Vorweg: "Super Colossal" ist supercolossal! Wenn auch manches vom Meister seit "Surfing With the Alien" nicht das zeigte, was er 'drauf hat, so bewies er doch immer Innovationskraft und -willen. Ich kenne auch ein paar andere Top-Gitarristen: Steve Vai, Paul Gilbert, John Petrucci, Eric Johnson, Yngwie Malmsteen, allesamt technisch brilliant, aber wenn es um (Instrumental-)Songs geht, die passenden Sounds und Grooves, und Feeling - da kann ihm keiner das Wasser reichen. Die aktuelle Scheibe ist meiner Meinung nach die groovigste von allen, was die Gitarrensounds angeht eine der abwechslungsreichsten, und vor allem gibt's kaum Schwächen. Ob es nun heavy, schnulzig, leicht psychedelisch, funkig oder einfach nur rockig ist: Es kommt stets glaubwürdig und souverän 'rüber. Joe ist einfach nur cool, und sich nicht zu fein, eine Melodie auch mal aus nur drei Tönen aufzubauen; weniger ist halt manchmal mehr. Selbst Nummern wie das Titelstück (das muss man erstmal bringen, ein Album so zu nennen!) und "Crowd Chant", die durchaus peinlich hätten werden können, kaufe ich ihm ab. Er braucht schliesslich niemandem mehr etwas zu beweisen. Und so bin ich schon direkt nach dem Erscheinen dieser Platte fast unerträglich gespannt, was die nächste Veröffentlichung bringen wird: Nach "Not of this earth", "Surfin with the Alien", "Crystal Planet" und "Is there Love in Space" kommt - "Master of the Universe"?