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SumpfLand
 
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SumpfLand [Gebundene Ausgabe]

Marc Drobot
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 200 Seiten
  • Verlag: Dresdner Buchverlag; Auflage: 1 (1. November 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3941757326
  • ISBN-13: 978-3941757325
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 15,2 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.287.045 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Auf einem Dresdner Flohmarkt wird ein Rentner von einem anderen erschossen. Ein Ereignis, das zum Ausgangspunkt einer Reise durch drei Generationen, drei politische Systeme und viele sich überlagernde Geschichten wird.
Der Enkel des Getöteten - Sebastian - beginnt sich durch einen Zufall Jahre später für diesen Mord zu interessieren. Dabei lernt er den Mann kennen, der seinen Großvater getötet hat, und er begreift schnell, dass diese beiden Alten etwas verbindet, was vermeintlich weit in der Vergangenheit liegt.Sebastian versucht, dieser Geschichte und damit auch sich selbst auf den Grund zu gehen. Dabei erfährt er, dass Begebenheiten oft nicht so eindeutig sind, wie man sie gern erzählen würde. Immer öfter beginnen die lange Zeit im Dunkel liegenden Ereignisse, in Sebastians Gegenwart ihre Spuren zu hinterlassen. Und so wird bald klar: Eine Stadt ist nicht nur ein Ort, sondern auch eine Zeit. Und Geschichten können zwar totgeschwiegen werden, ihre Wirkungen haben sie aber trotzdem.
Ein aufrüttelnder Roman über Rassismus, Hass und Abscheu, die an jeder Straßenecke zu finden sind, über Erinnerungen, Wahrheiten und Geschehnisse, die manchmal nie ihr wirkliches Gesicht offenbaren - selbst im Tod nicht.

Buchrückseite

Auf einem Dresdner Flohmarkt wird ein Rentner von einem anderen erschossen. Ein Ereignis, das zum Ausgangspunkt einer Reise durch drei Generationen, drei politische Systeme und viele sich überlagernde Geschichten wird. Der Enkel des Getöteten – Sebastian – beginnt sich durch einen Zufall Jahre später für diesen Mord zu interessieren. Dabei lernt er den Mann kennen, der seinen Großvater getötet hat, und er begreift schnell, dass diese beiden Alten etwas verbindet, was vermeintlich weit in der Vergangenheit liegt. Sebastian versucht, dieser Geschichte und damit auch sich selbst auf den Grund zu gehen. Dabei erfährt er, dass Begebenheiten oft nicht so eindeutig sind, wie man sie gern erzählen würde. Immer öfter beginnen die lange Zeit im Dunkel liegenden Ereignisse, in Sebastians Gegenwart ihre Spuren zu hinterlassen. Und so wird bald klar: Eine Stadt ist nicht nur ein Ort, sondern auch eine Zeit. Und Geschichten können zwar totgeschwiegen werden, ihre Wirkungen haben sie aber trotzdem. Ein aufrüttelnder Roman über Rassismus, Hass und Abscheu, die an jeder Straßenecke zu finden sind, über Erinnerungen, Wahrheiten und Geschehnisse, die manchmal nie ihr wirkliches Gesicht offenbaren – selbst im Tod nicht.

