als ich neulich bei der verleihung des bayerischen fernsehpreises eine SUMMERTIME-version der 15jährigen amerikanischen sängerin renee olstead hörte, schlug der song wieder flammen in mir, als ob ich "sunny" oder "fever" gehört hätte. die mutige summertime-version von renee olstead fand sich natürlich (noch) nicht in dieser zusammenstellung - dafür aber die gigantische interpretation von janis joplin. früher hatte mich einmal sehr jene duo-version erfreut, die louis armstrong zusammen mit ella fitzgerald hinlegte - die zusammenarbeit zwischen joni mitchell und herbie hancock oder james brown und martha high auf dieser CD reicht da leider überhaupt nicht hin - nun ja, bei über 2000 zur verfügung stehenden versionen ist es nicht leicht, die für jeden interessantesten 17 titel herauszufinden. sehr angenehm überrascht hat mich aber der solo-konzert-gitarrist rosinha de valencia: eine version, die sich mit laurindo almeida oder baden powell stilistisch messen lassen kann. das auf der CD ins ohr trompetende "john schroeder orchestra" beweist, dass man diese zarte melodie auch mit mexikanisch wirkendem zirkus-krach darbieten kann, und mongo santamaria drechselt eine tscha-tscha-tscha-variante für tanzschul-anfänger-kurse zusammen. die compilation stammt übrigens aus deutschland, von der bochumer "roof music" und der ratinger firma "trocadero"; man hat zumindest gut daran getan, den historisch ältesten versionen respektvolle beachtung zu schenken: denen von billie holiday (1936) und sidney bechet (1939); erfreulich auch das auftauchen des jazz-gitarristen coco schumann, der aus seiner glanzvollen berliner vorkriegszeit herausgerissen wurde und von den nazis in verschiedene konzentrationslager gezerrt wurde; wie durch ein wunder überlebte er (es gibt eine lesenswerte deutsche biographie), stabilisierte sich nach dem kriege musikalisch weit weg in australien (aus dieser zeit stammt auch die dargebotene summertime-version) - und kehrte dann wieder in die BRD zurück, wo er in hohem alter vor kurzem eine CD mit seinem kompletten repertoire aufnahm; es gibt also durchaus den einen oder anderen interessanten fund auf dieser scheibe ...