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Christopher Boone ist 15 Jahre alt und fühlt sich am besten, wenn alles streng nach Plan abläuft, Bekanntes um ihn herum ist, keine Menschenansammlungen auf ihn einstürmen, sein Essen getrennt auf dem Teller liegt und er komplizierte mathematische und physikalische Probleme in seinem Kopf wälzen kann. Christopher Boone ist ein autistischer Jugendlicher, der bei seinem Vater lebt, auf die Sonderschule geht und für das Mathe-Abitur lernt, seine Lehrerin Siobhan ob ihrer Ratschläge und Ideen mag, vor kurzem seine Mutter verloren hat und für Sherlock Holmes schwärmt. Als in der Nachbarschaft ein Hund ermordet wird, begibt sich Christopher auf die Suche nach dem Täter und tritt dabei unbewusst und zunächst unbemerkt eine Lawine los, die sein Leben spürbar verändern wird.
Mark Haddon, der früher Kinderbücher und Drehbücher verfasste, hat mit seinem ersten Roman „Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone" (Karl Blessing Verlag)eine zutiefst berührende, glaubhafte Geschichte über einen behinderten Jungen geschrieben, der in seiner eigenen Welt lebt und es den Erwachsenen schwer macht, ihn zu verstehen. Liebe und Zärtlichkeit, Nähe und Geborgenheit finden bei Christopher krankheitsbedingt keine Gegenreaktion und führen somit ungewollt zu manch heikler Situation, die es im alltäglichen Leben zu meistern gilt. Dem Leser öffnet sich mit diesem wunderbaren Roman eine für ihn unbekannte Welt und er lernt Christopher zu verstehen, der einerseits ein mathematisches Genie ist und sich andererseits in der Öffentlichkeit manchmal wie ein Dreijähriger benimmt. Mark Haddon dringt tief in das Innere von Christopher ein, ohne diesen zu demontieren oder gar seine Seele zu sezieren; ihm gelingt vielmehr das komplizierte Spagat zwischen Aufklärung und Anteilnahme, zwischen Liebe und Leid. Ein betroffen machendes Buch, das fesselt, Verständnis auch für die Angehörigen vermittelt und letztlich glücklich stimmt, wenngleich es ein Happy End im klassischen Sinne nicht geben kann.
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am 4. August 2004
Supergute Tage - das sind die tagebuchartigen Aufzeichnungen eines als "leicht autistisch" eingestuften Heranwachsenden über den brutal ermordeten Hund der Nachbarin, über schwarze Löcher im Universum, über die Rätsel der Liebe, über Primzahlen und ihre Anwendbarkeit,über das Ockhamsche Rasiermesser und über manch anderes.
Mit viel Einfühlungsvermögen erschließt uns der Erzähler, Mark Haddon, diese "sonderbare Welt des Christopher Boone", seines Romanhelden. Und vor Sonderbarkeiten strotzt diese Welt in der Tat: Christopher kann nichts mehr essen, wenn sich die Speisen auf seinem Teller berührt haben. Er bekommt Tobsuchtsanfälle, wenn zu viele Menschen um ihn herum sind. Er strukturiert sein Leben wesentlich nach den Farben rot (gut) und braun/gelb (schlecht), was mitunter zu erheblichen Kollisionen mit der "normalen" Welt führt. Sonderbar ist aber auch die mathematische Begabung von Christopher, seine Liebe für Primzahlen und sein Geschick im Beweisen von mathematischen Lehrsätzen.
Haddons Buch hat eine gewisse Nähe zu den Fallgeschichten von Oliver Sacks über psychotische Störungen. Während Sacks aber "reale Fälle" literarisch aufarbeitet, geht Haddons hier umgekehrt vor: Er schreibt eine literarische Geschichte, die er mit seinem Wissen über die Arbeit mit geistig und körperlich behinderten Menschen anreichert. Haddon schreibt aus der Ich-Perspektive und man muss ihm zur Wahl dieser Darstellungsform gratulieren. Über den ganzen Roman hindurch hatte ich tatsächlich das Gefühl, die Aufzeichnungen des Christopher Boone zu lesen und nicht einen Roman von Mark Haddon über christopher Boone. Die Gratwanderung, aus der Perspektive - und damit mit der Sprache - eines 15-Jährigen zu schreiben und gleichzeitig einen gut und flüssig zu lesenden Roman zu liefern, ist Haddon meisterhaft geglückt.

