oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
oder
Mit kostenloser Probeteilnahme bei Amazon Prime. Melden Sie sich während des Bestellvorgangs an. Erfahren Sie mehr
Alle Angebote
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
oder
gegen einen Amazon.de Gutschein über EUR 0,25 eintauschen?
Sucht mein Angesicht
 
Größeres Bild
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Sucht mein Angesicht [Gebundene Ausgabe]

John Updike , Maria Carlsson
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 19,90 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
Auf Lager.
Verkauf und Versand durch Amazon.de. Geschenkverpackung verfügbar.
Nur noch 1 Stück auf Lager - jetzt bestellen.
Lieferung bis Montag, 4. Juni: Wählen Sie an der Kasse Morning-Express. Siehe Details.
‹  Zurück zur Artikelübersicht

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Sucht mein Angesicht mutet an wie ein Buch über die Kunst des Zwanzigsten Jahrhunderts -- zunächst. Der Roman erzählt vom Leben der Malerin Hope, "Fußnote" in der Geschichte ihrer Männer. Da ist der Macho Zack (er malt in großen "Spritzern"), der bisexuelle Guy (schlaffe "Tröpfeleien") und Jerry, der farblose Gallerist.

Kathryn, die junge hübsche "New Yorker Besserwisserin", stellt ihr Aufnahmegerät an und interviewt Hope -- damit beginnt der Roman. Er hört damit auf, dass Kathryn am Ende des gleichen Tages nach Hause fährt. Das Interview deckt die Spanne eines halben Jahrhunderts ab. Dieser Wechsel zwischen erzählter, überbordender Geschichte und unmittelbarem, intensivem Erleben des Augenblicks (Hopes "Beziehung" zur jungen Kathryn) macht das Buch wunderbar lebendig.

Für den Laien (wie den Rezensenten) startet der Roman allerdings mit einer Durststrecke: Die seitenlangen Auslassungen über Kunst erfordern etwas Durchhaltevermögen. (Nur der Profi entdeckt in der Figur Zack den Maler Jackson Pollock und in Guy eine Melange diverser Pop-Art-Größen, darunter Andy Warhol.) Doch das Lesen wird belohnt. Bei aller Liebe Updikes für die Kunst der Zeit, in der er aufgewachsen ist, macht er bald deutlich: Dahinter steckt immer ein Mensch! Dieses Menschengeflecht (Hope, ihre drei Ehemänner, die Kinder und nicht zuletzt die Interviewerin Kathryn) ist das Herzstück, die Lebensader dieses virtuosen Romans, der Sehnsüchte, Liebe und Enttäuschungen wie ein gelungenes Bild unmittelbar fühlbar macht.

Sucht mein Angesicht hat alle Zutaten, die einen guten Updike ausmachen: Sinn und Sinnlichkeit, Mann und Frau, Lieben und Leben, Erfüllung und die immerwährende Suche danach. Eins kann ohne das andere nicht sein -- das macht unser Leben so spannend, und das macht Updikes Bücher so lesenwert.

Ein wichtiger Punkt zum Schluss: Sucht mein Angesicht ist hervorragend übersetzt. Wunderbar lesbar, mit einem guten Gespür sowohl für Sprache als auch für Updikes Intentionen verleiht Maria Carlsson dem Roman die angemessene Leichtigkeit und Gewichtigkeit, die er verdient. --Dirk Ruschepaul

Amazon.de Hörbuch-Rezension

Der 20. Roman John Updikes ist für seine Fans wohl etwas gewöhnungsbedürftig. Versucht sich der gefeierte Chronist des Amerikanischen Mittelstands doch hier an einem Schlüsselroman über die Nachkriegskunst in den USA -- von Jackson Pollock bis Andy Warhol. Erzählt wird die Geschichte von der über 70jährigen Malerin Hope, die sich in der Kunstszene tummelte und mit einigen berühmten Malern liiert war. Ein langes Interview mit der jungen Journalistin Kathryn ist Gelegenheit, all die vergangenen Jahre noch einmal ins Gedächtnis zu rufen. Gleichzeitig wird die Geschichte geprägt von der angespannten Interviewatmosphäre zwischen den beiden Frauen aus so unterschiedlichen Generationen.

