Kundenrezensionen

9
4,0 von 5 Sternen
Sucht mein Angesicht
Format: TaschenbuchÄndern
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25 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. Juni 2005
Ich glaube, daß John Updike beim Schreiben dieses Buches seiner eigenen Leidenschaft für Kunst nachgegangen ist, und dabei gelang ihm etwas, das bei den meisten Schriftstellern sonst regelmäßig schiefgeht: Eine ganze Epoche von Kunstströmungen in Aussagen, Arbeitsweisen, Zeitgeist und Philosophie wahrhaftig und stimmig einzufangen. Diese Qualität des Romans wissen vor allem Leser zu schätzen, die sich für moderne Kunst interessieren. Ich möchte das Buch daher denjenigenen empfehlen, die sich bereits ein wenig mit Modern Art beschäftigt haben und besonders allen Kunststudenten.
John Updike hat selbst Kunst studiert und kennt sich in der Materie bestens aus. Seine Aussagen über die amerikanischen Kunstströmungen der vierziger bis siebziger Jahre, die Galerieszene, den Kunstmarkt und die Arbeitsweise in den Ateliers sind daher unglaublich authentisch. Updike hat in diesem Roman das Panorama und die innere Wahrheit der amerikanischen Abstract Art, Fluxus, Pop Art und Minimal Art mitsamt dem Zeitgeist dieser Kunstströmungen wiedergegeben und zusätzlich einzelnen Persönlichkeiten einfühlsam nachgespürt. Ein großes Vergnügen bereitete es mir, die verschlüsselten Protagonisten anhand ihrer im Buch beschriebenen Werke wiederzuerkennen, wie z. B. den Künstler Zack als Jackson Pollock oder Guy, diese Mischung aus Roy Lichtenstein, Jasper Johns und Andy Warhol. Auch Willem de Kooning, Jim Dine, Allan d'Arcangelo, und James Rosenquist tauchen auf und einige berühmte Galeristen. Daher werde ich das Buch zwischen die Kunstbände und Kunstlexika stellen, obwohl es ein Roman ist.
Doch das ist noch nicht alles, was dieses reichhaltige Buch so bemerkenswert macht. Die Geschichte der Kunst ist eingebettet in ein extrem bescheidenes und daher besonders anspruchsvolles Gesamtkonzept: Die Rahmenhandlung spielt an nur einem einzigen Tag an einem einzigen Ort und es gibt darin nur zwei Frauen, die sich miteinander unterhalten: Die 80-jährige Künstlerin Hope Chafetz wird an einem Vorfrühlingstag des Jahres 2002 in ihrem Wohnsitz in Vermont von der jungen kunstbegeisterten Kathryn D'Angelo interviewt.
Es ist unglaublich, wie gekonnt Updike aus dieser sparsamen Ausgangsposition ein farbiges, vielfältiges und in die Tiefe gehendes amerikanisches Universum erschafft. Präzise wiedergegebene Alltagsgegenstände, eindringliche Landschaftsbeschreibungen, Wetterschilderungen, großartige Dialoge, Monologe und Erinnerungen bilden eine dichte Atmosphäre. Eine Reihe bunter Charaktere, mehrere Familiengeschichten, Liebschaften, Ehen und Beziehungen, der Wandel des Zeitgeistes, Generationenkonflikte. All das ist mit einer Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit verflochten zu einem glaubwürdigen Roman, bei dem niemals etwas Künstliches, Konstruiertes oder Gewolltes spürbar wird. Ja, es ist sogar ein spannendes Buch, denn ich wollte immer wissen, wie es ausgeht. Und tatsächlich schafft Updike auch noch einen überraschenden und poetischen Schluß für sein Buch, von dem man doch die ganze Zeit weiß, daß es eigentlich kein Ende haben kann...
