Dude, hol das Surfboard raus – it’s Summertime! Vier Newcomer aus den Staaten laden zum Sonnenbad mit Barbara Ann, Bublegum und Beatmusik. Die vier Jungs aus Florida, die ihr Lager nach Brooklyn, NYC verlegt haben, müssen bei ihrer Bandgründung nichts Geringeres im Sinn gehabt haben, als mit ihrem Surfrock die Welt zu erobern - zumindest die der Musik. Anders ist es nicht zu erklären, dass laut NME „New Yorks coolste neue Band, die eine so ansteckende Energie besitzt, wie keine andere Band in den letzten 10 Jahren“ selbst die altehrwürdige The New York Times überzeugt hat. In der BBC Sound of 2010 List werden The Drums zu den 15 vielversprechendsten Künstler gezählt.
Die Debüt-EP der 2008 gegründeten Band ist einwandfreier, frisch-fröhlicher Postpunk-Pop mit ansteckenden Surfrock-Riffs. Hinzu kommt eine interessante Mischung aus 50er Jahre Rock'n Roll mit eingängigem Beach Boy-Sound, der ab und an auf 80er Jahre Idol Robert Smith trifft.
Die Surfer-Idylle kommt besonders im ersten Track der EP zum Ausdruck. So lädt Sänger Jonathan Pierce den Hörer mit den Zeilen „Wake up, it’s a beautiful morning / Would you like to go with me/ Take a run to the beach / Oh mamma, I wanna go to surfing / I don’t care about nothing“ ein, um einen unbeschwerten Tag am Strand zu verbringen. Das lockerleichte Pfeifen auf pulsierenden Basstönen, die einsetzenden Punkdrums sowie die Buzz-Saw-Gitarrenriffs tun für die Hang-loose-Stimmung ihr Übriges. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, dass nicht eines der Bandmitglieder jemals eine Welle geritten hat. „Wir mögen einfach die Idee vom Surfen, aber eigentlich können wir es gar nicht. Es geht um das Gefühl, man hätte Bock Surfen zu gehen.“
Dass das Quartett eine Schwäche für die 60er Jahre, speziell die Girlgroup The Shangri-Las hat, beweist es vor allem bei „Make You Mine“. Der Track könnte ohne weiteres ein 50jähriger Popsong sein, der wieder mit obligatorischem Pfeifen sowie Banjoklängen besticht. Dazu fragt Sänger Pierce zuckersüß und unschuldig: "I don’t know what to do when I see you're holding someone else / How I’m gonna make you mine?" Gute Popsongs zu machen, ist das erklärte Ziel des Frontmannes: „Popmusik ist so wie ich fühle. Deswegen liebe ich so die 1950er. Sie waren der Beginn der Popmusik. Es wurde etwas völlig Neues erschaffen und diese großartigen, zeitlosen Melodien wurden einfach raus in die Luft geblasen“. Eine Überraschung bietet das Mini-Album mit der Ballade „Down By The Water“. Der eigentümliche Gesang, der beinahe weinerlich nach dem Chor einsetzt, vermittelt das Gefühl, man wolle jetzt endlich ins Autokino um wie wild mit Peggy Sue zu knutschen.
Mit dem Debüt „Summertime! EP“ gelingt es den Drums den unbeschwerten Sound vergangener Tage zu reanimieren. Die Affinität zum 50er/60er Pop, eingängige Surfrock-Riffs, hinzugefügte Synthie-Sound samt charismatischer Stimme versprühen Leichtigkeit und Unbeschwertheit bis zum letzten Ton. Die New York Press beschreibt den Stil der Band nur allzu treffend: „Es ist die Art von Musik, bei der du Twist oder Pogo so tanzt, als wärst du ein 13-Jähriger auf deinem ersten Punkkonzert.“ Damit scheinen die vier "Beach Boys" in jedem Fall den Nerv vieler zu treffen - alle angesetzten Live-Termine der Drums sind schon seit Wochen ausverkauft.