Sparsam instrumentiert mit akustischer Gitarre und ab und an E-Gitarre, ein wenig Schlagzeug und auch mal zarten melancholischen Streichmusikklängen im Hintergrund. Darüber gelegt zwei sehr unterschiedliche Stimmen; die von Mark Lanegan dunkel mit zuweilen rauhem Unterton, die von Isobel Campbell hell und zart. In den meisten Stücken erinnert die Stimme von Mark Lanegan stark an Leonard Cohen (z.B. in Who Built the Road). Man höre sich z.B. mal im Vergleich das vorzügliche A Thousand Kisses Deep von Leonard Cohen in Begleitung von Sharon Robinson an und hat eine Art Deja Vu.
Manchmal erinnert die Stimme von Mark Lanegan auch an Tom Ovans (z.B. in dem düsteren Stück The Raven, das auch im ganzen Aufbau stark an Tom Ovans erinnert) oder den noch nicht ganz so späten Tom Waits. Von der meist melancholischen Grundstimmung der Stücke ist eine gewisse Ähnlichkeit mit Tindersticks oder Willard Grant Conspiracy gegeben, wobei nach meinem Geschmack erfreulich ist, dass die Stimme von Mark Lanegan dunkler und männlicher ist als die von Stuart Staples von den Tindersticks, die ja manchmal auch etwas exaltiert klingt. Die Ähnlichkeit mit den beiden genannten Bands beschränkt sich daher auch eher auf die ruhige Instrumentierung (Akustikgitarre und Streicherarrangements im Hintergrund), die sparsame und einfache Melodieführung und die melancholische Grundstimmung. Oder anders formuliert: Wenn Leonard Cohen mit Sharon Robinson als Gastsinger bei Tindersticks auftreten würden, käme das dem Ganzen schon recht nahe...
Beim ersten Hören hätte ich dieser Platte nur drei Sterne gegeben aber je öfter ich es höre, desto mehr mag ich es und die Melodien öffnen sich nach und nach. Dabei ist es eine Platte, die nicht so schnell langweilig wird, weil der reizvolle Kontrast der beiden sehr gegensätzlichen Stimmen auf die Dauer weniger ermüdend wirkt als z.B. der zum Vergleich herangezogene Tom Ovans, von dem ich immer nur wenige Stücke nacheinander geniessen kann.
Sunday at Devil Dirt