...der ganz besonderen Art verschaffte mir J.J.Abrams -Super 8-. Zuschauer meines Jahrgangs werden schlichtweg begeistert zurückbleiben, denn Abrams nutzte kreativ und verspielt die Möglichkeit eine wunderbare Hommage an Steven Spielberg abzudrehen. Das Spielberg als Produzent von -Super 8- auftritt ist das zusätzliche Sahnehäubchen des Films. Dabei hat Abrams nicht gekupfert, sondern lediglich den Stil Spielbergs aus den 80ern brilliant kopiert. Wenn die Protagonisten bei -Super 8- ihre Abenteuer bestehen, dann kommen "bei uns" älteren Semestern sofort die Bilder der Goonies, von E.T., der unheimlichen Begegnung der Dritten Art, Stand by me oder des Poltergeistes auf. Dazu gibt es auch eine Prise Stephen King Feeling, dessen Geschichten ebenfalls als Archetypus für diese Zeit stehen. All das zusammen garantiert einen wunderbar unterhaltsamen Abend vor der Glotze, der keine Wünsche offen lässt...
Amerika, Ende der 70er Jahre. Joes(Joel Courtney) Mutter ist bei einem Arbeitsunfall gestorben. Sein Vater Jackson(Kyle Chandler), der Hilfssherrif der 12.000 Einwohner zählenden Stadt Lilian, kommt damit nicht gut klar. Aber Joe lebt sich wieder ein. Dabei hilft ihm vor allem sein Freund Charles(Riley Griffith). Der will auf Super 8 einen Zombie Film drehen. Joe soll beim Drehbuch helfen. Die Freunde Cary(Ryan Lee), Matin(Gabriel Basso) und Preston(Zach Mills) stehen als Darsteller zur Verfügung. Dazu holt Charles Alice Dainard(Elle Fenning), die den Jungs sofort den Kopf verdreht. Bei nächtlichen Außenaufnahmen filmen Charles und Co. zufällig ein spektakuläres Zugunglück, dem sie selbst fast zum Opfer fallen. Dabei hält die Kamera etwas fest, dass unglaublich erscheint. Irgendetwas hat sich aus dem Zug davon gemacht. Von diesem Moment an spielt alles in Lilian verrückt. Die Hunde fliehen aus der Stadt, elektrische Geräte werden gestohlen und die Menschen fühlen sich unsicher. Zudem rückt die Army an. Joe weiß inzwischen, dass der verunglückte Zug der Army gehörte. Als auch noch Menschen verschwinden wird den Kindern klar, dass irgendetwas in Lilian ganz und gar nicht stimmt. Sie machen sich auf die Suche nach dem Unheimlichen und werden sehr schnell fündig...
Abrams hat den Zauber des 70er und 80er Jahre Kinos in perfekten Bildern wieder auferstehen lassen. Das ist Old School vom Feinsten und wird nebenbei noch mit einer wunderschönen Lovestory und einer hervorragenden Kameraarbeit aufgepeppt. Das Zugunglück ist für sich allein tricktechnisch schon ein wahrer Augenschmaus. -Super 8- beginnt stark und steigert sich zum Ende hin beständig. Zur guten Regiearbeit punkten dann noch die Akteure vor der Kamera als dicker Pluspunkt der Produktion. Wie Joel Courtney und Co. in die Rollen der Kids aus Lilian schlüpfen, das ist ganz großes Kino im Bereich Abenteuer und Jugendfilm.
Sie werden es bemerkt haben: Eine neutrale Rezension sieht anders aus. Aber ganz ehrlich, es tut mir leid, ich kann meine Gefühle für diesen Film nur schwer außen vor lassen. -Super 8- sticht vielleicht nicht in den Kategorien, die heute großes Kino ausmachen; das mag sein. In der Kategorie der guten Erinnerungen und der Herzen, die für das Medium Film schlagen, ist er jedoch ein Volltreffer. Ich fühlte mich zurückversetzt in die große Spielberg Aera, ohne den faden Beigeschmack eines billigen Aufgusses. Abrams und Spielberg haben einen wunderbaren Film gedreht, der mich fantastsich unterhalten hat.
Ach ja...und verpassen sie auf gar keinen Fall den Abspann! Bis zum Schluss! Dort dürfen sie sich nämlich Charles Meisterwerk -The Case- anschauen. Der vielleicht abenteurlichste Zombie Super 8 Film aller Zeiten. Einfach nur gut...