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Suhrkamp Taschenbuch 47: Frost
 
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Suhrkamp Taschenbuch 47: Frost [Taschenbuch]

Thomas Bernhard
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 315 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 20 (1972)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518365479
  • ISBN-13: 978-3518365472
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 10,6 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 81.028 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Thomas Bernhard
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Frost
OA 1963 Form Roman Epoche Moderne
Gleich mit seinem ersten Roman Frost gelang Thomas Bernhard der literarische Durchbruch. Inhaltlich wie formal stellt er die Basis für seine weiteren Werke dar. So herrschen – wie bereits in seiner zuvor erschienenen Lyrik – die Themen Einsamkeit, Kälte, Finsternis und Tod vor; Charakterzüge der Hauptfigur sowie das erzählerische Grundmodell werden in folgenden Arbeiten weiterentwickelt und abgewandelt.
Inhalt: Ein Medizinstudent wird während seiner Famulatur in Schwarzach von einem Assis-tenzarzt beauftragt, dessen Bruder, den einstigen Kunstmaler Strauch, zu beobachten. Dieser lebt zurückgezogen in einem verkommenen Gasthaus des abgeschiedenen, düsteren Gebirgsdorfs Weng im Salzburger Land. Von seiner Umwelt wird der Außenseiter für verrückt gehalten. Er selbst wiederum lebt mit dem Gefühl permanenter Bedrohung, fürchtet sich vor dem Weiblichen und menschlichen Ansammlungen. Seine resig-native, depressive Weltsicht teilt er in ausufernden Monologen und Visionen dem Studenten mit, der zunehmend ergriffen wird von der selbstzerstörerischen Gedankenwelt Strauchs. Nach Schwarzach zurückgekehrt, erfährt der Student durch eine Zeitungsnotiz, dass Strauch verschwunden ist und eine Suchaktion wegen der Witterung abgebrochen werden musste.
Der pessimistischen Bewusstseinshaltung des Malers entspricht die Landschaftsschilderung: Statt Bergluft herrscht der Geruch von Fäulnis und Verwesung, der Himmel wird zur Hölle; als Folge des Weltkriegs und der fortschreitenden Technisierung stellt selbst die ländliche Provinz keine Idylle mehr da und so hat sich auch die herkömmliche Heimatliteratur verkehrt.
Aufbau: Der nicht näher charakterisierte Ich-Erzähler schreibt 27 Tage lang über seine Begegnungen und Gespräche mit dem Maler und berichtet davon in sechs Briefen an seinen Auftraggeber. Durch die direkte Wiedergabe der kaum enden wollenden Monologe des Malers dominiert die Perspektive Strauchs.
Der thematisierten Kälte gemäß ist die Sprache reduziert und karg. Die in den Monologen in einzelne, sich wiederholende Worte zerfallenden Sätze demonstrieren den allmählichen körperlichen und geistigen Verfall des Malers.
Wirkung: Neben größtenteils enthusiastischen Rezensionen erhielt Bernhard noch im Erscheinungsjahr einen ersten Literaturpreis für Frost; andere Auszeichnungen folgten, so 1964 der Julius-Campe-Preis und der Bremer Literaturpreis. Die Kritik war überwältigt von der neuen Sprache, der eigenwilligen Form und dem aufwühlenden Inhalt. M. Si.

Kurzbeschreibung

Ein Medizinstudent nimmt den Auftrag an, den Kunstmaler Strauch zu beobachten, der sich in das Gebirgsdorf Weng zurückgezogen hat. In seinen Aufzeichnungen hält er die Monologe und Visionen Strauchs fest, bis er entdeckt, daß diese Begegnung, die er bewältigen zu können glaubte, ihn selbst überwältigt.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
23 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Mit ungebremster Wucht 13. Oktober 2004
Format:Taschenbuch
Es ist kein Wunder, dass "Frost" -- wie eigentlich alle Frühwerke Bernhards -- seine Leser verstört: das Buch macht von der ersten bis zur letzten Seite nicht den Eindruck, überhaupt für Leser geschrieben zu sein. Es ist rauh, kantig, nervtötend ...

Und genau darum ist es so überzeugend. Wir schließen hier nicht nur Bekanntschaft mit dem durch und durch verbitterten Maler Strauch, sondern begegnen vor allem einem ungeschminkten Thomas Bernhard.

Gerade weil "Frost" noch weit entfernt ist von dem eher humoristisch geprägten Stilmanierismus späterer Werke, trifft die zelebrierte Weltverachtung den Leser mit ungebremster Wucht.

