focus.de, Alben der Woche, 23.10.07, Henrik John Hohl
"Die Anti-Heidi Wer bei Jodelmusik an Gwen Stefani denkt, hat Erika Stucka noch nicht gehört. ?Suicidal Yodels? überschreitet nicht selten die Grenzen zum Wahnsinn.Lust auf die vielleicht großartigste musikalische Irritation seit Jahren? Erika Stucky ist dafür genau die Richtige! Das Schicksal brachte die US-Schweizerin im zarten Kindesalter aus Flower-Power San Francisco in ein Bergtal ins Wallis, und das Wissen um diesen biografischen Aspekt mag auch Stuckys herrlich verrückte Performance-Ästhetik erklären. Ihre neueste CD ?Suicidal Yodels? jedenfalls ist ein Album, das sich musikalisch durch eine unglaubliche Expertise auszeichnet und keinerlei Berührungsängste mit musikalischen Grenzerfahrungen zeigt. Stucky jodelt weitab vom Musikantenstadl-Geplärre, singt und jazzt den Blues und tanzt die wildeste Polka. Musik für Yogafans Mit ?Suicidal Yodels? gibt sich Stucky, wie der Titel schon verrät, unter anderem der hohen Kunst des Jodelns hin. Und was beim Laien vielleicht schmunzelndes Unbehagen auslöst, das bringt Stucky in einer abwechslungsreichen und perfekt gestalteten Form rüber. Ihr Stimme hat mehr Meditation als mancher Yogakurs, und wenn sie richtig loslegt, halten die Füße einfach nicht still: Multi-Kulti im allerbesten Sinne. Wer die Gelegenheit hat, die Künstlerin live auf ihrer Tour zu sehen, bitte ohne Zögern hingehen!"
Kieler Nachrichten, Almut Behl, 30.10.2007
"Jazz/World/Vocal heißt die Einordnung, aber eigentlich ist die Sängerin und Akkordeonistin Erika Stucky ein Gesamtkunstwerk. Derzeit ist die schöne Schweizerin mit ersten Kindheitsjahren im Flower-Power-San-Francisco neben Christian Zehnder und Noldi Alder im wunderbaren Film "Heimatklänge" von Stefan Schwietert zu bewundern, (Soundtrack: Traumton) dem alpenländischen Jodeln und Juchzern auf der innovativen, experimentellen Spur. Die witzige Wallis-Bewohnerin, in der internationalen Szene längst als eigenwillige Interpretin und Komponistin bekannt, ist mit 'Suicidal Yodels' zwischen Blues und Alpentradition auch Cowgirl heiliger Kühe wie Bob Dylan oder Willie Nelson, dessen 'Crazy' sie hinreißend huldigt. Stucky spielt wie ein weises Kind mit ihrer Stimme, bricht mit allen Erwartungen und berührt durch ihre oft schleppende, wühlende Musikalität zwischen Schwermut und Verschmitztheit."
Kurzbeschreibung
Preis der deutschen Schallplattenkritk, Bestenliste 1/2008 in der Kategorie "Grenzgänge"