SuperHeavy

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Hinter dem Namen SuperHeavy verbergen sich fünf Superschwergewichte der Musikwelt: Mick Jagger hat sich mit Eurythmics-Mastermind Dave Stewart, der britischen Soul-Senkrechtstarterin Joss Stone, dem indischen Oscar-Gewinner und Soundtrack-Komponisten A.R. Rahman („Slumdog Millionaire“) und mit Reggae-Superstar Damian Marley zusammengetan und so ein neues Bandprojekt auf die Beine gestellt. Die schwergewichtige Fünferkonstellation, die zusammen stolze 11 Grammys auf ihrem Konto verbucht und diverse Genres in ihrem Sound vereint, hat rund um den Globus in diversen Studios gearbeitet, um dann zu ... Lesen Sie mehr

Hinter dem Namen SuperHeavy verbergen sich fünf Superschwergewichte der Musikwelt: Mick Jagger hat sich mit Eurythmics-Mastermind Dave Stewart, der britischen Soul-Senkrechtstarterin Joss Stone, dem indischen Oscar-Gewinner und Soundtrack-Komponisten A.R. Rahman („Slumdog Millionaire“) und mit Reggae-Superstar Damian Marley zusammengetan und so ein neues Bandprojekt auf die Beine gestellt. Die schwergewichtige Fünferkonstellation, die zusammen stolze 11 Grammys auf ihrem Konto verbucht und diverse Genres in ihrem Sound vereint, hat rund um den Globus in diversen Studios gearbeitet, um dann zu Beginn des Jahres den Großteil der gemeinsamen Kompositionen binnen drei Wochen in Los Angeles aufzunehmen. Das Resultat, der Longplayer von SuperHeavy, auf dem neben der ersten Single „Miracle Worker“ auch Tracks wie „One Day One Night“, „Energy“, „Unbelievable“, „SuperHeavy“, „I Can’t Take It No More“, „You’re Never Gonna Change“ und „I Don’t Mind“ vertreten sein werden, erscheint im September.

Bereits diesen Monat ist ein Videodreh für die Single „Miracle Worker“ geplant – mit dabei sind alle fünf SuperHeavy-Mitstreiter: Jagger, Stewart, Marley, Stone und Rahman.

Es verwundert ehrlich gesagt nicht, dass Dave Stewart das All-Star-Projekt als „die Art von Experiment“ bezeichnet, „wie sie sich eigentlich nur ein verrückter Alchemist ausdenken kann“. Wirft man nämlich die Fähigkeiten, Ansätze und Eigenheiten von fünf dermaßen begnadeten Musikern in einen Topf – im Klartext wären das: einer der größten Sänger bzw. Frontmänner aller Zeiten, ein indischer Komponist, der schon zwei Oscars gewonnen hat, ein junges Soulwunderkind, eine Reggae-Ikone mit drei Grammys im Schrank und einer der begehrtesten Produzenten der internationalen Musiklandschaft –, liegt auf der Hand, dass das Ergebnis eine hochexplosive Mischung sein wird, die jede Art von Schublade binnen Minuten zum Zerbersten bringen muss.

Die Idee für SuperHeavy entstand, nachdem Jagger und Stewart über eine Band nachgedacht hatten, in der Vertreter aus ganz unterschiedlichen musikalischen Lagern zusammenkommen sollten. Jagger dazu: „Dave wollte unbedingt ein Album machen, bei dem ganz verschiedene Künstler mitwirken, sprich: ihr musikalischer Background sollte von Grund auf verschieden sein. Anstatt also ein paar Leute zu versammeln, die alle im weitesten Sinn Rockmusik machen, oder besser gesagt Blues oder sonst was, war die Idee, möglichst viele Genres unter einen Hut zu bekommen. Ich sagte ihm darauf, dass ich das für eine durchaus interessante Idee hielt, nur hätte ich niemals damit gerechnet, dass daraus dann auch wirklich etwas werden würde.“

Allerdings dauerte es nicht lange, da saß Jagger auch schon gemeinsam mit Dave Stewart und einer weiteren Musikerin im Studio: Joss Stone, mit der die beiden schon im Jahr 2004 am Soundtrack zum Film „Alfie“ gearbeitet hatten. „Eine absolut nahe liegende Wahl“, meint Stewart: „Schließlich ist sie nicht nur als Sängerin, sondern auch als Mensch so unglaublich faszinierend.“ Das Dreamteam um Stewart und Jagger bekam daraufhin noch mehr Verstärkung, als die Idee aufkam, Damian Marley als nächsten Mitstreiter ins Boot zu holen. „Wir hatten von Anfang an daran gedacht, einen Jamaikaner zu fragen, weil Mick und ich vollkommen verrückt sind nach diesem Land und der Musik von dort“, so Stewart, der früher schon mit dem legendären Jimmy Cliff gearbeitet hatte; Mick hingegen hatte einst ein Duett mit dem vor über 20 Jahren verstorbenen Peter Tosh von den Wailers eingesungen – das war im Jahr 1978, der Song hieß „Don’t Look Back“, im Original von den Temptations.

„Wir haben uns etliche Dinge angehört, doch irgendwann machte es Klick und der Name Damian Marley kam uns in den Sinn.“ Jagger war seit geraumer Zeit ein absoluter Fan des Jamaikaners, der zudem kurz vor den Aufnahmen für SuperHeavy einen ganz anderen Genrespagat hingelegt hatte – seine Kollaboration mit dem Rapper Nas nämlich; konkret schätze er Marleys Skills als Rapper und Toaster, aber auch seine bedingungslose Experimentierfreude und seinen ausgeprägten Hang zu Gemeinschaftsprojekten, so Jagger. Und Damian kam nicht allein: Er brachte sein ganze Rhythmussektion mit, den Bassisten und Komponisten Shiah Coore und Courtney Diedrick (Schlagzeug), während Dave Stewart die nun schon recht große Gruppe von Musikern mit seiner Langzeitverbündeten Ann Marie Calhoun bekannt machte – einer Rockgeigerin, die zuvor unter anderem mit den Foo Fighters gearbeitet hatte.

