Ich habe Rabih Abou-Khalil letztes Jahr bei seinem Konzert in der Dresdner Semperoper gesehen. Ich kannte vorher schon ein paar seiner früheren CDs, von denen "Sultan's Picnic" mein Favorit ist. Der Oud-Spieler Abou-Khalil lebt als Algerier in Deutschland und hat abwechselnd bei Jazz-Größen in Europa und traditionellen Musikern im arabischen Raum studiert. Genau so klingen seine CDs: Entspannter Jazz mit prächtigen arabischen Einflüssen. Was dabei herauskommt, klingt sehr edel und "The Sultan's Picnic" ist ein besonders exquisites Exemplar.
Was mich bei dem Konzert in der Semper-Oper auch beeindruckt hat, ist wie unprätentiös Abou-Khalil ist, wie komisch er seine Musiker vogestellt hat: Den Trompeter, glaub ich, stellte er als Italiener vor, den man in einer Pizzeria in Afghanisthan aufgelesen habe. Ein Italiener hätte sich dann alleine in der Band nicht wohlgefühlt, woraufhin man noch einen Busfahrer engagiert habe, der erstmal ein Instrument habe lernen müssen. Soviel Selbstironie macht Abou-Khalil zum wirklich großen Künstler.