An keiner Stelle wirkt seine Erzählung konstruiert, überzogen oder unglaubahft. Dass sich Chrisopher für so ziemlich alle Fragestellungen der populären Mathematik (Primzahlen, Chaosheorie, Wahrscheinlichkeits-theorie) bis hin zur höheren Mathematik (und ihren Strategien der Beweisbarkeit von Stätzen) interessiert, muss in einer per se sonderbaren Welt nicht weiter auffällig sein. Besonders gut gefallen hat mir die Entscheidung des Autors/Herausgebers, im Anhang eine von "Christophers Abiturfragen aus Mathematik" wiederzugeben. Ich habe mindestens so lange über diese Frage gegrübelt, wie ich
zum Lesen des Buches gebraucht habe. Haddons Buch gehört zu den raren Exemplaren, wo sich hinter einer leicht und flüssig geschriebenen Geschichte (Kriminalgeschichte!) unzählige Abgründe/Fragen auftun. Die "superguten Tage" sind ein superguter Roman!
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am 11. Dezember 2003
Bücher über Autismus gibt es viele.
Dies ist kein Buch "über" sondern ein Buch "mit" Autismus.
Noch nie wurde die Gedankenwelt eines autistischen Jugendlichen so hervorragend dargestellt. Selbst die Erlebnisbeschreibungen von Eltern oder selber betroffenen Menschen mit Autismus, die ich bisher gelesen habe, haben nicht wirklich die andere Art zu Denken, zu Fühlen und zu Erleben darstellen können.
Aber Mark Haddon lässt seinen Christopher erzählen. Einfach so.
Christopher ist hochintelligent und dennoch auf einer Sonderschule. Er versteht die kompliziertesten mathematischen und physikalischen Gesetze, nicht jedoch die Gesetze des miteinander Lebens.
Und das alles nicht tragisch beschrieben sondern witzig und völlig selbstverständlich.
Genial!!!
Mein Sohn hat Asperger-Syndrom - eine Form von Autismus - und in diesem Buch finde ich ihn wieder. Wer wissen möchte, wie autistische Kinder denken ... hier kann man sich einfühlen und nacherleben.
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am 21. Juni 2006
Dieses Buch ist einfach wunderbar. Es hat sehr viel Witz und vermittelt eine ganz neue Art von Weisheit. Das Tolle an diesem Buch ist im eigentlichen nicht die Handlung (die natürlich auch toll ist) sondern die Tatsache, Einblick in das Denken und Leben eines Autisten zu bekommen. Beim Lesen dieses Buches wird man selbst viel aufmerksamer für seine Umwelt, nimmt vieles mit anderen Augen wahr. Das Buch an sich ist sehr einfach geschrieben und die Illustrationen sind sehr zum schmunzeln. Trotzdem würde ich dieses Buch an Leseratten jeglichen Alters weiterempfehlen, da es wirklich sehr herzerwärmend, zugleich auch ernst aber trotzdem wunder wunder schön ist!
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Christopher Boone ist 15 Jahre alt und ein hochintelligenter Bursche. Er kennt alle Primzahlen bis 7507, und wenn er sich entspannen will, rechnet er im Kopf mit Quadratzahlen und Wurzeln. Er stellt kluge Betrachtungen über das Weltall an und bewältigt schwierige mathematische und logische Probleme im Handumdrehen. Außerdem kennt er die Namen aller Länder und ihrer Hauptstädte.

Was Christopher mag: Primzahlen, geordnete Verhältnisse, Astronauten, Hunde.

Was Christopher nicht mag: Lügen, Körperkontakt, die Farben Gelb und Braun.

Seine Sonderschullehrerin Siobhan, die viel Verständnis für ihn hat, hat ihm geraten, mal ein Buch zu schreiben, das er selber gern lesen würde.

Man mag sich wundern über die Sonderschule, aber das hat schon seine Richtigkeit.

Christopher Boone ist 15, lebt mit seinem Vater in der englischen Kleinstadt Swindon und leidet an einer leichten Form von Autismus, dem Asperger-Syndrom. Er kann zwar mit Fakten hervorragend umgehen, aber nicht mit Menschen.

Aber was heißt, er leidet? Es geht ihm gut. Er hat "nur" ein Problem mit Gefühlen, und Witze versteht er nicht. Deswegen würden in seinem Buch auch keine Witze vorkommen:

"Dies wird kein lustiges Buch. Ich kann keine Witze erzählen, weil ich sie nicht verstehe", sagt Christopher einmal.