Die Tatsache, dass ein Großteil der Aufnahmen schließlich in Los Angeles stattfand, führte dazu, dass dem nunmehr vierköpfigen Kollektiv schließlich auch ihr fünftes Mitglied über den Weg laufen sollte: der legendäre indische Komponist A.R. Rahman hielt sich gerade in der Engelsstadt auf, um den Oscar für den Soundtrack zum Film „Slumdog Millionaire“ in Empfang zu nehmen. Jagger dazu: „Wir hatten ja keine Ahnung, wie das alles zusammen klingen würde, ja wir wussten nicht mal, ob da überhaupt etwas Hörenswertes bei rauskommen würde, und so hofften wir zunächst einfach mal, dass die gemeinsame Arbeit im Studio ordentlich Spaß machen würde.“ Den erhofften Spaß hatten sie dann auch, nunmehr zu fünft, und Stewart schwärmt jetzt noch, wenn man ihn auf Rahman anspricht: „Er versteht einfach so wahnsinnig viel von Musik! Wie er mit den Instrumenten umgeht, wie er Melodien begreift, sein Ansatz als Sänger – und dann natürlich die Tatsache, dass er aus einer ganz anderen Kultur stammt.“

Trotz der offensichtlichen Unterschiede in Sachen Background und Genrezugehörigkeit, verstanden sich die fünf Mitstreiter von SuperHeavy auf Anhieb blendend: sie legten sofort los und schrieben stolze 22 Songs in nur sechs Tagen. Joss Stone war sichtlich beeindruckt von den ersten Ergebnissen: „So muss das laufen! Such dir ein paar eigensinnige Musiker, die alle in ihrem jeweiligen Feld zu den Besten zählen, steck sie zusammen in einen Raum und dann warte ab, was dabei herauskommt. Ich hätte nie gedacht, dass das so abgeht; aber das war mal wirklich überwältigend.“ Rahman empfand die Chemie ebenfalls als perfekt: „Am ersten Tag war ich wie benommen und dachte noch: ‘Was bitte mache ich hier eigentlich? Was soll ich hier? Was ist meine Rolle in dieser Konstellation?’ Doch dann begannen wir, gemeinsam an Songideen zu feilen, und das lief einfach großartig. Innerlich fühlte ich mich plötzlich wieder wie zu Highschool-Zeiten, als ich noch in einer Rockband spielte. Mit einem Unterschied: Dieses Mal hatte ich eine richtige Band an meiner Seite.“ Auch Jagger berichtet von der Studioarbeit: „Wir haben wirklich sämtliche Register gezogen und kein Genre ausgelassen. So singt Joss zum Beispiel, während Damian dazu am Mic abgeht und ich mit meiner Stimme noch ein zusätzliches Element beisteuere.“

Was sich im Nachhinein wie ein Spaziergang anhört, schließlich stimmte die Chemie auf Anhieb, entstanden kreative Synergien quasi wie von selbst, war jedoch gar nicht so einfach zu koordinieren, wie Dave Stewart verrät: „In dieser Hinsicht dürfte es wohl die komplizierteste Platte aller Zeiten sein. Man muss sich das mal vorstellen: Ein Teil davon wurde in Los Angeles aufgenommen, ein anderer Teil in Südfrankreich; dann fanden Aufnahmen an der Küste von Zypern statt, in der Türkei, in Miami, in der Karibik, und selbst in Chennai in Indien entstand ein Teil dieser Platte.“

Als die logistischen Fragen jedoch geklärt waren, fehlte noch ein Name für das Gemeinschaftsprojekt. Damian Marley hatte den Begriff „SuperHeavy“ häufiger benutzt im Studio – in Anlehnung an die US-Boxlegende Muhammad Ali, den ultimativen Superschwergewichtschampion – und schließlich entwickelte sich daraus eine Art Band-Slogan, auf den sich alle einigen konnten. „Mick war es, der dann irgendwann meinte, ‘Warum eigentlich nicht SuperHeavy als Projektname?’“, erinnert sich Stewart zurück. „Wir alle zerbrachen uns ewig das Hirn, und dann hatten wir irgendwann diesen Namen, weil er quasi automatisch hängen blieb.“

Der Name SuperHeavy bedeutete für alle Beteiligten vor allem eines: Improvisation, offene Sessions und spontanes Arbeiten, wie Jagger berichtet: „Ich sagte zu Dave, dass wir normalerweise [mit den Stones] die Songs im Vorfeld schreiben und erst dann ins Studio gehen, aber diese Jam-Sessions haben auch so zu grandiosen Ergebnissen geführt.“ Auch Joss Stone empfand die Sessions als befreiende Erfahrung: „Einfach so drauflos zu spielen fühlte sich am besten an; so nahmen die Songs nach und nach Form an, ganz wie von selbst.“

Wie unschwer zu erkennen, lief der Arbeitsprozess vollkommen rund und harmonisch ab: „Natürlich muss man zu fünft vieles erst aushandeln – das Ganze ist ein ständiges Geben und Nehmen. Wir haben uns immer wieder klar gemacht, dass zu viel Ego der Musik nur schaden konnte. Es sollten schließlich keine Gegenstände durchs Studio geschleudert werden – und Streit kam gar nicht erst in die Tüte“, so Jagger. Dennoch war es für sie alle durchaus kein Problem, die jeweils anderen zu kritisieren. „Wir haben sehr viel geschrieben und gleich wieder verworfen“, berichtet Jagger weiterhin. „Ich sagte dann zum Beispiel: ‘Weg damit, das ist Müll, noch so ein Klischee, Joss’, woraufhin sie konterte: ‘Na dann mach du’s doch besser!’“ Kreative Reibungen also, die, so Jagger, alle Beteiligten ebenfalls als angenehme Abwechslung empfanden: „Wir sind vier Sänger, von denen keiner jemals auf diese Weise gearbeitet hat. Das Beste daran ist, dass die Verantwortung so auf mehreren Schultern liegt – wodurch die Sache sehr viel lockerer wird und noch mehr Spaß macht.“

