Der Autor befasst sich in diesem Buch vor allem mit substanzungebundenen Abhängigkeiten, die er völlig unkritisch als "Sucht" bezeichnet. Neben der Spielsucht, Esssucht, Kaufsucht, Arbeitssucht und Sexsucht bezeichnet er wie selbstverständlich auch bestimmte Formen des Diebstahls, Esoterik und der Internetnutzung als süchtig. Außerdem geht er auf Hypochondrie, das Münchhausen-Syndrom, Autoaggression, bis hin zur Transsexualität ein, wobei die Frage gestattet sei, ob Gross damit nicht ein wenig vom Thema "Sucht" abdriftet.
Das Buch ist populärwissenschaftlich geschrieben und bietet nur wenig Erkenntniszugewinn; vielmehr scheint man sich hier auf den Sensationscharakter bestimmter Störungen zu verlassen, was auch die Formulierung der Überschrift "Der Körper als Suchtpartner: Von Hypochondern, Operationsfreaks, Schnipplern und Amputationspersönlichkeiten" sehr schön demonstriert.
Ich habe angesichts der Tätigkeit des Autors als klinischer Psychologe mehr Fachlich- und Sachlichkeit und vor allem mehr Tiefgründigkeit erwartet. Vielmehr kann man von Gross auch das Buch "Hinter jeder Sucht ist eine Sehnsucht" erwerben, dass zu 80% inhaltlich identisch und ähnlich oberflächlich ist.
Insgesamt also enttäuschend.