Nein! "Kick Ass" und "Super" entstanden ziemlich zeitnahe, weswegen man diesem Streifen auch keinen Abklatsch vorwerfen kann. Zudem behandelt "Super" ein etwas anderes Thema, als "Ich will ein Superheld sein und den Menschen helfen!". Doch zunächst muss ich sagen, dass ich nicht viel erwartet habe von diesem Film, bis zum ersten Trailer, der mich doch sehr positiv gestimmt hat. Außerdem hat mich der großartige Cast neugierig gemacht, ich mein Kevin Bacon, Liv Tyler und Ellen Page in einem Superheldenfilm, gewürzt mit etwas Splatter und Humor?! Das muss doch gut werden!
Der vermeintliche Loser Frank D'Arbo verliert seine wundervolle Frau Sarah an einem Drogenboss, der sie für seine dreckigen Geschäfte missbraucht. Frank beschließt seine Frau zu retten und sich für die Gerechtigkeit einzusetzen, in dem er einen Superhelden kreiert: Der feuerrote Blitz! Dieser trifft sogar bald auf eien enthusiastische Helferin, die seine Assistentin werden will und sich selbst "Blitzie" nennt. Doch das Leben als Superheld ist härter, als Frank zunächst dachte... und um einiges brutaler!
James Gunn, der Regisseur, schuf einen sehr interessanten und durchgeknallten Film über das Thema "Superheld". Hier steht Frank als Figur mehr im Zentrum, wobei es bei "Kick Ass" doch mehr um das Thema Verbrechensbekämpfung und Zivilcourage geht. Hier rastet Frank total aus und lässt seinen inneren und aggressiven Triebe manchmal unüberlegt aus. Doch alles für einen guten Zweck, denn die Regeln unserer Gesellschaft müssen beachtet werden, dazu gehört auch sich nicht vorzudrängeln!
So kommt auch eine gute Portion Ernsthaftigkeit und Dramatik mit, besonders Rainn Wilson macht siene Sache super, als typischer Verlierertyp, der sich selbst hasst und denkt, er wäre auserwählt, seine Frau zu retten. Und oft verblasst die Grenze zwischen Gut und Böse, auch wenn Jacques (Kevin Bacon), als ekelhafter und brutaler Drogenboss schon der klare Fiesling in der Geschichte ist, so ist man doch immer wieder erstaunt über Franks Gewalttaten! Aber steckt nicht in uns allen ein kleiner Psycho? Auf jeden Fall steckt er in der kleinen Libby (Ellen Page), die durch Franks Superheldengetue richtig in Fahrt kommt und sich richtig an der Verbrechensbekämpfung aufgeilt!
Der Film ist voll von verrückten und skurrilen Figuren, wie zum Beispiel der heilige Rächer aus der religiös, fanatischen Fernsehsendung. Doch irgendiwe gewinnt man alle lieb, allein durch die wundervollen Opening Credits. Der Comicstil macht viel aus und natürlich finden sich auch unzählige Comiczitate, die Vergleiche mti Batman oder Iron Man sind grandios!
Die anderen Darsteller machen ihre Sache ebenso hervorragend, wie Wilson. Bacon lebt seine fiese Seite aus und wirkt trotzdem nicht klischeehaft. Liv Tyler kauft man ihre Drogensituation nicht gaaaaaaaanz ab, dennoch passt sie gut ins bIld, der hilflosen Frau, die gerettet werden muss. Doch mein Liebling ist Ellen Page, als hyperaktive und hyperattraktive Blitzie! Der Star aus Juno macht hier eine mehr als gute Figur und macht den ganzen Film um einiges interessanter, denn ihre durchgeknallte und makabere Figur zeichnet den Streifen und die Thematik aus. Auch wenn ich sehr über das Ende schockiert bin (So einen Twist hätte ich nicht erwartet!), so passt das Finale doch sehr gut ins Gesamtbild.
Unglaublich aber wahr, der Film wurde mit 2,5 Millionen Dollar produziert. Heutzutage fast schon unvorstellbar, aber hey: Dem Streifen sieht man davon überhaupt nichts an! Die Action ist gut, die Special Effects sind manchmal echt haarsträubend und die Optik macht ebenfalls einiges her, besonders der Mix aus Comic und Realfilm.
Eine sehr gute Figur macht auch die Musik, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat! Tyler Bates komponierte einen atmosphärischen und fetzigen Score, der ebenfalls an "Kick Ass" erinnert, aber doch ganz anders funktioniert. Dazu gesellen sich viele coole und stimmige Songs, verschiedenster Interpreten.
Doch was ist nun besser, "Kick Ass" oder "Super"? Tja, also ich bin erhlich, beide Filme haben was sehr Mitreißendes und sie ähneln sich nur sehr bedingt. Doch "Kick Ass" hat einfach ein wenig mehr Charme und zudem besseren Humor, einige Witze in "Super" sind ziemlich albern und Over the Top! Ein bisschen weniger "Haudraufhumor" wäre wahrscheinlich nicht schlecht gewesen, obwohl es wirklich grandiose Stellen gibt:
"Du sitzt den ganzen Tag hier rum und wartest auf Verbrechen?"
"Jap!"
"Gott, ist das langweilig!"
Beide Filme sind besonders und "Super" lobe ich vor Allem wegen den einzigartigen Figuren, dem mitreißenden Finale und der interessanten Sicht auf die "Superhelden". Auch wenn es einige Macken gibt, der Film hat mich doch total überzeugt! Dieser Film ist mehr als nur eine nette Abendunterhaltung und wem "Kick Ass" zu "soft" war, der sollte schnellstens zu "Super" greifen.