Um noch mal zu dem Alchemisten und dem Experiment zurückzukommen: Die chemische Reaktion von Jagger und Stewart gemischt mit Marley und Rahman und Stone scheint ein ganz neues Element, ein ganz neues Genre hervorgebracht zu haben. Eine neue Art von Musik: „Es ist definitiv ein neues Genre; eins, das sich nirgends verorten lässt“, so Stone. Jagger jedoch legt großen Wert darauf zu betonen, dass der Sound von SuperHeavy nichtsdestotrotz eingängig ist: „Man findet sehr schnell Zugang zu diesen Tracks. Wenn du zum Beispiel auf die Stones stehst, dann wirst du auf jeden Fall Stücke finden, die dir gefallen. Und was dir auf Anhieb nicht gleich zusagt, entpuppt sich nach wiederholtem Anhören vielleicht auch noch als heimlicher Hit.“

Eine ganz neue Erfahrung war es für Jagger, einen Song auf Indisch (Urdu) einzusingen: Rahman hatte das Stück „Satyameva Jayate“ geschrieben, was übersetzt so viel bedeutet wie „nur die Wahrheit siegt“, nachdem die anderen ihn aufgezogen hatten – wenn auch bloß im Spaß. „Tagsüber machten wir zusammen im Studio Musik, aber nachts war ich unterwegs und stand auf irgendwelchen Bühnen in der Stadt“, erzählt der Inder über seine Zeit in L.A. „Doch dann“, setzt Jagger die Anekdote fort, „ließ er sich an einem Tag gar nicht erst im Studio blicken, und ich fragte in die Runde: ‘Wo bleibt A.R.?’ Ganz spät nachts kam er dann doch noch, mit einem zufriedenen Grinsen im Gesicht: ‘Ich hab meinen Song!’, lauteten seine Worte. Ich kann mal gerade eine Zeile auf Urdu sagen – bloß eine einzige.“

Damian Marleys Arbeitsweise hingegen war wiederum ganz anders: „Er ist eher so der stille Typ, aber er hat immer die besten Einfälle“, berichtet Joss Stone. „Damian arbeitet nachts an seinen Ideen. Manchmal zieht er sich einfach zurück und brütet in irgendeiner Ecke über den Songtexten – und kommt erst zurück, wenn ihm etwas eingefallen ist. Auch seine Rhythmussektion ist der Hammer. Er sitzt derweil im Nebenzimmer und macht sein Ding, was bedeutet, dass ich nur kurz in den Raum komme und ihn dann wieder in Ruhe lasse.“ Seine Gesangspassagen nahm Marley übrigens im Alleingang auf und ließ sie die anderen erst dann hören, wenn er damit komplett zufrieden war.

Was die Zukunft von SuperHeavy betrifft, ist noch alles offen: „Wir haben keine Tour oder so geplant; aber wenn die Platte den Leuten richtig gut gefällt, dann würde ich das nicht ausschließen. Wir würden wahnsinnig gerne ein paar Stücke davon mal live präsentieren“, sagt ein bescheidener Jagger abschließend. „Schon als wir uns zum ersten Mal im Studio trafen und loslegten, fügte sich alles wie von selbst zusammen; all diese unterschiedlichen Stile und Genres flossen ohne Probleme ineinander. Nun hoffe ich bloß, dass den Leuten diese Mischung auch gefällt...“

Die fünf Superschwergewichte und ihre jeweilige Aufgabe bei SuperHeavy:
Mick Jagger (Gesang, Gitarre, Mundharmonika, Co-Produktion)
Dave Stewart (Gitarre, Co-Produktion)
Joss Stone (Gesang)
Damian Marley (Gesang)
A.R. Rahman (Gesang, div. Keyboards)

Co-produziert wurde das SuperHeavy-Album von Jagger & Stewart. Es erscheint im Herbst beim Universal-Label A&M.

Diese Biografie wurde von den Künstlern oder deren Vertretern bereitgestellt.

Hinter dem Namen SuperHeavy verbergen sich fünf Superschwergewichte der Musikwelt: Mick Jagger hat sich mit Eurythmics-Mastermind Dave Stewart, der britischen Soul-Senkrechtstarterin Joss Stone, dem indischen Oscar-Gewinner und Soundtrack-Komponisten A.R. Rahman („Slumdog Millionaire“) und mit Reggae-Superstar Damian Marley zusammengetan und so ein neues Bandprojekt auf die Beine gestellt. Die schwergewichtige Fünferkonstellation, die zusammen stolze 11 Grammys auf ihrem Konto verbucht und diverse Genres in ihrem Sound vereint, hat rund um den Globus in diversen Studios gearbeitet, um dann zu Beginn des Jahres den Großteil der gemeinsamen Kompositionen binnen drei Wochen in Los Angeles aufzunehmen. Das Resultat, der Longplayer von SuperHeavy, auf dem neben der ersten Single „Miracle Worker“ auch Tracks wie „One Day One Night“, „Energy“, „Unbelievable“, „SuperHeavy“, „I Can’t Take It No More“, „You’re Never Gonna Change“ und „I Don’t Mind“ vertreten sein werden, erscheint im September.

Bereits diesen Monat ist ein Videodreh für die Single „Miracle Worker“ geplant – mit dabei sind alle fünf SuperHeavy-Mitstreiter: Jagger, Stewart, Marley, Stone und Rahman.