„Ein sonderbares Buch, ein merkwürdiges Buch“, sagt John Updike im Interview, das im Booklet des Hörbuchs abgedruckt ist. „Der Roman ist Drip-Literatur. Hope verbindet einen Gedanken mit dem anderen, ein Bild mit dem nächsten“. „Drip-Literatur“ im Sinne von Jackson Pollocks Drip-Paintings ist der Text zwar nicht, denn Updike ist zu sehr Perfektionist, um dem Zufall zuviel Raum zu geben. Aber dass man auch mit Worten Malen kann, beweist der Text immer wieder mit impressionistischen Passagen. Kammerspiel, Frauenporträt, Kunstgeschichte -- als das gelingt Updike, der in jungen Jahren selbst Kunst studierte und viel zeichnete, bevor es ihn endgültig zur Literatur zog.

Eigentlich schade, dass nicht schon aus früheren Updike-Romanen Hörbücher wurden. Denn Sucht mein Angesicht ist sicher nicht sein bestes Buch. Dass das Hörvergnügen dennoch ein beträchtliches ist, liegt nicht zuletzt an Nina Petri, einer der besten deutschsprachigen Schauspielerinnen, die genau den richtigen Ton triff für den intimen, unspektakulären Text und diese zwei Frauen, die sich für einen Tag in einem alten Haus in Vermont begegnen.

Spieldauer: ca. 720 Minuten, 9 CDs, gekürzte Fassung --Christian Stahl -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Ein Tag im Leben von Hope Chafetz, ein Tag "voller Worte und einem bisschen Regen" - die Malerin und Witwe berühmter Maler wird von der jungen Kunsthistorikerin Kathryn interviewt. In den vierziger Jahren, als moderne Kunst aus Picasso, Matisse und den Surrealisten bestand, kommt Hope nach New York und landet in jener unbotmäßigen Clique, die einmal der Kern des Abstrakten Expressionismus sein wird. Sie heiratet Zack (eine Jackson Pollock- Figur) und ist nach seinem tödlichen Autounfall in der Rolle der Witwe des Genies nicht glücklich wenngleich sehr effektiv. Dann heiratet sie Guy, das Wunderkind der Pop Art, als öffentliche Figur umstritten, privat ein wunderbarer Mann und Vater, bis er sich eines Tages unter Tränen von ihr verabschiedet - er hat eine andere gefunden, eine Pferdepflegerin. Hopes dritte Ehe mit einem reichen Sammler ist endlich unkompliziert; sie malt wieder intensiv, kleine Formate in subtilen Abstufungen von Grau. Hope und Kathryn wechseln ihre Rollen, sind bald Mutter und Tochter, bald Therapeutin und Patientin, bald Jägerin und Beute.

