Christopher Boone ist 15 Jahre alt und ein hochintelligenter Bursche. Er kennt alle Primzahlen bis 7507, und wenn er sich entspannen will, rechnet er im Kopf mit Quadratzahlen und Wurzeln. Er stellt kluge Betrachtungen über das Weltall an und bewältigt schwierige mathematische und logische Probleme im Handumdrehen. Außerdem kennt er die Namen aller Länder und ihrer Hauptstädte.
Was Christopher mag: Primzahlen, geordnete Verhältnisse, Astronauten, Hunde.
Was Christopher nicht mag: Lügen, Körperkontakt, die Farben Gelb und Braun.
Seine Sonderschullehrerin Siobhan, die viel Verständnis für ihn hat, hat ihm geraten, mal ein Buch zu schreiben, das er selber gern lesen würde.
Man mag sich wundern über die Sonderschule, aber das hat schon seine Richtigkeit.
Christopher Boone ist 15, lebt mit seinem Vater in der englischen Kleinstadt Swindon und leidet an einer leichten Form von Autismus, dem Asperger-Syndrom. Er kann zwar mit Fakten hervorragend umgehen, aber nicht mit Menschen.
Aber was heißt, er leidet? Es geht ihm gut. Er hat "nur" ein Problem mit Gefühlen, und Witze versteht er nicht. Deswegen würden in seinem Buch keine Witze vorkommen.
"Dies wird kein lustiges Buch. Ich kann keine Witze erzählen, weil ich sie nicht verstehe", sagt Christopher einmal.
Aber es ist doch ein lustiges (Hör-)Buch geworden, ebenso aber auch ein trauriges. Der Roman sprüht nur so von ironischem, anrührendem Humor, welcher derart trocken ist, dass es einem die Sprache verschlägt.
Selten sind Humor und einfühlsame Schilderungen so gut miteinander kombiniert worden.
In der "sonderbaren Welt des Christopher Boone" erblicken wir unsere eigene Welt in einer seltsamen Art von Zerrspiegel und erhalten Gelegenheit, sie als gar nicht mehr so selbstverständlich hinzunehmen, sondern sie mit neuen Augen zu sehen.
Fazit:
Es geht um einen jungen Helden, der unter widrigen Umständen lernt, in der Welt der Erwachsenen ein Ziel zu erreichen.
Mark Haddon und Rufus Beck - als Vorleser - bringen dem Hörer die Welt eines autistischen Jungen nahe, der andere Prioritäten setzt als seine Mitmenschen und deswegen oftmals ebenso missverstanden wird, wie er selbst missversteht.
Es ist ein Familiendrama und ein Kriminalfall.
Es ist ein schönes Abend-Hörbuch.
Rufus Beck, viel gelobt durch durch die "Harry-Potter"-Hörbücher, liebt das Buch und das merkt man seiner Interpretation auch an. Wie er die autistische Hauptfigur liest - ganz groß!