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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wenn andere mehr über uns wissen, dann sollten wir zuhören, 6. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Vom Sumo, der nicht dick werden konnte: Erzählung (Gebundene Ausgabe)
Mich sprang zunächst der Titel in der Buchhandlung an. Ich gehöre zu denen, die eher ständig auf der Suche nach faulen Tricks und Tipps sind, ihr Gewicht zu reduzieren. Wie kann sich also jemand bewusst in einen Fleischklops verwandeln wollen? Beim Lesen des Klappentextes war mir klar, dass dieses Buch natürlich tiefer geht. Diese Erzählung von Eric-Emmanul Schmitt handelt von der Geschichte eines jungen Mannes, der sich mit Hilfe seines Meisters Shomintso zu einem guten Sumo-Kämpfer entwickelt. Wir erleben seine Wandlung von einem aufmüpfigen jungen Mann, hin zu einem konzentrierten Sumo-Kämpfer. Seine Geschichte lässt den Leser nicht unbeteiligt: "Wenn Intelligenz darin besteht, seine Ansichten zu ändern, dann habe ich in jener Nacht einen Intelligenztest bestanden. Ablehnend war ich in den Wettkampf hineingegangen, überzeugt verlies ich ihn. Hatte ich anfangs mit eigenen Augen zugeschaut, so sah ich im Laufe des Abends mit den Augen der anderen, was den Blick auf das Spektakel von Grund auf veränderte." Kommt uns das bekannt vor? Diese Verweigerung, diese Einstellung, haben wir das nicht auch schon mal erlebt? Vielleicht ist es gar nicht lange her, dass uns jemand darauf aufmerksam machte, dass wir eigentlich für ganz andere Aufgaben hier auf dieser Welt sind. Belächelt haben wir diese Person. Dann gehen wir gedanklich doch noch einen Schritt weiter. Dies führt oft zum Chaos im Kopf: "Mein Wille steuerte nicht das Schiff, er blieb ein im Kielraum eingesperrter Matrose, dessen Ansichten niemanden interessierten." Die Geschichte um Jun, den jungen Mann, nimmt uns mit. Sind das nicht die Gedanken, der Suchenden, derjenigen, die sich auf neuen Wegen befinden? "Du hast recht, Jun. Nicht das Ende des Weges ist das Ziel, sondern, dass man den Weg geht." Ein weiser Einwand des Meisters gegen Ende der Erzählung, in einer Welt, in der wir ständig Spitzenleistungen und Superlative produzieren müssen. Fazit: Ein schönes Buch zum Verschenken und als Wegweiser für alle Suchenden. Kaufen!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ich sehe schon, wie groß und stark du mal wirst..., 30. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Vom Sumo, der nicht dick werden konnte: Erzählung (Gebundene Ausgabe)
Eric-Emmanuel Schmitt hat mal wieder ein kleines Büchlein geschrieben, das man in Erinnerung an die Trilogie über die Religionen liest. Das neue Buch ist ein Entwicklungsroman, ähnlich wie in vorherigen Büchern geht es um einen kleinen Jungen. Den Rahmen bildet Japan und der Zen-Buddhismus. Natürlich kennt man einige Motive und Erzählstränge schon. Manche Dialoge scheinen aus einer psychotherapeutischen Sitzung zu stammen, andere sind typische Sentenzen, wie man sie z. B. von Janwillem van de Wetering kennt. Da ist ein Junge, der ohne Eltern und verwahrlost aufwächst. Er verdingt sich mit dem Verkaufen überflüssiger Waren. Ein alter Herr begegnet ihm täglich mit dem Satz "Ich sehe schon, wie groß und stark du mal wirst." Man ahnt bereits auf der ersten Seite des Buches, wie sich die Geschichte entwickeln wird. So verläuft sie dann auch. Allerdings wird der LeserIn zum Schluss noch einmal überrascht. Und diese Wendung macht die Geschichte zu einem anrührenden Erlebnis. Nebenbei erfährt der Leser einige Details des "Sumoringersports". Es lohnt sich, dieses Buch zu lesen, es rührt an, es weckt Erkenntnisse über eigene Verfangenenheiten, es zeigt Lösungswege auf und man erinnert sich an so manche pubertäre Trotzigkeit. ... und der LeserIn hat eine schöne, besinnliche und sinnvolle Lesezeit...
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
"Ich sehe schon, wie groß und stark du mal wirst.", 14. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Vom Sumo, der nicht dick werden konnte: Erzählung (Gebundene Ausgabe)
Die Geschichte von einem jungen Mann, dem es zunächst nicht gelingt, sein Körpergewicht zu erhöhen, bringt selber nur knapp 100 großzügig beschriebene Seiten auf die Waage. Habe es in einem Rutsch in kaum einer Stunde gelesen. So würde ich eher den Begriff 'Kurzgeschichte' als 'Roman' gebrauchen. Das absolute Fliegengewicht Jun hält sich als Straßenhändler in Tokio gerade so über Wasser. Ein sehr hartes Leben, ohne Illusionen und falsche Versprechungen. Doch ein alter Mann kommt regelmäßig vorbei und prophezeit ihm, dass er einmal 'groß und stark' sein wird. Was ein Quatsch! So denkt Jun lange. Doch als er gänzlich scheitert mit seinem Leben auf der Straße, nimmt er doch das Angebot des Alten an, einmal bei einem Sumo-Wettkampf vorbeizuschauen. Der alte Mann ist selber der Meister des Sumo-Zentrums und überzeugt Jun davon, einen Schritt in diese völlig andere und von Jun bisher belächelte Welt zu wagen...... Hört sich soweit gut an? Nun ja, mir fehlt ein bisschen der Tiefgang. Die Geschichte kratzt an der Oberfläche herum und ist zwar nicht langweilig, aber auch nicht umfassend überzeugend. Letztendlich geht es um familiäre Hintergründe und dass man seine Wurzeln nicht verleugnen sollte. Nun, vielleicht ist es ja auch eines der Bücher, die man erst ein zweites Mal lesen sollte, bevor man sein Urteil fällt, da sich einem noch ein neuer Zugang zur Geschichte erschließen könnte. Nun, bisher habe ich diesen Elan aber noch nicht verspürt. Fazit: Eines der tendenziell schwächeren Werke von Eric-Emmanuel Schmitt, den ich sehr schätze.
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