Es verwundert ehrlich gesagt nicht, dass Dave Stewart das All-Star-Projekt als „die Art von Experiment“ bezeichnet, „wie sie sich eigentlich nur ein verrückter Alchemist ausdenken kann“. Wirft man nämlich die Fähigkeiten, Ansätze und Eigenheiten von fünf dermaßen begnadeten Musikern in einen Topf – im Klartext wären das: einer der größten Sänger bzw. Frontmänner aller Zeiten, ein indischer Komponist, der schon zwei Oscars gewonnen hat, ein junges Soulwunderkind, eine Reggae-Ikone mit drei Grammys im Schrank und einer der begehrtesten Produzenten der internationalen Musiklandschaft –, liegt auf der Hand, dass das Ergebnis eine hochexplosive Mischung sein wird, die jede Art von Schublade binnen Minuten zum Zerbersten bringen muss.

Die Idee für SuperHeavy entstand, nachdem Jagger und Stewart über eine Band nachgedacht hatten, in der Vertreter aus ganz unterschiedlichen musikalischen Lagern zusammenkommen sollten. Jagger dazu: „Dave wollte unbedingt ein Album machen, bei dem ganz verschiedene Künstler mitwirken, sprich: ihr musikalischer Background sollte von Grund auf verschieden sein. Anstatt also ein paar Leute zu versammeln, die alle im weitesten Sinn Rockmusik machen, oder besser gesagt Blues oder sonst was, war die Idee, möglichst viele Genres unter einen Hut zu bekommen. Ich sagte ihm darauf, dass ich das für eine durchaus interessante Idee hielt, nur hätte ich niemals damit gerechnet, dass daraus dann auch wirklich etwas werden würde.“

Allerdings dauerte es nicht lange, da saß Jagger auch schon gemeinsam mit Dave Stewart und einer weiteren Musikerin im Studio: Joss Stone, mit der die beiden schon im Jahr 2004 am Soundtrack zum Film „Alfie“ gearbeitet hatten. „Eine absolut nahe liegende Wahl“, meint Stewart: „Schließlich ist sie nicht nur als Sängerin, sondern auch als Mensch so unglaublich faszinierend.“ Das Dreamteam um Stewart und Jagger bekam daraufhin noch mehr Verstärkung, als die Idee aufkam, Damian Marley als nächsten Mitstreiter ins Boot zu holen. „Wir hatten von Anfang an daran gedacht, einen Jamaikaner zu fragen, weil Mick und ich vollkommen verrückt sind nach diesem Land und der Musik von dort“, so Stewart, der früher schon mit dem legendären Jimmy Cliff gearbeitet hatte; Mick hingegen hatte einst ein Duett mit dem vor über 20 Jahren verstorbenen Peter Tosh von den Wailers eingesungen – das war im Jahr 1978, der Song hieß „Don’t Look Back“, im Original von den Temptations.

„Wir haben uns etliche Dinge angehört, doch irgendwann machte es Klick und der Name Damian Marley kam uns in den Sinn.“ Jagger war seit geraumer Zeit ein absoluter Fan des Jamaikaners, der zudem kurz vor den Aufnahmen für SuperHeavy einen ganz anderen Genrespagat hingelegt hatte – seine Kollaboration mit dem Rapper Nas nämlich; konkret schätze er Marleys Skills als Rapper und Toaster, aber auch seine bedingungslose Experimentierfreude und seinen ausgeprägten Hang zu Gemeinschaftsprojekten, so Jagger. Und Damian kam nicht allein: Er brachte sein ganze Rhythmussektion mit, den Bassisten und Komponisten Shiah Coore und Courtney Diedrick (Schlagzeug), während Dave Stewart die nun schon recht große Gruppe von Musikern mit seiner Langzeitverbündeten Ann Marie Calhoun bekannt machte – einer Rockgeigerin, die zuvor unter anderem mit den Foo Fighters gearbeitet hatte.

Die Tatsache, dass ein Großteil der Aufnahmen schließlich in Los Angeles stattfand, führte dazu, dass dem nunmehr vierköpfigen Kollektiv schließlich auch ihr fünftes Mitglied über den Weg laufen sollte: der legendäre indische Komponist A.R. Rahman hielt sich gerade in der Engelsstadt auf, um den Oscar für den Soundtrack zum Film „Slumdog Millionaire“ in Empfang zu nehmen. Jagger dazu: „Wir hatten ja keine Ahnung, wie das alles zusammen klingen würde, ja wir wussten nicht mal, ob da überhaupt etwas Hörenswertes bei rauskommen würde, und so hofften wir zunächst einfach mal, dass die gemeinsame Arbeit im Studio ordentlich Spaß machen würde.“ Den erhofften Spaß hatten sie dann auch, nunmehr zu fünft, und Stewart schwärmt jetzt noch, wenn man ihn auf Rahman anspricht: „Er versteht einfach so wahnsinnig viel von Musik! Wie er mit den Instrumenten umgeht, wie er Melodien begreift, sein Ansatz als Sänger – und dann natürlich die Tatsache, dass er aus einer ganz anderen Kultur stammt.“

