Netter Jugendfilm mit Francois Göske in der Hauptrolle und Jonathan Beck in einer kleinen Nebenrolle.
Story:
Das Leben von Alex (Francois Göske) ist ein einziges Chaos: Seine Eltern lassen sich scheiden, die Freundin seines Vater ist schwanger und seine Mutter will mit ihrem neuen Lover nach England ziehen. Alex wird ständig zwischen beiden Parteien hin und her gezerrt. Und "Stiefschwester" Faye sorgt bei Alex' Gefühlen für noch mehr Durcheinander...
So richtig viel zu Lachen gibt es in dem Film meiner Meinung nach nicht. Ich würde ihn nicht als "Komödie" abstempeln, sondern eher als ein "Jugenddrama" definieren. Traurig ist nämlich, dass die Probleme im Film die der Realität entsprechen. Teenager, deren Eltern sich trennen geht es vermutlich genau so wie der Hauptfigur Alex.
Dadurch, dass Alex seine Geschichte erzählt, von seinen Gefühlen berichtet, hat der Zuschauer einen Einblick in Alex' "Inneres" und kann ihn in vielen Situationen verstehen. Oft sagt er nämlich etwas ganz anderes, als er denkt.
Im Vordergrund steht etwa die Orientierungslosigkeit des 15-jährigen Alex. Er hat den Eindruck, dass seine Eltern ihm die Schuld an allem geben. Als seine Mutter ihm ganz nebenbei verkündet, dass sie und sein Vater sich scheiden lassen und dann auch noch sagt, dass sie nur wegen Alex so lange zusammen geblieben sind, erwidert Alex ganz verärgert, dass er seine Eltern nicht gebeten hat zu heiaten oder ihn gar auf die Welt zu bringen. Genau so ist es, hab ich mir gedacht. Wenn Eltern ihr Leben nicht in den Griff bekommen, müssen oftmals die Kinder darunter leiden.
Alex wird bei der Entscheidung, wo er leben soll, nicht wirklich mit einbezogen. Er steht zwischen seinen Eltern und weiß gar nicht mehr so recht, wohin er gehört. Alex fühlt sich allein. Nichts gibt ihm Halt und Orientierung. Er weiß nicht wohin sein Leben führt und wie er mit seinen Problemen klar kommen soll.
Die Trennung der Eltern überfordert ihn zunächst und er überspielt seine Gefühle mit Coolness. In Loui findet er eine gute Freundin. Und dann ist da noch Faye, in die er sich verliebt. Endlich hat Alex jemanden gefunden, der ihn versteht, dem es genauso geht, wie ihm selbst.
Vielen Jugendlichen geht es doch genau so wie Alex. Vor lauter Verzweiflung und angestauter negativer Gefühle wissen sie nicht mehr wohin damit. Die einen ziehen sich zurück, die anderen werden gewalttätig. Wer kann ihnen das übel nehmen, wenn man die tragischen Vorgeschichten dieser jungen Menschen kennt? Kein Wunder, dass unsere Kinder so sind wie sie sind, wenn sie doch in schrecklichen Familienverhältnissen groß werden!
Ich finde, dieser Film gibt den Anstoß, einmal darüber nachzudenken.
Das Zitat auf der DVD trifft es sehr gut: "Es ist nicht einfach, als 15-Jähriger seinen eigenen Weg zu finden - erst recht nicht, wenn das gewohnte Leben plötzlich in Scherben liegt."
"Summertime blues" ist ein aufrichtiger, sensibler Film und auf jeden Fall sehenswert.
Zumal Francios in seiner Rolle sehr überzeugend ist. Wirklich spitze.
Auf der DVD gibt es ein paar "kleine" Extras, wie zum Beispiel Interviews mit den Darstellern und ein Making Of.