"Take off your silver spurs and and help me pass the time...."
(Songtextzeile)
Im Jahre 1966 erreicht Nancy Sinatra's "Sugar Town" die TOP5 der US-Charts. Auch auf der 'B-Seite' der Single befindet sich ein weiterer Song aus der Feder des Sängers, Komponisten und Produzenten Barton Lee Hazlewood. Das von Frankies Tochter und dem "Oakie" Hazlewood gesungene Duett "Summer Wine" erklimmt im darauffolgenden Jahr des "Summer of Love" jedoch nur Platz 49.....
....zur selben Zeit wird in Berlin von Aktivisten der gegen die erste Große Koalition gerichteten Außerparlamentarischen Opposition (APO) die "Kommune 1" (K I) als Alternative zur bürgerlichen Familie gegründet. Es dauerte jedoch noch über ein Jahr, bis dort für das 22jährige Münchner Fotomodell Uschi Obermeier als Freundin des Kommunarden Rainer Langhans das "Wilde Leben" beginnen sollte....
....das dann fast vier Jahrzehnte später unter gleichnamigen Titel nach der Autobiographie "High Times" seine "Verfilmung" erfährt und mit "Summer Wine" seinen Titelsong erhält.
Die im Januar 2007 veröffentlichte Maxi-Single bietet mit dem "single edit" und der 24 Sekunden längeren "film version" zwei fast identische Coverversionen, bei der Ville Valo und Natalie Avelon die Duettpartner sind. Hierbei stehen weder die Stimme des Sängers der finnischen Dark-Rock-Band HIM ("His Infernal Majesty"), noch diejenige der "Film-Uschi", sowie die von Streichern begleitete Instrumentierung und das musikalische Gesamtarrangement der Originalversion nach. Beide neue Versionen wirken sogar noch dynamischer und die musikalischen Anleihen (Bläsersätzen) an Titelsongs der James Bond Reihe verleihen ihnen noch eine zusätzliche Dramatik. Der "drp winter remix" mag mit seinen elektronischen Zutaten als dritte Variante für den heutigen Geschmack zwar zeitgemäß sein, bedarf aber der Gewöhnung. Das mitgelieferte Musikvideo ist hingegen ein echtes Schmankerl. Einerseits vereint es die bemerkenswertesten Szenen des Films, dem (nach einem 1966er Song der Byrds) der englische Titel "Eight Miles High" verliehen wurde mit seiner attraktiven Hauptdarstellerin und deren sinister wirkenden Duettpartner. Anderseits bietet es auch einen Auftritt der mittlerweile sechzigjährigen "Original-Uschi", die szenisch beinahe unauffällig gegen ihr 33 Jahre jüngeres Filmpedant ausgetauscht wird.
Mit der Maxi-Single ist ein Ohren- und Augenschmaus gelungen, der die "Highlights" eines an sich enttäuschenden Films und seines ebenso insgesamt enttäuschenden Soundtracks bietet. Daher nicht als Trailer, sondern vielmehr als lasziver Extrakt einer voyeuristischen Welt und hedonistischen Lebensweise der späten 60er und frühen 70er zum empfehlen und mit 5 Amazonsternen zu bewerten.