Wer an diesen Film herangeht, um Hochspannung zu empfinden und / oder spaktakuläre bzw. äußerst blutige Vampiraction zu sehen, wird schwer enttäuscht werden. Dafür ist er auch nicht konzipiert.
Er ist stattdessen ein selbstironisches, bewusst wunderschön-verkitschtes Werk, daß Klischees, das Genre und sich selbst laufend auf die Schippe nimmt, und zwar so gut, daß einige Zuschauer es gar nicht gemerkt haben, weil der Film dabei irgendwie immer noch fast ernsthaft wirkt.
Es ist streckenweise melodramatisch, wenn die "Heldin" den göttlichen Auftrag erhält, von nun an als Vampir tätig zu sein. Allein diese überdimensionierten Szenen unterstreichen schon das Element der Persiflage.
Besonders positiv ist dabei, daß der Film dies nicht billig und grotesk abzieht, sondern durch seine extrem starken Bilder (= unglaublich brillante Farben, hervorstechende Bildqualität, tolles Licht) und die insgesamt intensive optische Schönheit der Inszenierung teurer und hochwertiger und bedeutsamer erscheint, als es der kurze und preiswerte (nur 1 Million $ Kosten) Film mit wenigen Schauplätzen eigentlich ist.
Auch in dieser optischen Übersteigerung liegt eine Ironie zum seichten Geschehen.
Erstaunlich, daß man diesem Geschehen sogar mit Interesse folgt. Männer und lesbische Frauen sicher besonders, weil die aparten Darstellerinnen es wert sind.
Er funktioniert als leckere Männerphantasie und als bissige Persiflage - je nachdem, was man sehen möchte.