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Buchbesprechung in Der Notarzt (Heft 9, 1993): "... Der Autor behandelt die Problematik mit hohem Verantwortungsgefühl auf dem Boden reicher Erfahrung. Durch Fallbeispiele und detaillierte Anleitungen wird das Buch aufgelockert und gut verständlich. Dem Notarzt, der einer Suizidsituation nicht unvorbereitet begegnen möchte, sei dieses Buch sehr empfohlen." H. Herbst (Frankfurt-Höchst)
Buchbesprechung zur 2. erw. Auflage 1996 in Fundamenta Psychiatrica: "Obgleich die Suizidliteratur in ihrer Menge kaum mehr überschaubar und erfaßbar ist, sind fundierte Beiträge über Behandlungsmöglichkeiten bei bei Suizidgefährdeten auch heute noch relativ selten. Der Psychologe und Psychotherapeut W. Dorrmann hat mit dem vorliegenden Buch, dessen 1. Auflage 1991 erschienen ist, zum Umgang mit Suizidalen einen bemerkenswerten Beitrag geleistet. Dieses Buch stellt die verschiedenen therapeutischen Interventionskonzepte bei Selbsttötungsabsichten dar und enthält darüber hinaus Konzepte, die der Autor aufgrund jahrelanger praktischer Erfahrung in der Therapie von Suizidalen entwickelt und erprobt hat. Das Buch ist für die Praxis geschrieben in der Absicht, Anregungen zu theraeutisch günstigem Verhalten für diese risikoreichen Situationen zu liefern.
Der Einstieg in die Thematik geschieht mit der Beschreihung der notwendigen persönlichen Voraussetzungen beim Therapeuten für die Arbeit mit Suizidalen wie der Bearbeitung eigener suizidaler Gedanken und einer selbstkritischen Auseinandersetzung mit Übertragungs- und Gegenübertragungssituationen. Im Kapitel "Diagnostik" befaßt sich der Autor ausführlich und sehr verantwortungsbewußt vor allem mit dem schwierigen Problem der Risikoeinschätzung, und im Hauptteil des Buches geht Dorrmann dann auf einzelne Behandlungsmöglichkeiten im Umgang mit Selbsttötungsabsichten ein. Dabei werden - der jeweiligen Situation angemessen - vorwiegend verhaltenstherapeutische Konzepte vorgestellt, aber auch psychodynamische und ethische Aspekte miteinbezogen. ein weiteres Kapitel ist den üblichen Fehlern und riskanten Interventionen in der Behandlung von Suizidalen gewidmet. Das Buch schließt mit einer Untersuchung zu den Ängsten von Psychotherapeuten bei ihrer Arbeit mit suizidalen Patienten. Hervorzuhebcn ist noch die formale Aufbereitung des Stoffes: Die übersichtliche Gliederung. die durch Fallbeispiele, strategische Anweisnungen, Fragebogen und Übungen unterstützte Didaktik sowie eine Ausdrucksweise, die dem Leser auch kompliziertere Behandlungsstrategien leicht verständlieh macht. Das Buch ist für Ärzte, Therapeuten und Helfer in Beratungsstellen, die mit suizidalen Menschen Vmgang haben, eine sehr hilfreiche Anleitung." Th. Moesler (Psychiatr. Univ. Klinik Erlangen):
Buchbesprechung in der Zeitschrift f. Transaktionsanalyse (Heft 1-2, 1993): "Mit Selbsttötungsabsichten von Klienten/Patienten ist jeder Professionelle im psychosozialen Feld irgendwann konfrontiert, in der ambulanten Praxis wahrscheinlich nicht sehr häufig, aber wenn, kommt es - ähnlich wie bei Autounfall - gerade dann darauf an, rasch und entschieden das Richtige zu tun. Dafür legt Wolfram Dorrmann ein überaus hilfreiches Buch vor, ein Buch aus der Erfahrung des Praktikers für die Praxis. Dorrmann beginnt mit der Bedeutung der eigenen Lebenseinstellung des Therapeuten für diese Arbeit (Teil 1) und behandelt in einem 2. Teil die diagnostische Abschätzung derSuizidalität. Teil 3, der ausführlichste Abschnitt, befaßt sich mit dem konkreten therapeutischeri Vorgehen beiSelbsttötungsabsichten. Zwei kürzere Abschnitte (Teil 4 und 5) besprechen mögliche Kunstfehler des Therapeuten und bringen Hinweise. "wenn es wirklich passiert ist". Schließlich, im Anhang, stellt der Verfasser noch wertvolles Material für die Arbeit mit Suizidgefährdeten zusammen. Dies ist überhaupt ein durchgehender Zug an seinem Buch: Er teilt freigebig aus. Ohne Angst, sich in die Karten gucken zu lassen, berichtet er aus seiner Praxis und stellt den Kolleginnen und Kollegen alles zur Verfügung, was er sich erarbeitet hat, und das ist eine ganze Menge. Er wertet die verschiedensten therapeutischen Ansätze aus: Psychoanalyse, Verhaltenstehrapie, Hypnotherapie, Familientherapie, Logotherapie. Auch die Transaktionsanalyse kommt zu ihrem Recht. Eine wichtige Arbeit von Fanita English und die Non-Suizid-Vertragsarbeit der Gouldings sowie die deutschen Veröffentlichungen von Karl Heinz Schuldt (DGTA) werden ausführlich und sorgfältig referiert- Es freut einen als Transaktionsanalytiker, bewußt gemacht zu bekommen, daß die Transaktionsanatyse eine der wenigen psychotherapeutischen Schulen ist, die sich ausdrücklich und praxisbezogen des Themas Suizid animmt. Andererseits ist es eine große Bereicherung aus anderen Ansätzen diagnostische und therapeutische Werkzeuge zu erhalten.
Der Autor bleibt bei seinen Ausführungen niemals wissenschaftlich-akademisch im Hintergrund, sondern ist in seinem persönlichen "Ethos" und "Pathos" immer präsent. Er scheut sich nicht, "ich" zu sagen und seine eigene Erfahrung und Überzeugung mitzuteilen. Und die ist, daß er - und damit steht er zentralen Grundüberzeugungen der Transaktionsanalyse nahe - eindeutig auf derSeite des Lebens steht. Das gibt ihm die Möglichkeit. immer wieder klar Position zu beziehen und eindeutige Richtlinien zu vermitteln. Bei allem, was er für die Arbeit vorschlägt, läßt er sich von der Überzeugung leiten, daß es in einem Menschen, der einem anderen gegenüber Selbstmordtendenzen äußert oder andeutet. einen Persönlichkeitsanteil geben muß, der nicht tot sein, sondern leben will. Diesen gilt es zu erreichen und sich mit ihm zu verbünden. Wie das gehen kann, zeigt der Autor in vielfältiger Weise im Hauptteil des Buches. Die Themen der einzelnen Abschnitte mögen davon einen Eindruck vermitteln: Beziehung herstellen - Zeit gewinnen - Verträge schließen - Konfrontieren - Arbeit mit Gefühlen - Brücken bauen - Deuten und Umdeuten - Arbeit mit Teilen der Persönlichkeit - Arbeit mit inneren Bildern und mit der Weltanschauung des Klienten - Verschreibung von Ritualen - Vermittlung unvereinbarer positiver Erfahrungen - Nutzung des sozialen Netzwerks- Das Prozeßmodell im Anhang vermittelt zudem eine konkrete Vorstellung davun, wie diese Schritte im therapeutischen Prozeß ineinandergreifen und aufeinander aufbauen können. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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