Trotz der offensichtlichen Unterschiede in Sachen Background und Genrezugehörigkeit, verstanden sich die fünf Mitstreiter von SuperHeavy auf Anhieb blendend: sie legten sofort los und schrieben stolze 22 Songs in nur sechs Tagen. Joss Stone war sichtlich beeindruckt von den ersten Ergebnissen: „So muss das laufen! Such dir ein paar eigensinnige Musiker, die alle in ihrem jeweiligen Feld zu den Besten zählen, steck sie zusammen in einen Raum und dann warte ab, was dabei herauskommt. Ich hätte nie gedacht, dass das so abgeht; aber das war mal wirklich überwältigend.“ Rahman empfand die Chemie ebenfalls als perfekt: „Am ersten Tag war ich wie benommen und dachte noch: ‘Was bitte mache ich hier eigentlich? Was soll ich hier? Was ist meine Rolle in dieser Konstellation?’ Doch dann begannen wir, gemeinsam an Songideen zu feilen, und das lief einfach großartig. Innerlich fühlte ich mich plötzlich wieder wie zu Highschool-Zeiten, als ich noch in einer Rockband spielte. Mit einem Unterschied: Dieses Mal hatte ich eine richtige Band an meiner Seite.“ Auch Jagger berichtet von der Studioarbeit: „Wir haben wirklich sämtliche Register gezogen und kein Genre ausgelassen. So singt Joss zum Beispiel, während Damian dazu am Mic abgeht und ich mit meiner Stimme noch ein zusätzliches Element beisteuere.“

Was sich im Nachhinein wie ein Spaziergang anhört, schließlich stimmte die Chemie auf Anhieb, entstanden kreative Synergien quasi wie von selbst, war jedoch gar nicht so einfach zu koordinieren, wie Dave Stewart verrät: „In dieser Hinsicht dürfte es wohl die komplizierteste Platte aller Zeiten sein. Man muss sich das mal vorstellen: Ein Teil davon wurde in Los Angeles aufgenommen, ein anderer Teil in Südfrankreich; dann fanden Aufnahmen an der Küste von Zypern statt, in der Türkei, in Miami, in der Karibik, und selbst in Chennai in Indien entstand ein Teil dieser Platte.“

Als die logistischen Fragen jedoch geklärt waren, fehlte noch ein Name für das Gemeinschaftsprojekt. Damian Marley hatte den Begriff „SuperHeavy“ häufiger benutzt im Studio – in Anlehnung an die US-Boxlegende Muhammad Ali, den ultimativen Superschwergewichtschampion – und schließlich entwickelte sich daraus eine Art Band-Slogan, auf den sich alle einigen konnten. „Mick war es, der dann irgendwann meinte, ‘Warum eigentlich nicht SuperHeavy als Projektname?’“, erinnert sich Stewart zurück. „Wir alle zerbrachen uns ewig das Hirn, und dann hatten wir irgendwann diesen Namen, weil er quasi automatisch hängen blieb.“

Der Name SuperHeavy bedeutete für alle Beteiligten vor allem eines: Improvisation, offene Sessions und spontanes Arbeiten, wie Jagger berichtet: „Ich sagte zu Dave, dass wir normalerweise [mit den Stones] die Songs im Vorfeld schreiben und erst dann ins Studio gehen, aber diese Jam-Sessions haben auch so zu grandiosen Ergebnissen geführt.“ Auch Joss Stone empfand die Sessions als befreiende Erfahrung: „Einfach so drauflos zu spielen fühlte sich am besten an; so nahmen die Songs nach und nach Form an, ganz wie von selbst.“

Wie unschwer zu erkennen, lief der Arbeitsprozess vollkommen rund und harmonisch ab: „Natürlich muss man zu fünft vieles erst aushandeln – das Ganze ist ein ständiges Geben und Nehmen. Wir haben uns immer wieder klar gemacht, dass zu viel Ego der Musik nur schaden konnte. Es sollten schließlich keine Gegenstände durchs Studio geschleudert werden – und Streit kam gar nicht erst in die Tüte“, so Jagger. Dennoch war es für sie alle durchaus kein Problem, die jeweils anderen zu kritisieren. „Wir haben sehr viel geschrieben und gleich wieder verworfen“, berichtet Jagger weiterhin. „Ich sagte dann zum Beispiel: ‘Weg damit, das ist Müll, noch so ein Klischee, Joss’, woraufhin sie konterte: ‘Na dann mach du’s doch besser!’“ Kreative Reibungen also, die, so Jagger, alle Beteiligten ebenfalls als angenehme Abwechslung empfanden: „Wir sind vier Sänger, von denen keiner jemals auf diese Weise gearbeitet hat. Das Beste daran ist, dass die Verantwortung so auf mehreren Schultern liegt – wodurch die Sache sehr viel lockerer wird und noch mehr Spaß macht.“

Um noch mal zu dem Alchemisten und dem Experiment zurückzukommen: Die chemische Reaktion von Jagger und Stewart gemischt mit Marley und Rahman und Stone scheint ein ganz neues Element, ein ganz neues Genre hervorgebracht zu haben. Eine neue Art von Musik: „Es ist definitiv ein neues Genre; eins, das sich nirgends verorten lässt“, so Stone. Jagger jedoch legt großen Wert darauf zu betonen, dass der Sound von SuperHeavy nichtsdestotrotz eingängig ist: „Man findet sehr schnell Zugang zu diesen Tracks. Wenn du zum Beispiel auf die Stones stehst, dann wirst du auf jeden Fall Stücke finden, die dir gefallen. Und was dir auf Anhieb nicht gleich zusagt, entpuppt sich nach wiederholtem Anhören vielleicht auch noch als heimlicher Hit.“

Eine ganz neue Erfahrung war es für Jagger, einen Song auf Indisch (Urdu) einzusingen: Rahman hatte das Stück „Satyameva Jayate“ geschrieben, was übersetzt so viel bedeutet wie „nur die Wahrheit siegt“, nachdem die anderen ihn aufgezogen hatten – wenn auch bloß im Spaß. „Tagsüber machten wir zusammen im Studio Musik, aber nachts war ich unterwegs und stand auf irgendwelchen Bühnen in der Stadt“, erzählt der Inder über seine Zeit in L.A. „Doch dann“, setzt Jagger die Anekdote fort, „ließ er sich an einem Tag gar nicht erst im Studio blicken, und ich fragte in die Runde: ‘Wo bleibt A.R.?’ Ganz spät nachts kam er dann doch noch, mit einem zufriedenen Grinsen im Gesicht: ‘Ich hab meinen Song!’, lauteten seine Worte. Ich kann mal gerade eine Zeile auf Urdu sagen – bloß eine einzige.“