Die Finsternis mit Finsternis abtöten, wie der Maler Strauch es nennt -- ein heilloses Unterfangen, dem Bernhard sich in "Frost" hingibt, wie kaum jemals wieder. Das zaubert dem Leser kein Schmunzeln ins Gesicht, sondern schnürt ihm buchstäblich die Kehle zu. Hier wird Literatur zum Sturz in den Abgrund des Wirklichen. Was könnte man Besseres über ein Buch sagen?

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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
In Thomas Bernhards radikalem Romandebüt werden die österreichischen Alpen nicht als beschauliche Idylle besungen, sondern als Hölle auf Erden. Ein Student wird in ein vereistes Bergdorf geschickt, um einen Maler zu beobachten. Wie sich herausstellt, ist der Mann schwer depressiv und von einem morbiden Zorn auf die Welt getrieben: Die Bauern im Dorf hält er für vom Schwachsinn gezeichnete Schnapsnasen, Österreich nach dem Krieg für ein gespenstisches Leichenfeld, die Künstler des Landes für lächerliche Dilettanten. Der Maler leidet an der Eiseskälte seiner Gedanken, die sich in düsteren Monologen entladen und sich zu einem obsessiven Abgesang auf das eigene Leben und die Welt als Ganzes steigern. Für den Studenten, aus dessen Protokollen das Buch besteht, sind die Tiraden des Malers schließlich unerträglich. Wie in keinem seiner späteren Werke hält Bernhard in "Frost" seinen Humor zurück und blendet jeden Hoffnungsschimmer aus. Bei der Veröffentlichung 1963 schockierte das handlungsarme, abgründige Buch mit seinem Pessimismus, und auch heute ist der radikale Roman wohl in erster Linie für hartgesottene Bernhard-Fans verdaulich.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Th. Leibfried TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Nach „Auslöschung", dem prosaischen Spätwerk Bernhards, las ich nun beinahe im direkten Anschluss seinen ersten Roman „Frost". Im Jahr 1963 veröffentlicht, schrieb Bernhard diesen Roman im Alter von wenig mehr als dreißig Jahren. Wut, Aggression, sowie Negativität im Text auf der einen Seite und Lebensalter des Verfassers andererseits sind schwer zusammen zu bringen.

Doch gegen wen oder was richtet sich diese Wut, diese Ausweglosigkeit, dieses Trostlose? Wenn in „Holzfällen" die Kulturszene an sich und speziell die österreichische angegriffen wird, und in „Auslöschung" Österreich als Ganzes, der Katholizismus und der Nationalsozialismus, so richten sich in „Frost" Bernhards Aggressionen gegen die Welt, gegen das Leben an sich. Er benutzt Worte wie Ekel und Erregung wieder und wieder. So schreibt ein Mensch, der am Leben, an seinen Mitmenschen, an der Welt als Ganzem keine Freude findet, keine Lichtblicke sieht, keine Hoffnungen entdeckt. So schreibt ein Mensch, der am eigenen Leben nicht hängt.

„Frost" hat bereits eine ungeheure sprachliche Kraft, die sich weitestgehend in der Schilderung respektive der Wiedergabe der ausgesprochenen Gedanken des beobachteten Malers Strauch, aber auch, zum kleineren Teil, der Gedanken des Ich-Erzählers erschöpft. Die Figuren in diesem Roman sind, abgesehen vom Maler Strauch und seinem Bruder, dem Assistenten Strauch, dem nicht auftretenden Auftraggeber des Erzählers, namenlos. Die Wirtin, der Wasenmeister, der Ingenieur, der Holzzieher, der Polizist, der Briefträger: Namen bekommen Bernhards Figuren nicht. Folge ist, dass sie einem fern, fremd bleiben. Man nimmt nicht Anteil an ihrem Sein, an ihrem Schicksal, man bleibt auf Distanz. Das ist von Thomas Bernhard gewollt. Er möchte seinen Groll, seine Entrüstung in den Mittelpunkt stellen, nicht irgendwelche beliebigen Figuren.

Bernhard prägt bereits in „Frost" seinen ihn berühmt machenden Stil, diese sich im Kreis drehende, sich wiederholende Prosa. Dieser Roman ist etwas für geübte Bernhard-Leser, für den Einstieg sollte man beispielsweise „Holzfällen" wählen. Allerdings sei eines gesagt: Ein leichtes Bernhard-Werk gibt es nicht.

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Am 12. April 1999 veröffentlicht
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