Aber es ist doch ein lustiges Buch geworden, ebenso aber auch ein trauriges. Der Roman sprüht nur so von ironischem, anrührendem Humor, welcher derart trocken ist, dass es einem die Sprache verschlägt.

Selten sind Humor und einfühlsame Schilderungen so gut miteinander kombiniert worden.

In der "sonderbaren Welt des Christopher Boone" erblicken wir unsere eigene Welt in einer seltsamen Art von Zerrspiegel und erhalten Gelegenheit, sie als gar nicht mehr so selbstverständlich hinzunehmen, sondern sie mit neuen Augen zu sehen.

Fazit:

Es geht um einen jungen Helden, der unter widrigen Umständen lernt, in der Welt der Erwachsenen ein Ziel zu erreichen.

Durchsetzt mit Schautafeln, mathematischen Formeln und Skizzen bringt Mark Haddon dem Leser die Welt eines autistischen Jungen nahe, der andere Prioritäten setzt als seine Mitmenschen und deswegen oftmals ebenso missverstanden wird, wie er selbst missversteht.

Es ist ein Familiendrama und ein Kriminalfall.

Es ist ein schönes Abend-Buch.
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Inhalt:

Hier wird ein Einblick in das Leben des fünfzehnjährigen Christopher gegeben. Er leidet an dem Asperger Syndrom, einer leichten Form des Autisums. Er lebt in einem kleinen Haus in Swindon mit seinem Vater. Seine Mutter ist tot. Christopher hat eine Ratte und geht auf eine Sonderschule. Seine Tage sind genauestens eingeteilt...Eines nachts wird der Hund Wellington der Nachbarin mit einer Mistgabel ermordet und plötzlich ist die Welt, die von Christopher immer in gute, supergute und schlechte Tage eingeordnet wird, nicht mehr so, wie sie war. Er möchte den Mordfall an dem Hund aufklären und deckt dabei eine solche Lügengeschichte um ihn selbst auf, die sein ganzes bisheriges Leben völlig auf den Kopf stellt. Mehr verrate ich jetzt nicht.....lest es selbst.

Fazit:

Die Welt eines autistischen Menschen ist so anders, dass wir "Normali's" uns das gar nicht vorstellen können. Sie leben tatsächlich in ihrer eigenen Welt und haben absolut erstaunliche Fähigkeiten. Hier geht es um Christopher, der ein absolutes Mathe-Ass ist. Er liebt Primzahlen und einen geregelten Tagesablauf.

Das Buch lässt sich schon sehr flüssig lesen, wohingegen ich mir gewünscht hätte, wenn noch ein bisschen mehr über Autismus berichtet worden wäre. Die ganzen Formeln und Darstellungen sind für mich absolut unverständlich, geht wohl den meisten Lesern so und deshalb haben sie mich auch ein wenig gestört, weil sie den Lesefluss unterbrachen.