Damian Marleys Arbeitsweise hingegen war wiederum ganz anders: „Er ist eher so der stille Typ, aber er hat immer die besten Einfälle“, berichtet Joss Stone. „Damian arbeitet nachts an seinen Ideen. Manchmal zieht er sich einfach zurück und brütet in irgendeiner Ecke über den Songtexten – und kommt erst zurück, wenn ihm etwas eingefallen ist. Auch seine Rhythmussektion ist der Hammer. Er sitzt derweil im Nebenzimmer und macht sein Ding, was bedeutet, dass ich nur kurz in den Raum komme und ihn dann wieder in Ruhe lasse.“ Seine Gesangspassagen nahm Marley übrigens im Alleingang auf und ließ sie die anderen erst dann hören, wenn er damit komplett zufrieden war.

Was die Zukunft von SuperHeavy betrifft, ist noch alles offen: „Wir haben keine Tour oder so geplant; aber wenn die Platte den Leuten richtig gut gefällt, dann würde ich das nicht ausschließen. Wir würden wahnsinnig gerne ein paar Stücke davon mal live präsentieren“, sagt ein bescheidener Jagger abschließend. „Schon als wir uns zum ersten Mal im Studio trafen und loslegten, fügte sich alles wie von selbst zusammen; all diese unterschiedlichen Stile und Genres flossen ohne Probleme ineinander. Nun hoffe ich bloß, dass den Leuten diese Mischung auch gefällt...“

Die fünf Superschwergewichte und ihre jeweilige Aufgabe bei SuperHeavy:
Mick Jagger (Gesang, Gitarre, Mundharmonika, Co-Produktion)
Dave Stewart (Gitarre, Co-Produktion)
Joss Stone (Gesang)
Damian Marley (Gesang)
A.R. Rahman (Gesang, div. Keyboards)

Co-produziert wurde das SuperHeavy-Album von Jagger & Stewart. Es erscheint im Herbst beim Universal-Label A&M.

Diese Biografie wurde von den Künstlern oder deren Vertretern bereitgestellt.

Hinter dem Namen SuperHeavy verbergen sich fünf Superschwergewichte der Musikwelt: Mick Jagger hat sich mit Eurythmics-Mastermind Dave Stewart, der britischen Soul-Senkrechtstarterin Joss Stone, dem indischen Oscar-Gewinner und Soundtrack-Komponisten A.R. Rahman („Slumdog Millionaire“) und mit Reggae-Superstar Damian Marley zusammengetan und so ein neues Bandprojekt auf die Beine gestellt. Die schwergewichtige Fünferkonstellation, die zusammen stolze 11 Grammys auf ihrem Konto verbucht und diverse Genres in ihrem Sound vereint, hat rund um den Globus in diversen Studios gearbeitet, um dann zu Beginn des Jahres den Großteil der gemeinsamen Kompositionen binnen drei Wochen in Los Angeles aufzunehmen. Das Resultat, der Longplayer von SuperHeavy, auf dem neben der ersten Single „Miracle Worker“ auch Tracks wie „One Day One Night“, „Energy“, „Unbelievable“, „SuperHeavy“, „I Can’t Take It No More“, „You’re Never Gonna Change“ und „I Don’t Mind“ vertreten sein werden, erscheint im September.

Bereits diesen Monat ist ein Videodreh für die Single „Miracle Worker“ geplant – mit dabei sind alle fünf SuperHeavy-Mitstreiter: Jagger, Stewart, Marley, Stone und Rahman.

Es verwundert ehrlich gesagt nicht, dass Dave Stewart das All-Star-Projekt als „die Art von Experiment“ bezeichnet, „wie sie sich eigentlich nur ein verrückter Alchemist ausdenken kann“. Wirft man nämlich die Fähigkeiten, Ansätze und Eigenheiten von fünf dermaßen begnadeten Musikern in einen Topf – im Klartext wären das: einer der größten Sänger bzw. Frontmänner aller Zeiten, ein indischer Komponist, der schon zwei Oscars gewonnen hat, ein junges Soulwunderkind, eine Reggae-Ikone mit drei Grammys im Schrank und einer der begehrtesten Produzenten der internationalen Musiklandschaft –, liegt auf der Hand, dass das Ergebnis eine hochexplosive Mischung sein wird, die jede Art von Schublade binnen Minuten zum Zerbersten bringen muss.

Die Idee für SuperHeavy entstand, nachdem Jagger und Stewart über eine Band nachgedacht hatten, in der Vertreter aus ganz unterschiedlichen musikalischen Lagern zusammenkommen sollten. Jagger dazu: „Dave wollte unbedingt ein Album machen, bei dem ganz verschiedene Künstler mitwirken, sprich: ihr musikalischer Background sollte von Grund auf verschieden sein. Anstatt also ein paar Leute zu versammeln, die alle im weitesten Sinn Rockmusik machen, oder besser gesagt Blues oder sonst was, war die Idee, möglichst viele Genres unter einen Hut zu bekommen. Ich sagte ihm darauf, dass ich das für eine durchaus interessante Idee hielt, nur hätte ich niemals damit gerechnet, dass daraus dann auch wirklich etwas werden würde.“

Allerdings dauerte es nicht lange, da saß Jagger auch schon gemeinsam mit Dave Stewart und einer weiteren Musikerin im Studio: Joss Stone, mit der die beiden schon im Jahr 2004 am Soundtrack zum Film „Alfie“ gearbeitet hatten. „Eine absolut nahe liegende Wahl“, meint Stewart: „Schließlich ist sie nicht nur als Sängerin, sondern auch als Mensch so unglaublich faszinierend.“ Das Dreamteam um Stewart und Jagger bekam daraufhin noch mehr Verstärkung, als die Idee aufkam, Damian Marley als nächsten Mitstreiter ins Boot zu holen. „Wir hatten von Anfang an daran gedacht, einen Jamaikaner zu fragen, weil Mick und ich vollkommen verrückt sind nach diesem Land und der Musik von dort“, so Stewart, der früher schon mit dem legendären Jimmy Cliff gearbeitet hatte; Mick hingegen hatte einst ein Duett mit dem vor über 20 Jahren verstorbenen Peter Tosh von den Wailers eingesungen – das war im Jahr 1978, der Song hieß „Don’t Look Back“, im Original von den Temptations.

