Die Autorinnen Sabine Both und Gerlis Zillgens sind sich auch im dritten Band ihrer "SuperGirls"-Reihe treu geblieben und bieten ihren Lesern und Leserinnen wieder eine tolle Geschichte, die neben ernsten Themen wie Alkoholismus und Drogenmissbrauch auch wieder viel Humor, Gefühl und Spannung beinhaltet und jungen wie nicht mehr ganz so jungen Leseratten mitreißende Lesestunden garantiert.
Wie gewohnt wird die Handlung abwechselnd aus der Sicht der beiden Hauptfiguren Anna und Nina erzählt, die mir inzwischen sehr ans Herz gewachsen sind. Mit ihren Eigenarten bringen sie mich immer wieder zum Schmunzeln und Kichern, aber ich leide auch intensiv mit ihnen mit, wenn sie z.B. ihren ersten Liebeskummer erleben. Man kann das Buch aber auch wunderbar ohne Kenntnis der ersten beiden Bände lesen, auch wenn einem dabei kleine Details fehlen. Auf die Verständlichkeit der Story hat das keine große Auswirkung.
Sprachlich können die Autorinnen abermals überzeugen. Angepasst an das Alter ihrer Protagonistinnen, schreiben sie in lockerem, jugendlichem Ton und schaffen es so problemlos, ihre Figuren glaubwürdig und echt wirken zu lassen. Besonders im emotionalen Bereich spürt man, wie viel Wert sie auf eine realitätsnahe Darstellung legen, die ja im fantastischen Teil der Geschichten nicht immer möglich ist.
Anna und Nina erhalten dieses Mal die Fähigkeit, sich in jede beliebige Person bzw. jedes Tier zu verwandeln, wenn sie es sich nur stark genug vorstellen. Die Nebenwirkungen, die diese Verwandlungen so mit sich bringen, wurden auf lustige und nachvollziehbare Weise in das Geschehen eingeflochten und so lernt man auch die Ratte Pluto näher kennen.
Wieder steht nicht nur die aktuelle Mission im Vordergrund, alles ist dieses Mal noch stärker mit dem Privatleben der Mädchen verknüpft. So spielen der ersten Liebeskummer, Verantwortung füreinander und der zuweilen nötigen Verzicht zugunsten anderer eine Rolle. All das wurde jedoch so gut in die Handlung eingearbeitet, dass man zwar die beabsichtigte Ernsthaftigkeit spürt, der Lesespaß aber auf keinen Fall zu kurz kommt.
Die SuperGirls entwickeln sich von Mission zu Mission weiter und ich liebe es, sie dabei zu begleiten, auch wenn ich nicht mehr direkt zur Zielgruppe gehöre. Viele Situationen können gut nachempfunden werden und dadurch fällt es besonders leicht, in die Geschichte abzutauchen. Ein Abenteuer mit Anna und Nina verspricht immer aufregende Lesezeit und so hoffe ich auf noch viele weitere Missionen der beiden so ungleichen Freundinnen.