Insgesamt ein gelungenes Werk, was ich auf jeden Fall empfehlen kann.
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am 5. Juni 2004
Der fünfzehnjährige Autist Christopher lebt mit seinem Vater allein, seine Mutter ist vor ein paar Jahren überraschend gestorben. Christopher findet den Hund der Nachbarin, von einer Mistgabel durchbohrt. Sein Vater befiehlt ihm, sich aus der Geschichte heraus zu halten. Christopher jedoch beschließt, Detektiv zu spielen. Er beginnt, ein Buch über die Geschichte zu schreiben, in das auch andere Erlebnisse aus seinem Leben mit einfließen. Seine Detektivarbeit bringt dabei Dinge ans Tageslicht, die sorgfältig geheim gehalten wurden... Der Junge ist nur zu wenigen Gefühlen fähig, zu denen Freude, Angst und Trauer gehören. Er kann nicht lügen und versteht die komplizierten Gedankengänge und Verhaltensweisen anderer Menschen nicht. Seine Welt ist logisch, mathematisch, und er interessiert sich für Wissenschaft, Technik, Natur und Mathematik, vor allem für letzteres hat er sogar eine ausgesprochene Begabung. Er ist tatsächlich "alternativ begabt". Wenn er in eine neue Umgebung kommt, stürzen so viele Eindrücke auf ihn ein, dass er damit völlig überfrachtet wird und auf seine Weise versucht, daraus zu entfliehen.
Das Buch ist einfach nur klasse. "Die Welt mit anderen Augen sehen" wird hier zum persönlichen Erlebnis des Lesers. Der neutrale Ton, in dem Christopher über die Beziehungen anderer Leute zueinander spricht, ist einerseits unglaublich komisch, aber auch brillant und ein echtes Aha-Erlebnis. Unbedingt lesen! Ich habe das Buch übrigens auf englisch gelesen, da gibt's das schon als Taschenbuch und ist aufgrund der Perspektive des Autisten auch in relativ einfacher Sprache geschrieben. Auch für nicht ganz so Englisch-Sattelfeste geeignet!
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am 22. Juni 2005
Der Autor Mark Haddon sammelte in der Vergangenheit einige Erfahrung bei der Betreuung von autistischen Menschen. Aus diesem Wissen heraus schuf er nun ein Buch, das sich genau diesem Thema widmet. Dazu entwickelte er die Figur des Christopher Boone, eines fünfzehnjährigen Jungen der an Aspergersyndrom (leichte Form des Autismus) leidet. Christopher ist der Icherzähler der Geschichte. Er geht zur Sonderschule, denn er findet sich in der "normalen" Welt nicht zurecht. Er spricht nicht mit Fremden, begibt sich nicht in unbekanntes Gebiet, wird von Menschenmengen zur Unbeweglichkeit begleitet von Schreikrämpfen gezwungen, usw.
Das Buch beginnt damit, dass der Pudel der Vis-à-Vis-Nachbarin mit einer Heugabel erstochen wurde. Christopher - der ein Liebhaber von Sherlock Holmes ist, aber Sir Conan Arthur Doyle verachtet - will den Fall aufklären. Dazu muss er vieles unternehmen, was ganz gegen seine Überzeugungen und Lebensansichten ist - so muss er zum Beispiel mit Fremden sprechen. Je weiter er jedoch vordringt um so mehr wird über sein Leben offenbar - und auch über jenes seiner Eltern. Seine Suche nach dem Täter stürzt ihn in eine Krise.
Ich hielt die Darstellung des Rainman durch Dustin Hoffman immer schon für einen Geniestreich, doch bei dieser Lektüre stieg meine Hochachtung weiter. Das Buch ist bittersüß, man ist zerrissen zwischen den Gefühlen. Die Kaltschnäuzigkeit mit der Christopher hochemotionale Tatsachen betrachtet ist fesselnd. Die klar logische Strukturierung seines Lebens, aber auch die Unfähigkeit mit der normalen Welt umzugehen ist ebenso mitreißend wie die wunderbare Beschreibung wie er es dennoch schafft über seinen Schatten zu springen.
Die Sprache des Buches ist perfekt an die sprachlichen Stärken (sehr exakt) und Defizite (verhaftet an der immer gleichen Formulierung) von Autisten angepasst. Ebenso verhält es sich mit der Charakterisierung der Personen, diese sind schemenhaft, wie sie von einem Autisten wahrgenommen werden. Allerdings muss man hier auch darauf hinweisen, dass die deutsche Übersetzung deutlich schwächer ist als das englische Original.
Dieses Buch muss man gelesen haben, wenn man sich ein wenig für die Gefühlswelt anderer Menschen interessiert. Es ist ein unheimliches Erlebnis, das man nicht mehr vergessen wird. Für mich eindeutig eines der Bücher die einen Eintrag in die Liste meiner Lieblingsbücher verdient. Eines der wenigen Bücher die ich für würdig halte, mehr als einmal gelesen zu werden. Wenn man ein wenig Englisch kann, dann allerdings sollte man jedenfalls zum Original greifen.
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am 12. August 2011
Mein Lieblingszitat: "Das ist der Name den der heilige Christopherus erhielt, weil er Jesus über einen Fluss getragen hat. Jetzt fragt man sich natürlich, was für einen Namen er wohl hatte, bevor er Christus über den Fluss trug. Aber da hatte er überhaupt keinen Namen, weil es nämlich eine apokryphe Geschichte ist und somit eine Lüge."