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Die Beschreibung auf dem Klappentext verwirrt zunächst: 'Ein aufrüttelnder Roman über Rassismus [']', doch ist davon im ganzen Roman nur in zwei randständigen Situationen die Rede. Dass der antisemitische Verfolgungswahn im Nationalsozialismus sich anders zeigte und in der Auseinandersetzung heutzutage andere Perspektiven erfordert als der Alltagsrassismus, davon lebt gerade auch Drobots Buch, das im Stile eines Kriminalromans fiktive Episoden der deutschen Judenvernichtung in Dresden nach und nach erhellt und dabei auch die tradierten Familienerinnerungen des Protagonisten Sebastian berührt. Dennoch ist das Buch kein klassischer Kriminalroman - der Mord, um den sich die Rahmenhandlung bewegt, dient lediglich als Aufhänger für interfamiliäre Konflikte und den ganz persönlichen Umgang mit der NS-Geschichte. Trotz der Grausamkeit der geschilderten Episoden wirken Drobots Erzählungen nie übertrieben oder außergewöhnlich, sondern bringen die Alltäglichkeit der Volksgemeinschaft gerade in einer Stadt wie Dresden gut auf den Punkt. Die Tatsache, dass es sich um eine fiktive, jedoch von historischen Fakten inspirierte, Geschichte handelt, tut dem keinen Abbruch. Geschichtspolitische Kommentaren zu aktuellen Diskursen schlagen schließlich die Brücke zur Gegenwart und zeigen neben der persönlichen Auseinandersetzung des Autors die gesellschaftliche Reichweite des Behandelten auf. Geschichte ist nicht abgeschlossen, sondern hinterlässt ihre Spuren im alltäglichen Sumpfland, durch das jeder, bewusst oder unbewusst, watet.
Gespickt ist das Buch mit allerlei alltagsphilosophischen Reflexionen über die zwischenmenschlichen Beziehungen Sebastians, über Alltag, Routine, das tägliche Funktionieren und die Kälte unter den Menschen, zwischen die sich sporadisch Illusionen schieben. Man ist überrascht, mit welcher Klarheit Drobot derlei Phänomene beschreibt und man selbst ins Grübeln gerät. Lediglich das abrupte Ende lässt den Leser etwas unbefriedigt zurück.
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Der großartige Roman hält mehr als der Klappentext verspricht. Episodenhaft folgt er den Spuren seines Hauptprotagonisten Sebastian. Erinnerungen, Partys, Familie und Leben in der postsozialistischen Gegenwart Dresdens werden in einem Wechselbad der Gefühle zu einem zeitgenössischen Bild verwoben. Fast zu selbstreflexiv für einen Roman, jedoch zu spannungsreich und detailgetreu für eine Prosa, zeichnet Sumpfland das emotionale Porträt einer ganzen Generation. Wenn so manche Formulierung oder ein Aufriss auch mal ungewöhnlich scheinen, verbergen sich dahinter meist Welten durchdachter Spitzfindigkeit, die zusammen mit den dazwischengeworfenen Fundstücken wahrer Weisheiten eine ungeheuer dichte Atmosphäre erzeugen. Immer wieder musste ich schmunzeln, weil Drobot manchmal den Nagel sowas von auf den Kopf trifft, das es fast weh tut. Wahrscheinlich eins der besten Bücher die über Dresden und seine Bewohner zu haben sind; und das weit darüber hinausweist.
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Der Autor wagt eine Thematik 28. Dezember 2011
Von Judith
Mit diesem Roman werden sich vor allem Dresdner wohl fühlen, denn er handelt dort und der
räumliche Bezug wird oft hergestellt. Viel wichtiger jedoch die Geschichte, die auch in der Realität
eng mit dieser Stadt verbunden ist. Der Autor wagt es eine Thematik aufzuarbeiten, die Dresden
jedes Jahr aufs neue beschäftigt. Eingebettet ein eine mehrere Generationen umfassende
Familiengeschichte, wird ein Verbrechen aufgeklärt, welches, soviel kann man wohl vorweg sagen,
Rache als Motiv aufweist. Das ganze ist spannend und aus der Perspektive eines Studenten
geschrieben, dessen Schilderungen seines Alltages, die eigentliche Geschichte immer wieder
auflockern.
Marc Drobot schafft es in seinem ersten Roman kalt und brutal von Ereignissen zu berichten, die
die deutsche Geschichte prägten und auch in der Gegenwart vorzufinden sind. Es geht um Hass,
aber auch um Liebe. Nichts von beidem kommt zu kurz. Es wird sowohl Geschichte aufgearbeitet,
als auch gegenwärtige Probleme geschildert. So faszinierte mich die Beschreibung der Spannungen
sexueller Art zwischen dem Hauptcharakter und seiner Mitbewohnerin, aber auch die fesselnde
Schilderung vergangener Graueltaten.
Auch ein bisschen Selbstironie taucht in dem Buch auf.
Alles in allem sehr empfehlenswert, jedoch nur für hart gesottene, in dem Buch gibt es ein Paar
Passagen, die bei einigen Menschen Ekel erregen könnten, jedoch notwendig sind um eine
authentische Erzählung aufzubauen. Entfernt vergleichbar mit Patrick Süßkinds 'Das Parfüm', in
dem an manchen Stellen ebenso detailreich von Dingen berichtet wird, deren Schilderung sicher
viel Überwindung kostet, da sie doch sehr unter die Haut gehen.
Ich habe das Buch an einem Wochenende verschlungen und war begeistert, schade nur, dass es so
kurz ist. An manchen Stellen hätte ich mir noch ein paar mehr Informationen und Überleitungen
gewünscht.
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