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Kathryn (um die 30, aus New York) und Hope Chafetz (knapp 80, Ehefrau von zwei inzwischen verstorbenen, hochberühmten Malern der Moderne, auch selbst Malerin) sitzen für ein Interview einen ganzen Tag lang im Haus der alten Frau in Vermont zusammen. Die Grundsituation im Buch ist eingeschränkt und künstlich arrangiert und führt nicht nur bei der alten Frau, sondern auch beim Leser zu gelegentlichen Ermüdungserscheinungen. Die Jüngere als Interviewerin rollt mit ihren Fragen das Leben der Älteren und Berühmten auf, so dass diese reichlich Gelegenheit bekommt, das Wesen der Malerei ihres ersten und zweiten Mannes (und auch ein wenig von ihr selbst) tiefgründig zu erläutern und im Gespräch mit der anderen zu erproben. In ihrem ersten Mann erkennt man Jackson Pollock, im zweiten ein Konglomerat aus verschiedenen Pop-Künstlern (Andy Warhol plus Roy Lichtenstein mit weiteren Zügen von Jasper Johns und Robert Rauschenberg). Updike, der eine besondere Nähe zur bildenden Kunst hat, hat gründlich recherchiert, so dass man eine hochinteressante, dichterisch visionäre Vergegenwärtigung der beiden Maler und ihrer epochemachenden Kunst bekommt. Kurz zum Titel: Es handelt sich um ein Wort aus Psalm 27 - nach der Meinung von Hope (und sicherlich Updike) haben die großen abstrakten und Pop-Art-Künstler nichts anderes getan, als was die großen Maler aller Zeiten getan haben: nach dem Angesicht Gottes im Vergänglichen gesucht.

Darüber hinaus zeigen sich die persönlichen Unterschiede und die Unterschiede in der Mentalität der beiden Frauen, Unterschiede, die auch gleichzeitig altersbedingt und Ausdruck des veränderten Zeitgeistes sind. Man erlebt das Ganze aus der Perspektive der alten Frau. Sie antwortet auf die Fragen, formuliert, schweift ab, vor ihrem inneren Auge erlebt sie immer wieder Szenen aus ihrer Vergangenheit. Sie macht sich Gedanken nicht nur über die Malerei und den Wandel der Zeiten, sondern auch über ihr Leben und das ihrer ehrgeizig-verklemmten Interviewerin, die ihr mehr als einmal auf die Nerven geht.

Man kann in diesem Alterswerk Updikes faszinierende Anverwandlung an die Sichtweise einer Frau nachverfolgen. Das ist umso erstaunlicher, als er normaler Weise auf die männliche Perspektive und Sexualität fixiert ist. Allerdings, so muss man sagen, ist es die Sichtweise einer Frau, die die männliche Sichtweise nicht in Frage stellt, sondern sogar über sich stellt. Wie immer, indem Updike einige Jahre vor seinem Tod seine gesamte Kunst- und Lebenserfahrung in der Darstellung der alt gewordenen Hope Chafetz zum Ausdruck bringt, kann man sich der Intensität dieser Darstellung kaum entziehen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
VINE-PRODUKTTESTERam 26. Oktober 2010
Hope, eine berühmte Malerin, steht mit 78 Jahren am Ende ihres Lebens. Sie erhält Besuch von einer jungen Journalistin. Während eines einen ganzen Tag andauernden Interviews erzählt sie ihr Leben, was sich als eine Art Parforceritt durch die US-amerikanische moderne Kunstgeschichte in Gestalt eines Schlüsselromans darstellt. Denn Hope war mit zwei berühmten Malern und einem Kunstsammler verheiratet: Der erste, Zack, ist Jackson Pollock nachempfunden. Guy, ihr zweiter Mann, ist eine Mischung der Pop-Artisten, also Lichtenstein, Warhol, Oldenburg, Kienholz usw. Auch Hope selbst ist eine Mixtur aus zwei realen Personen: Sie sieht genauso aus wie die Ehefrau Jackson Pollocks. Geht man vom Stil ihrer Bilder aus, handelt es sich bei ihr um die Malerin Agnes Martin. Natürlich geht es in diesem Roman nicht nur um Kunst und Kunsttheorien, sondern auch um die Probleme einer weiblichen Künstlerin, sich in der Macho-Kunst-Szene der 40ger und 50ger Jahre zu behaupten, um die Schwierigkeiten ein Leben an der Seite eines Alkoholikers (Zack) zu führen, um das gestörte Verhältnis von Hope zu ihren Kindern aus der Ehe mit Guy und um die eigentümliche Spannung, die sich im Laufe des Tages zwischen der jungen Journalistin und der alten Malerin auf- und abbaut.
WIE IST ES GEMACHT?