„Wir haben uns etliche Dinge angehört, doch irgendwann machte es Klick und der Name Damian Marley kam uns in den Sinn.“ Jagger war seit geraumer Zeit ein absoluter Fan des Jamaikaners, der zudem kurz vor den Aufnahmen für SuperHeavy einen ganz anderen Genrespagat hingelegt hatte – seine Kollaboration mit dem Rapper Nas nämlich; konkret schätze er Marleys Skills als Rapper und Toaster, aber auch seine bedingungslose Experimentierfreude und seinen ausgeprägten Hang zu Gemeinschaftsprojekten, so Jagger. Und Damian kam nicht allein: Er brachte sein ganze Rhythmussektion mit, den Bassisten und Komponisten Shiah Coore und Courtney Diedrick (Schlagzeug), während Dave Stewart die nun schon recht große Gruppe von Musikern mit seiner Langzeitverbündeten Ann Marie Calhoun bekannt machte – einer Rockgeigerin, die zuvor unter anderem mit den Foo Fighters gearbeitet hatte.

Die Tatsache, dass ein Großteil der Aufnahmen schließlich in Los Angeles stattfand, führte dazu, dass dem nunmehr vierköpfigen Kollektiv schließlich auch ihr fünftes Mitglied über den Weg laufen sollte: der legendäre indische Komponist A.R. Rahman hielt sich gerade in der Engelsstadt auf, um den Oscar für den Soundtrack zum Film „Slumdog Millionaire“ in Empfang zu nehmen. Jagger dazu: „Wir hatten ja keine Ahnung, wie das alles zusammen klingen würde, ja wir wussten nicht mal, ob da überhaupt etwas Hörenswertes bei rauskommen würde, und so hofften wir zunächst einfach mal, dass die gemeinsame Arbeit im Studio ordentlich Spaß machen würde.“ Den erhofften Spaß hatten sie dann auch, nunmehr zu fünft, und Stewart schwärmt jetzt noch, wenn man ihn auf Rahman anspricht: „Er versteht einfach so wahnsinnig viel von Musik! Wie er mit den Instrumenten umgeht, wie er Melodien begreift, sein Ansatz als Sänger – und dann natürlich die Tatsache, dass er aus einer ganz anderen Kultur stammt.“

Trotz der offensichtlichen Unterschiede in Sachen Background und Genrezugehörigkeit, verstanden sich die fünf Mitstreiter von SuperHeavy auf Anhieb blendend: sie legten sofort los und schrieben stolze 22 Songs in nur sechs Tagen. Joss Stone war sichtlich beeindruckt von den ersten Ergebnissen: „So muss das laufen! Such dir ein paar eigensinnige Musiker, die alle in ihrem jeweiligen Feld zu den Besten zählen, steck sie zusammen in einen Raum und dann warte ab, was dabei herauskommt. Ich hätte nie gedacht, dass das so abgeht; aber das war mal wirklich überwältigend.“ Rahman empfand die Chemie ebenfalls als perfekt: „Am ersten Tag war ich wie benommen und dachte noch: ‘Was bitte mache ich hier eigentlich? Was soll ich hier? Was ist meine Rolle in dieser Konstellation?’ Doch dann begannen wir, gemeinsam an Songideen zu feilen, und das lief einfach großartig. Innerlich fühlte ich mich plötzlich wieder wie zu Highschool-Zeiten, als ich noch in einer Rockband spielte. Mit einem Unterschied: Dieses Mal hatte ich eine richtige Band an meiner Seite.“ Auch Jagger berichtet von der Studioarbeit: „Wir haben wirklich sämtliche Register gezogen und kein Genre ausgelassen. So singt Joss zum Beispiel, während Damian dazu am Mic abgeht und ich mit meiner Stimme noch ein zusätzliches Element beisteuere.“

Was sich im Nachhinein wie ein Spaziergang anhört, schließlich stimmte die Chemie auf Anhieb, entstanden kreative Synergien quasi wie von selbst, war jedoch gar nicht so einfach zu koordinieren, wie Dave Stewart verrät: „In dieser Hinsicht dürfte es wohl die komplizierteste Platte aller Zeiten sein. Man muss sich das mal vorstellen: Ein Teil davon wurde in Los Angeles aufgenommen, ein anderer Teil in Südfrankreich; dann fanden Aufnahmen an der Küste von Zypern statt, in der Türkei, in Miami, in der Karibik, und selbst in Chennai in Indien entstand ein Teil dieser Platte.“

Als die logistischen Fragen jedoch geklärt waren, fehlte noch ein Name für das Gemeinschaftsprojekt. Damian Marley hatte den Begriff „SuperHeavy“ häufiger benutzt im Studio – in Anlehnung an die US-Boxlegende Muhammad Ali, den ultimativen Superschwergewichtschampion – und schließlich entwickelte sich daraus eine Art Band-Slogan, auf den sich alle einigen konnten. „Mick war es, der dann irgendwann meinte, ‘Warum eigentlich nicht SuperHeavy als Projektname?’“, erinnert sich Stewart zurück. „Wir alle zerbrachen uns ewig das Hirn, und dann hatten wir irgendwann diesen Namen, weil er quasi automatisch hängen blieb.“

