Die Grundidee ist erstaunlich genug. Da wird eine Hausfrau, angepasst und so wohlhabend wie langweilig, gegen ihren Willen zu einer Art Superheld der Gegenwart. Weltrettung, Beziehungsstress, Die Interaktion mit einem völlig ausgetickten Rat der Damen, der die Welt vor der Zerstörungswut der Männer rettet ... das alles ist ein sich immer schneller drehendes Wirbel-Feuerrad der Ideen ... eine ausgerasteter als die andere. Es möchte einem der Kopf wirbeln vor Vergnügen. Dann ist da aber auch noch die zweite Ebene des Romans. Etwas verborgen aber ohne Zweifel vorhanden: es gibt die Kritik an unserem Umgang mit der Erde, die Kritik an unserem Umgang mit "den Anderen", den Unangepassten. Und eine Analyse des Verhältnisses der Generationen zueinander. Es ist wunderbar, dass der Autor uns die kritische Ebene seines Romans nicht aufdrängt. Niemals findet man einen bitter erhobenen Zeigefinger. Wer möchte, darf diese Deutungsebene ausblenden und wird sich bestens unterhalten finden. Wer sich aber auf die Entdeckungsreise zwischen die Zeilen begibt, der wird zur Unterhaltung auch die Nachdenklichkeit finden und zwischen der rabaukenhaften Unterhaltung ein grandioses Denkgebäude entdecken. Für mich eines der am besten gelungenen Bücher dieses Lesesommers. Nirgends sonst wurde bisher in einem Roman so unaufdringlich und so unterhaltsam meine sozialkritische Seele angesprochen.