Die Frage 'Wie soll ich leben?' ist wohl uralt. Denn der Mensch hat Alternativen und kann wählen. Zum Beispiel kann er sich um Luxus und Status bemühen, oder er kann sich für ein abgeschiedenes Dasein im Walde entscheiden. Was jedoch ist richtig ?,und bezüglich welcher Absicht? Wilhelm Schmid gibt darauf absichtlich keine Antwort.Für ihn ist Lebenskunst die aktive, reflektierte Lebensführung, bei der der Mensch, also das Subjekt der Lebenskunst, wie Schmid sich auszudrücken pflegt, über das Leben nachdenkt und bewusst handelt. Das weithin praktizierte Gegenteil ist das einfache Dahinleben, das sich- Treiben-lassen im Fluss der Gesellschaft. In sehr akademischer und trockener Sprache mit vielen Fremdwörtern, beschreibt Schmid, was Philosophen über Lebensführung dachten und welche Probleme bei einer aktiven, reflektierten Lebensweise zu bedenken sind, wie zum Beispiel der Umgang mit Wahlen,Schmerz,Lüsten,Leidenschaften u.s.w. Sein letztes Kapitel motiviert eine ökologische Lebenskunst. Für den, der Ausdauer im Lesen langatmiger Bücher hat, ist "Philosophie der Lebenskunst" ein Gewinn, nicht nur in Hinsicht der Vermehrung theoretischen Wissens, sondern auch als Fundgrube praktischer Ratschläge. Man muss sie nur finden.