Updike ist ein brillanter Beschreiber und ein genialer Stilist - so auch in diesem Buch: Es ist schon über weite Strecken fantastisch, wie es ihm gelingt, sehr überzeugend diese ganze Lebensgeschichte aus der Perspektive einer alten Frau zu entwickeln. Auch die agressive Impertinenz, mit der die Junge sie befragt, ist gut getroffen. Allerdings ist diese weibliche Sicht nicht immer überzeugend durchgehalten - hin und wieder geht der alte Adam mit Updike durch. So wenn Hope sehr detailverleibt den Toilettengang ihrer Besucherin in Gedanken mit verfolgt. Auch die Neigung zu überbordenden Beschreibungen (vgl.den ersten Satz!) ermüdet zum Teil.
WER IST DER AUTOR?
Updike, 1932 geboren, zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen amerikanischen Schriftstellern. Berühmt wurde er durch seine Rabit-Romane. Ein ganz hervorragender neuerer Roman: "Der Terrorist", sicherlich eine der gelungendsten Auseinandersetzungen mit dem 9/11 Trauma der USA. Studiert hat er in London an der Ruskin School of Drawing and Fine Arts - so kehrt er mit dem Thema dieses Romans zu einer alten Jugendleidenschaft zurück.
DER ERSTE SATZ:
"Zu Beginn", sagt die junge Frau, die schmal, schwarz gekleidet, klappmessergleich auf der Kante des Sessels mit dem ausgeblichenen groben Schottenkarobezug und den breiten Armlehnen aus orangerötlich lasierter Eiche kauert, diesem Sessel, den Hope schon gekannt hat, als er noch im Sonnenzimmer in Germantown stand und ihr Großvater darin saß und die Zeitung las, den Kopf zurückgelehnt, um besser durch die unteren Hälften seiner dicken Zweistärkengläser sehen zu können, siebzig, nein, über siebzig Jahre ist das jetzt her, "möchte ich Ihnen etwas vorlesen, das Sie 1996 im Katalog zu Ihrer letzten Ausstellung geschrieben haben."
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 15. November 2011
Updike lässt in seinem Roman "Sucht mein Angesicht" eine große alte Dame der US-amerikanischen Malereiszene in einem Interview zu Wort kommen. Sie erzählt ihre Lebensgeschichte und zeichnet dabei ein Bild von den berühmten Malern der USA im 20. Jahrhundert.

Das Buch ist hochinteressant für alle, die sich mit Kunstgeschichte oder der US-amerikanischen Gesellschaft beschäftigen. Allerdings muss man sehr viel über die US-amerikanische Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts wissen, um der Erzählung folgen zu können.

Leider habe ich hier erhebliche Defizite und konnte so das Buch, trotz meisterhafter Feder, nur halb genießen.

Rowohlt Verlag 2005
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am 11. Januar 2015
auf langen Autobahnfahrten höre ich zunehmend Hörbücher, da die etwas qualitätsvolleren Sender z.B. aus Bayern häufig weiter im Norden nicht zu hören sind. Zudem wollte ich mal etwas von Updike kennenlernen. Es hat sich gelohnt. Er schreibt anonymisiert z.B. über Andy Warhol bzw. seine Partnerin. Zunächst hat man den Eindruck, daß er etwas von moderner Kunst versteht und das Verhalten der Nachkriegs-Künstler-Generation kennt und überzeugend beschreibt. Seine lebendige Ausdrucksweise und Kenntnis des persönlichen realen Verhaltens dieser Gruppe Künstler und ihrer Umgebung überzeugt. Besonders gefallen mir kleine Details, sauber analysiert und mit wenigen Worten treffend beschrieben.
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7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. Februar 2005
Dies ist das Buch des Monats - wenn nicht mehr! Amüsant, witzig und geistreich. "Dies ist ein Roman. Was darin vorkommt, ist nicht unbedingt wahr" schreibt Updike augenzwinkernd in seiner Einleitung, obwohl Kenner der amerikanischen Kunstszene manche bekannte Persönlichkeiten - z.B. Jackson Pollock - wiedererkennen. Im Buch ist es ein fesselndes Gespräch zweier Frauen. Kathryn, eine junge Kunsthistorikerin interviewt die 79-jährige Hope, eine Malerin und vor allem die Ehefrau zweier sehr berühmter Künstler.