Christopher ist 15 Jahre alt, isst keine Dinge, die sich auf dem Teller berühren und mag es nicht, wenn Menschen ihn anfassen. Auf dem Weg zur Schule hat er eine einfache Formel gefunden um seinen Tag zu strukturieren. Wenn 3 rote Autos hintereinander stehen, wird es ein guter Tag. Wenn 5 rote Autos hintereinander stehen wird es ein superguter Tag. Wenn aber 3 blaue Autos hintereinander stehen, wird es ein schwarzer Tag, was bedeutet, dass Christopher nichts zu Mittag isst und den ganzen Nachmittag mit einem Buch in der Ecke sitzt, ohne zu sprechen. Christopher ist Autist, er sieht das Leben in Formeln und findet Menschen verwirrend, weil er ihre Gefühle nicht einschätzen kann. "Wenn jemand eine Augenbraue hochzieht kann das heißen: `Ich möchte gerne Sex mit dir haben`, Es kann aber auch heißen: `Du hast grad etwas furchtbar dummes gesagt.`" Deshalb hasst Christopher fremde Menschen, weil er die noch viel weniger einschätzen kann. Er bleibt sowieso am liebsten für sich und bewegt sich niemals freiwillig aus seiner gewohnten Umgebung. Eines Nachts aber, als er gerade mal wieder allein auf der Straße entlangspaziert und sich vorstellt, er sei der einzige Mensch auf der Welt, findet er den Hund seiner Nachbarin, der auf grausame Weise ermordet worden ist. Christopher nimmt sich vor, das Verbrechen aufzuklären, selbst wenn er dafür fremde Leute befragen muss. Und auf einmal geht es in seinem Leben drunter und drüber'

Supergute Tage habe ich innerhalb weniger Stunden verschlungen. Das Buch ist aus Christophers Sicht geschrieben, in knappen Sätzen und mit einem grandiosen Humor. Schon nach wenigen Seiten sieht man die Welt aus einer ganz anderen Perspektive, fühlt mit Christopher mit, wenn jemand einen ironischen Witz macht den er wörtlich nimmt und vollkommen verwirrt ist. Genauso fühlt man mit Christophers Vater, der seinen Sohn manchmal so gern umarmen würde aber das nicht kann, weil Christopher das hasst und dann laut anfängt zu schreien. "Deswegen spreizt er seine Hände und ich spreize auch meine Hände und wir legen die Hände aufeinander. Das heißt dann, dass mein Vater mich lieb hat."

Dieses Buch hat auf jeden Fall "Lieblingsbuch-Potenzial"! Es ist einfühlsam, spannend, extrem witzig und sehr, sehr klug.
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am 31. Juli 2008
Christopher Boone ist ein Autist und so ist das Buch auch geschrieben und so wird auch die Geschichte dieses Jungen erzählt.
Kurze und knappe Sätze, ein verschlossener Junge und sein um sich sorgender Vater sind die Hauptbestandteile dieser schönen Geschichte, die ihren Anfang nimmt als der Hund der Nachbarin von Christopher ermordet wird und er, ganz im Stile von Scotland Yard, diesen Fall aufdecken will.

Weiterhin gefallen dem Leser dieses Buches auch immer die kurzen Einwürfe von Christopher, welche verdeutlichen wie ein Autist sich fühlt und wie seine Denkensweise sein könnte (natürlich ist es für einen Nicht-Autisten schwer den Zustand eines Autisten 1 zu 1 aufs Papier zu bringen, doch Mark Haddon schafft das hier meiner Meinung nach sehr gut...)

Doch ab circa der Hälfte des Buches wird das Buch meiner Meinung nach sich selbst untreu und beginnt ins unrealistische abzudriften, denn die Reise eines kleinen Jungen nach London wird, so abenteuerlich sie auch verlaufen mag, nicht halb so unglaubwürdig sein wie diese hier.
Dies beginnt beim Verstecken in einem Koffer oder wenn Christopher vor der Polizei flüchtet etc.
Dies ist der erste Stern Abzug.

Der zweite Stern wird abgezogen, da die Geschichte meiner Meinung nach die Spannungkurve die es aufbaut viel zu schnell wieder abfallen lässt...
In den circa letzten 30 Seiten bekommt man das eigenartige Gefühl, der Autor möchte sehr schnell zu einem sehr schönen Ende kommen und dadurch wirkt das Ende des Buches im Vergleich zum Rest doch sehr oberflächlich und aufgesetzt.

Daraus ergeben sich 3 gute Sterne und eine Empfehlung für all jene die sich an den 2 negativen Punkten nicht stören und eine besondere Empfehlung besonders an Eltern etc. die ihrem/einem Kind ein schönes und lehrreiches Buch schenken wollen.
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