakes. Auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig, doch schon auf der zweiten Seite des Buches hat einen der Autor und die eigenwillige Hauptperson Donald gefangen genommen. Die Sprache ist modern und zieht den Leser zügig durch die Geschichte. Man kann das Buch wirklich mit einem Film vergleichen. Die Personen werden, wenn sie das erste Mal auftauchen kurz charakterisiert und man hat ein genaues Bild von ihnen vor Augen. Donalds verarbeitet seine täglichen Erlebnisse und seine Krankheit mittels Comics, die er zeichnet. Auf den ersten Blick sieht der Betrachter nur Pornographisches, doch es steckt mehr dahinter als außer Kontrolle geratene Hormone. Die Bilder schildern seinen Clinch mit der Welt, den täglichen Kampf, seine schweren Zeiten mit der Krankheit, aber auch seine Hoffnung auf noch etwas mehr und das "Luftholen" zwischen den Therapien. Die Comicszenen werden als verbale Sequenzen in den Roman eingefügt. Für den Leser ein abstrakter Zusatz, der ihm Donald und seine Welt noch näher bringt. Schönes, für das es sich zu leben lohnt, versucht ihm auch der Psychologe Dr. Adrian King zu vermitteln. Er wird Donald während der Behandlungen zur Seite gestellt. Gegen Ende des Romans begreift er wie bedeuten die Comics sind. Sein Comic ist er und er ein Teil des Comics. So fügt sich alles zusammen und so begreift auch Adrian zum Schluss des Buches was leben bedeutet und hängt das Selbige, wohlgeordnete an den Nagel und beginnt zu leben. Alles in allem eine wundervolle Achterbahnfahrt durch das Leben eines Vierzehnjährigen, der, so scheint es manchmal, mehr vom Leben weiß als man selbst. Geeignet für die jüngere Generation oder für Leute die sich an dynamischer Sprache und einem etwas anderen, nicht immer chronologischen Romanaufbau erfreuen können. Unbedingt lesen!!
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Superhero oder doch Alltagsheld?, 22. Juni 2009
Ich bin hin- und weggerissen. Zum einen ist die Geschichte wundervoll. Die Art wie ein krebskranker Junge sich von seinem Schicksal abzulenken versucht und er sich nach der Liebe sehnt ist komisch, traurig und mitreißend zugleich. Auch die Übergänge von der Realität in die "Superhero-Welt" sind super gelungen. Man merkt kaum einen Cut und fühlt sich in seine Traumwelt hineingezogen. Zum anderen wird das Thema "Sex" ab einem Punkt so dermaßen ausgewälzt, dass die Geschichte etwas an Reiz verliert. Auch der Charakter des Dr. King wird ab einem Punkt so ausführlich, dass der Grundgedanke der Geschichte zu kippen und sich er Augenmerkt auf den Arzt und nicht auf den Jungen zu verschieben droht. Von daher gebe ich dem Buch 3-4 Sterne. Eine super Geschichte, mit sehr guten gelungenen literarischen Mitteln, aber doch leider mit Stellen, die mich des öfteren aus der mitreißenden Gefühlebene geholt haben.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wahre Helden sind ihr Gegenteil, 8. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Superhero (Gebundene Ausgabe)
Eigentlich entspricht der Held der Geschichte gar nicht dem üblichen Bild eines Helden. Schnell begreift man, dass es eine traurige Lebensgeschichte ist, die hier von Donald erzählt wird. Und doch zeichnet sich ebenso schnell und leichtfüßig ab, dass es dennoch eine heldenhafte Beschreibung des Alltags eines vom Krebs gepeinigten 14jährigen Jungen ist, der im Gegensatz zu seinen ängstlich hoffenden Eltern - mutig und gefasst dem entgegenblickt, was auf ihn zukommt. Ein Kennzeichen, das eben auch einen Helden auszeichnet. Bei aller Traurigkeit des Geschehens gelingt dem Autor des Buches seinen Protagonisten so stark und auch witzig sein zu lassen, dass man die Themenschwere gut verkraften kann. Der vom absehbaren Tod stigmatisierte Junge ist leidenschaftlicher Comiczeichner. Und das ist es, was ihn so wird es offenbar gut mit seinem Leben, wie es ist, fertig werden lässt. Er erfindet Miracle Man, einen Superhero, einen Helden, der in der Parallelwelt des Gezeichneten bisweilen das erleben und erfahren kann, was dem eigentlich, realen Helden in seiner Lebenswirklichkeit verwehrt bleibt. Dem Wunsch des Jugendlichen, nicht als Jungfrau zu sterben, und dessen Phantasien real erlebbar werden zu lassen, versucht der Psychiater Adrian durch die Buchung einer Prostituierten zu entsprechen. Gut gemeint ist dieser Gedanke für die Angehörigen undenkbar und moralisch nicht zu vertreten. Donald nutzt seine Chance jedoch ganz anders, als alle Vermutungen seines Lebensumfeldes gedacht hatten und stirbt schließlich vermutlich mit sich und dem Schicksal im Reinen. Sein vorher noch fertig gestellter Comic nährt diese Vermutung und gibt zudem einem Tagebuch gleich einen posthumen Einblick in das kurze Leben des wahren Superhelden der Geschichte. Anthony McCarten ist es gelungen, tiefgründig und doch mit ausreichend Witz versehen die Geschichte des Todgeweihten Jugendlichen zu erzählen, ohne dass einem mitleidsvoll die Worte fehlen. Vielmehr ist es geradezu eine Mutmachende und auch mutige Erzählung, die neben der Erfüllung einer unterhaltenden Funktion eine Reihe Hinweise auf die Notwendigkeit wertfreien Verständnisses und aufrichtiger Liebe in der Begleitung todkranker Menschen aufzeigt. Auch das ist fast schon eine kleine Heldentat.
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