So ist Updike, der einmal selbst Kunst studiert hat, ein schillernder Roman über die amerikanische Kunstszene der letzten Jahrzehnte gelungen, bei dem sich beim Leser immer wieder ein Schmunzeln einstellen kann.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. April 2008
Dieser Roman ist etwas für Jackson Pollack-Fans. Hinter der Figur des Malers Zack verbirgt sich zweifellos dessen Biographie. Und genau hier legt sich John Updike Fesseln an. Seine poetische Seite muss sich an Vorgegebenem orientieren und gewinnt der historischen Figur nicht allzu viel Unbekanntes ab. Wer nicht gerne Biographien liest und sich für Pollack interessiert, ist in dem Roman sicher gut aufgehoben, vorausgesetzt man mag das spartanische Konstrukt einer Frage-Antwort-Handlung. Eingefleischte Updike-Fans dürfte jener updikesche Ton fehlen, der sich frei entwickeln kann und sich nicht an etwas Vorgegebenes halten muss.
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10 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Der neue Roman von John Updike findet unter Literaturkritikern auch deshalb so viel Beachtung, weil der amerikanische Autor als Anwärter auf den Nobelpreis gehandelt wird. Und nicht wenige Berufskritiker sind der Meinung, mit diesem Roman habe er sich den Sieg verspielt. Zwar bin auch ich der Meinung, Philip Roth hätte die Auszeichnung eher verdient, aber so schlecht finde ich nun Updikes Buch auch wieder nicht.
Der Inhalt: Amerikanische Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts in literarischer Form. Updike versteht viel vom Thema und vom Schreiben, sehr viel sogar. Aber er bringt es irgendwie doch nicht auf die Reihe. Die Gestalten sind überraschend farblos oder atomisiert und nur selten völlig präsent. Das Einlesen erforder Geduld und Sachkenntnisse, die vielen Aspekte der Kunst schwirren lose in der Luft.
Der Gewinn: Trotz der Vorbehalte lohnt sich die Lektüre. Denn wie Updike Beziehungsgeflechte schildert, auseinandernimmt und neu zusammensetzt, macht verständlich, weshalb ihn dieses Buch noch längst nicht von der Warteliste streicht.
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12 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. Januar 2005
John Updike ist ein in mehrfacher Hinsicht schwer zu beurteilender Schriftsteller. Selbst für hochprominente Literaturkritiker wie z. B. Herrn Marcel Reich-Ranicki ist der US-Autor vor allem mit seinen Kurzgeschichten und Erzählungen eher ein Meister des kleinen Formats (wenn gleich ich persönlich kein Liebhaber von short stories bin). Als Romancier entfacht John Updike nicht immer Begeisterungsstürme. Auch ich stelle fest, dass Updike in seinen Romanen eine sehr unterschiedliche schriftstellerische Qualität zeigt. Immerhin aber zähle ich „Gott und die Wilmonts" des gleichen Autors eindeutig zu den großen amerikanischen Romanen der letzten 15 Jahre. Sein neuer Roman „Sucht mein Angesicht" hingegen zählt für mich definitiv nicht zu den Meisterwerken von Updike. Die Geschichte des amerikanischen Kunst- und Malbetriebs der letzten Jahrzehnte - erzählt in Form eines Interviews mit der Malerin und Künstlergattin Hope - liest sich seltsam schwerfällig. Updike ist ein Freund der Details. Problematisch ist die Brücke zwischen Fiktion und Realität grundsätzlich; ergänzt durch die Frage: Roman oder Fachbuch?. Dies wird in dem hier besprochenen Buch besonders daran deutlich, dass man bei den zahlreich auftretenden Malern und Künstlern tatsächlich noch lebende oder schon tote Kunstschaffende zu entdecken glaubt, andererseits diese aber nach Belieben von John Updike in der Beschreibung der Charaktere und im künstlerischen Schaffen vermischt werden. Gleichzeitig will der Autor auch möglichst detaillierte Beschreibungen der verschiedenen Kunststile abgeben (und man merkt: hier ist er kein Fachmann). Das Buch schwankt hin und her. Soll die amerikanische Kunstgeschichte den Hintergrund bilden für die individuelle und fiktive Lebens- und Liebesbiographie einer Frau oder ganz im Gegenteil anhand eines einzelnen Lebenslaufes die US-Kunstwelt real beschreiben. Am Ende bleibt ein zutiefst unbefriedigender Eindruck zurück. Geglückt immerhin aber die Beschreibung der eigentlichen Interviewsituation zwischen der Hauptakteurin Hope und der jungen Journalistin Kathryn. Der Rest aber leider wenig aufregend. John Updike - seit Jahren auf der "Warteliste" - hätte (wie auch Philip Roth) den Literaturnobelpreis durchaus verdient. Aber mit diesem seinem neuen Roman hat er seine Chancen wohl nicht verbessern können.
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