Der Name SuperHeavy bedeutete für alle Beteiligten vor allem eines: Improvisation, offene Sessions und spontanes Arbeiten, wie Jagger berichtet: „Ich sagte zu Dave, dass wir normalerweise [mit den Stones] die Songs im Vorfeld schreiben und erst dann ins Studio gehen, aber diese Jam-Sessions haben auch so zu grandiosen Ergebnissen geführt.“ Auch Joss Stone empfand die Sessions als befreiende Erfahrung: „Einfach so drauflos zu spielen fühlte sich am besten an; so nahmen die Songs nach und nach Form an, ganz wie von selbst.“

Wie unschwer zu erkennen, lief der Arbeitsprozess vollkommen rund und harmonisch ab: „Natürlich muss man zu fünft vieles erst aushandeln – das Ganze ist ein ständiges Geben und Nehmen. Wir haben uns immer wieder klar gemacht, dass zu viel Ego der Musik nur schaden konnte. Es sollten schließlich keine Gegenstände durchs Studio geschleudert werden – und Streit kam gar nicht erst in die Tüte“, so Jagger. Dennoch war es für sie alle durchaus kein Problem, die jeweils anderen zu kritisieren. „Wir haben sehr viel geschrieben und gleich wieder verworfen“, berichtet Jagger weiterhin. „Ich sagte dann zum Beispiel: ‘Weg damit, das ist Müll, noch so ein Klischee, Joss’, woraufhin sie konterte: ‘Na dann mach du’s doch besser!’“ Kreative Reibungen also, die, so Jagger, alle Beteiligten ebenfalls als angenehme Abwechslung empfanden: „Wir sind vier Sänger, von denen keiner jemals auf diese Weise gearbeitet hat. Das Beste daran ist, dass die Verantwortung so auf mehreren Schultern liegt – wodurch die Sache sehr viel lockerer wird und noch mehr Spaß macht.“

Um noch mal zu dem Alchemisten und dem Experiment zurückzukommen: Die chemische Reaktion von Jagger und Stewart gemischt mit Marley und Rahman und Stone scheint ein ganz neues Element, ein ganz neues Genre hervorgebracht zu haben. Eine neue Art von Musik: „Es ist definitiv ein neues Genre; eins, das sich nirgends verorten lässt“, so Stone. Jagger jedoch legt großen Wert darauf zu betonen, dass der Sound von SuperHeavy nichtsdestotrotz eingängig ist: „Man findet sehr schnell Zugang zu diesen Tracks. Wenn du zum Beispiel auf die Stones stehst, dann wirst du auf jeden Fall Stücke finden, die dir gefallen. Und was dir auf Anhieb nicht gleich zusagt, entpuppt sich nach wiederholtem Anhören vielleicht auch noch als heimlicher Hit.“

Eine ganz neue Erfahrung war es für Jagger, einen Song auf Indisch (Urdu) einzusingen: Rahman hatte das Stück „Satyameva Jayate“ geschrieben, was übersetzt so viel bedeutet wie „nur die Wahrheit siegt“, nachdem die anderen ihn aufgezogen hatten – wenn auch bloß im Spaß. „Tagsüber machten wir zusammen im Studio Musik, aber nachts war ich unterwegs und stand auf irgendwelchen Bühnen in der Stadt“, erzählt der Inder über seine Zeit in L.A. „Doch dann“, setzt Jagger die Anekdote fort, „ließ er sich an einem Tag gar nicht erst im Studio blicken, und ich fragte in die Runde: ‘Wo bleibt A.R.?’ Ganz spät nachts kam er dann doch noch, mit einem zufriedenen Grinsen im Gesicht: ‘Ich hab meinen Song!’, lauteten seine Worte. Ich kann mal gerade eine Zeile auf Urdu sagen – bloß eine einzige.“

Damian Marleys Arbeitsweise hingegen war wiederum ganz anders: „Er ist eher so der stille Typ, aber er hat immer die besten Einfälle“, berichtet Joss Stone. „Damian arbeitet nachts an seinen Ideen. Manchmal zieht er sich einfach zurück und brütet in irgendeiner Ecke über den Songtexten – und kommt erst zurück, wenn ihm etwas eingefallen ist. Auch seine Rhythmussektion ist der Hammer. Er sitzt derweil im Nebenzimmer und macht sein Ding, was bedeutet, dass ich nur kurz in den Raum komme und ihn dann wieder in Ruhe lasse.“ Seine Gesangspassagen nahm Marley übrigens im Alleingang auf und ließ sie die anderen erst dann hören, wenn er damit komplett zufrieden war.

Was die Zukunft von SuperHeavy betrifft, ist noch alles offen: „Wir haben keine Tour oder so geplant; aber wenn die Platte den Leuten richtig gut gefällt, dann würde ich das nicht ausschließen. Wir würden wahnsinnig gerne ein paar Stücke davon mal live präsentieren“, sagt ein bescheidener Jagger abschließend. „Schon als wir uns zum ersten Mal im Studio trafen und loslegten, fügte sich alles wie von selbst zusammen; all diese unterschiedlichen Stile und Genres flossen ohne Probleme ineinander. Nun hoffe ich bloß, dass den Leuten diese Mischung auch gefällt...“

Die fünf Superschwergewichte und ihre jeweilige Aufgabe bei SuperHeavy:
Mick Jagger (Gesang, Gitarre, Mundharmonika, Co-Produktion)
Dave Stewart (Gitarre, Co-Produktion)
Joss Stone (Gesang)
Damian Marley (Gesang)
A.R. Rahman (Gesang, div. Keyboards)

Co-produziert wurde das SuperHeavy-Album von Jagger & Stewart. Es erscheint im Herbst beim Universal-Label A&M.

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