Über den Autor

Geboren am 18.03.1932 in der Kleinstadt Shillington, Pennsylvania, als einziges Kind des Sekundarschullehrers und Diakon Wesley Russel Updike und dessen Frau Linda Grace Hoyer. Kindheit in materieller Bedrücktheit. Schulbesuch weiterhin in Shillington. 1950 Stipendium zum Studium am Harvard College, Hauptfach Anglistik; Abschluss des Untergraduiertenstudiums 1954 mit summa cum laude. Er heiratete 1953 die Kunststudentin Mary Entwistle Pennington, mit der er nach Abschluss des Studiums ein Jahr an die Ruskin School of Drawing and Fine Art in Oxford, England, ging. Nach Rückkehr in die USA von 1955-1957 fest angestellt beim Magazin «The New Yorker». Danach verfasste er als freier Mitarbeiter Kurzgeschichten und einflussreiche literarische Kritiken. 1957 Umzug nach Ipswich im neuenglischen Massachusetts. 1964 Vortragsreisen durch die UdSSR, Rumänien, Bulgarien und die Tschechoslowakei. Seit 1964 ist Updike Mitglied des National Institute of Arts and Letters. 1973 Fulbright-Lektor in Afrika. 1976 Mitglied der American Academy of Arts and Letters. Auszeichnungen: Guggenheim Fellowship in Poetry für «The Carpendered Hen and Other Tame Creatures» (1959); Rosenthal Foundation Award des National Institute of Arts and Letters für «Das Fest am Abend» (1960); Pulitzer Price for Fiction für «Bessere Verhältnisse» (1982); Lincoln Literary Award (1983); Distinguished Pennsylvania Artist Award (1983); National Book Critics Circle Award for Criticism für «Amerikaner und andere Menschen» (1984); St. Louis Literary Award (1988); Bobst Award for Fiction (1988); National Medal of Arts (1989); Premio Scanno (1991); O'Henry Award für «A Sandstone Farmhouse» aus «The Afterlife and Other Stories» (1991); Common Wealth Award (1993); Conch Republic Prize for Literature (1993) Commandeur de l'ordre des arts et des lettres (1995); The Howells Medal from the Academy of Arts and Letters (1995). John Updike starb am 27. Januar 2009 in Massachusetts. Sein gesamtes Werk ist auf Deutsch im Rowohlt Verlag und im Rowohlt Taschenbuch Verlag erschienen.

Auszug aus Sucht mein Angesicht von John Updike, Maria Carlsson. Copyright © 2005. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

"Zu Beginn", sagt die junge Frau, die schmal, schwarz gekleidet, klappmessergleich auf der Kante des Sessels mit dem ausgeblichenen groben Schottenkaroschonbezug und den breiten Armlehnen aus orangerötlich lasierter Eiche kauert, diesem Sessel, den Hope schon gekannt hatte, als er noch im Sonnenzimmer in Germantown stand und ihr Großvater darin saß und die Zeitung las, den Kopf zurückgelehnt, um besser durch die unteren Hälften seiner dicken Zweistärkengläser sehen zu können, siebzig, nein, über siebzig Jahre ist da jetzt her, "möchte ich Ihnen etwas vorlesen, das Sie 1996 im Katalog zu Ihrer letzten Ausstellung geschrieben haben."
Als Kind hatte Hope sich manchmal in den Sessel gesetzt, um herauszufinden, wie es wohl ist, ein Erwachsener zu sein: sie hat ihre kleinen runden Ellbogen auf die breiten Lehnen gestützt und ihre Finger, mit den Fettringen zwischen den Gelenken, über dem Dübel gespreizt, der in die sanft gerundete Lehne eingelassen war, eine Art Münze aus Holz mit einem hellen Streifen darin, dem breiten Ende des Keils, der den Dübel straff hielt. Die Sessellehnen waren zu weit auseinander für sie gewesen, sie konnte immer nur einen Ellbogen und eine Hand aufstützen. Wie alt mag sie gewesen sein - fünf, sechs. Selbst als der Sessel neu war, in den Zwanzigern oder noch davor, war er ein unansehnliches Ding gewesen, ohne Chic, ein Möbel für den Sommer, das vor sich hin dörrte im Sonnenzimmer mit den vielen Fenstern und dem Philodendron und dem runden schiefen Bodenkissen, das wie eine Torte aussah: die Oberseite war in lange dreieckige Stücke aus verschiedenfarbigem Leder eingeteilt....

..."Peggy Guggenheim?"; Kathryns Stimme bekommt eine begierige kleine Spitze, wenn ein Name fällt, ein skandalträchtiger berühmter alter Name; Hope findet das ziemlich enttäuschend, diese Anfälligkeit für Prominenz. Sie hätte Kathryn mehr von dem je-m´en-foutisme gewünscht, zu dem sie selbst es in diesem zarten Alter gebracht zu haben meint. Bevor sie so weit war, hat sie Berühmtheit für vulgär gehalten und für einen Affront gegen das Proletariat, dessen anomyme Diktatur in Kraft treten würde, sobald der Krieg mit den Plutokraten und Fürsten aufgeräumt hätte. Würde er auch mit den Filmstars aufräumen? Sie waren das, was dem Proletariat wirklich wichtig zu sein schien; sie hingen über der vom Krieg verdürsteten Nation wie silbrige kleine Luftschiffe. "Ich glaube. So genau weiß ich es nicht mehr, wessen Mamorkamin es war, mit Sicherheit gab es mehr als einen, in den Zack gepinkelt hat. Er war zum Erbarmen, wenn er betrunken war. Er kam mit Alkohol nicht so zurecht wie Ruk, der!
war immer bei sich, immer zivilisiert. Zack fiel ins Kleinkinderstadium zurück mit dieser ganzen drastischen Unsicherheit und Megalomanie, er brabbelte, zeigte seinen Penis, versetzte dem Nächstbesten einen Boxhieb, tat, was er nur konnte, um im Mittelpunkt zu sein. Besonders gern kippte er einen gedeckten Tisch um, mit dem ganzen Essen drauf. Das hat er mehr als einmal getan." Das Thanksgiving-Essen mit seiner Familie in Kalifornien; die Galerie-Party, nachdem der Life-Artikel erschienen war und Berühmtheit ihn hässlich gemacht hatte: die unablässigen ausgepichten Demütigungen jener letzten Jahre auf Long Island, all ihre von ihm konterkarierten und zuschanden gemachten Versuche, ein hübsches Zuhause zu schaffen, sind ihr unerwartet auf die Augen geschlagen. Das kommt vom Alter: vergreiste Tränenkanäle. Als junge Frau war sie stolz darauf, niemals zu weinen, wie sehr man sie auch gekränkt oder beleidigt hatte - stolz, der bösen, erbsündigen, bunten Welt nicht diese Genugtuung zu geben.
Kathryns Stimme sänftigt sich, zieht die harte Spitze ein, wird fast träge beim hilfreichen Soufflieren: "Es war Herbert Forrest, der Peggys Aufmerksamkeit immer wider auf Zack gelenkt hat. Die meiste Zeit hat sie seinen Sachen nicht gemocht."...

...."Und gab es nicht, noch während Sie verheiratet waren, einige jüngere Männer", fragte Kathryn in dem vorsichtigen, leicht zurückgenommenen Ton, mit dem sie in Hopes Blutstrom zu gelangen hoffte, ohne die Haut zu verletzen, "Performance-Künstler?"
Junge Männerkörper, schattenhaft, die gerundete Muskelmasse von Schulter und Schenkel, die flachen Bäuche mit dem zarthäutigen Gehänge, regen sich in ihrer Erinnerung wie Körper, die im Schlamm begraben sind, Gesichter ohne deutliche Züge. Jeb. Randy. Sie hatten Namen, Adressen, Lebensanschauungen, ehrgeizige Pläne. Sie hatten gehofft, sie könnten sie benutzen, aber sie ließ sich nicht so leicht benutzen, auch nicht von sich selbst zu ihrem eigenen Vorteil. Die Schwarzen waren ein Erlebnis für sie, Tänzer, ihre rührenden knubbeligen sich schindenden Füße. Henry. Kyle. In einem waren sie anders als Weiße: sobald man anfing, mit ihnen zu reden, gaben sie sich so, als wüssten sie, was man wollte, und sie hatten recht. Sie wollte Erlösung. Sie waren sanftmütig im Festhalten und sanftmütig im loslassen, sanftmütiger, als ihnen dienlich war, aber es war damals eine Zeit, da unrentable Geschenke politisch in Mode waren. "Also bitte, meine Liebe"; protestiert sie. "Ich war Anfang fünfzig. Ich war eine grande dame."...

Copyright Rowohlt Verlag, Januar 2005

‹  Zurück zur Artikelübersicht

Datenschutzerklärung von Amazon.de Versandbedingungen von Amazon.de Umtausch- & Rücknahme bei Amazon.de