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Sucht - Bindung - Trauma: Psychotherapie von Sucht und Traumafolgen im neurobiologischen Kontext
 
 
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Sucht - Bindung - Trauma: Psychotherapie von Sucht und Traumafolgen im neurobiologischen Kontext [Gebundene Ausgabe]

Christel Lüdecke , Ulrich Sachsse , Hendrik Faure
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation


Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Unmotiviert, süchtig oder real überfordert? – Komorbidität von Traumatisierung und Sucht als Herausforderung in der Psychotherapie

Die Behandlung von Menschen, die zugleich unter einer Suchterkrankung und an Traumafolgestörungen leiden, stellt Therapeuten vor spezifische Probleme bei Diagnostik und Therapie. Nicht immer sind Ursache und Wirkung klar zu erkennen. Viele Fragen stellen sich dem Therapeuten, z. B.: Leidet der Patient unter einer dissoziativen Symptomatik oder unter einer Drogenintoxikation? Sind Symptome der Entzugssymptomatik oder einer reaktivierten posttraumatische Belastungsstörung zuzuordnen? Das renommierte Autorenteam gibt, basierend auf einer mehr als 10-jährigen Therapieerfahrung, praktische Antworten für Beratung, ambulante und stationäre Behandlung sowie für Einzel- und Gruppentherapie. Das Buch enthält suchtspezifische und traumaspezifische ressourcenorientierte Therapieverfahren. Das Manual zur gruppentherapeutischen Suchtbehandlung beruht auf Dialektisch-Behavioralen Therapieansätzen (DBT) und vermittelt theoretische Grundlagen dieser komplexen Thematik, gibt aber vor allem auch praktische Arbeitsanleitungen.

Alle Arbeitsblätter des DBT-Manuals wie auch die Arbeitsblätter der anderen Therapieverfahren sind online abrufbar. Sie bieten ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten die optimale Grundlage für ihre Arbeit mit den Betroffenen.

Der Verlag über das Buch

• Synergie-Effekte: Verbindung von Sucht- und Traumatherapie • Erkenntnisse: aktuelle neurobiologische und empirisch-neurophysiologische Forschungsergebnisse • Integration: Suchtmedizin, Psychotraumatologie, Hypnotherapie und Verhaltenstherapie • Flexibilität: kombinierbare sucht- und traumaspezifische Therapiemodule

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Endlich! 11. Juli 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Bis heute werden KlientInnen im Suchthilfe-System sehr oft (oder meist) nicht zu Traumaerfahrungen befragt, wo doch, werden sie oft umgehend weitergeschickt, um erstmal ihre Traumastörung zu bearbeiten. Selbst von psychotraumatologisch ausgebildeten TherapeutInnen (bzw. in Traumafachkliniken) werden sie genauso reflexhaft weggeschickt, um erstmal ihre Sucht zu bearbeiten. Dahinter steckt ein reales Grundproblem: Suchtmittel bedeutet Selbstheilungsversuch des traumabedingten Leids. Der therapeutischen Konfrontation mit Traumaerfahrungen wird mit deshalb verstärktem Suchtverhalten begegnet, eine suchtspezifische therapeutische Stabilisierung destabilisiert im Bereich der Traumafolgestörungen. Was tun?
Das hier vorgestellte, in Göttingen entwickelte Konzept einer stationären integrierten Behandlung von Sucht und Trauma beruht auf dem nuancierten und konzeptionell strukturierten Ausbalancieren der therapeutischen Gewichtung in beiden Richtungen.
Das ist im Grundsatz nichts Neues. Sowohl in der Traumatherapie (ohne Suchtmittelabhängigkeit) ist ein vergleichbares Ausbalancieren nötig angesichts der alltäglichen Kompensationsformen (Bulimie/Anorexia, Selbstverletzungen, sozialer Rückzug, Rauchen usw.), - ebenso in der traditionellen 'reinen' Suchttherapie, wenn Betroffene dabei unterstützt werden müssen, suchtmittelunabhängige Alternativen zu finden für den Umgang mit sozialen Konflikten.
In Göttingen wurde dies jedoch ausgebaut zu einer vielleicht hoffnungsvollen Konzeption. - Anschließend an die umfassende Stabilisierungs- und Diagnostikphase von 3 Wochen stehen zwei unterschiedliche Therapieprogramme zur Verfügung (je 6-8 Wochen): eines mit Schwerpunkt auf der Suchterkrankung (kognitiv-verhaltenstherapeutisch, orientiert an der DBT in Verbindung mit suchtspezifischen Techniken), wobei in Einzeltherapie Bezüge hergestellt werden zur individuellen Psychotrauma-Situation. Beim anderen Therapieprogramm liegt der Schwerpunkt auf der Traumabehandlung (mit den üblichen Techniken). ' Je nach der individuellen Problemgewichtung steht das eine oder andere Programm am Anfang der Behandlung; ein Wechsel zum anderen Programm kann erfolgen, wenn es zweckmäßig erscheint, jedoch können nicht beide Programme zugleich absolviert werden. Grundsätzlich wird die Behandlungsdauer auf 6-8 Wochen begrenzt, um Regressionstendenzen vorzubeugen. Die PatientInnen kommen in der Regel zu mehreren Aufenthalten mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Insgesamt ist auf diese Weise eine weitestgehende Flexibilität der Orientierung auf das indidivuelle Verhältnis von Trauma- bzw. Suchtbelastung möglich.
Die vorrangig von Christel Lüdecke verantwortete Dokumentation über das neue Konzept ist ' mit einem Wort: eine Wucht! Schritt für Schrit wird die komplexe, verwirrende Situation im therapeutischen Alltag mit Sucht- und-Trauma-KlientInnen entwirrt; Möglichkeiten angemessener therapeutischer Herangehensweisen werden vorstellbar. Bei aller Vielschichtigkeit des Themas hat die Darstellung nichts von staubtrockener Schulmeisterlichkeit. Das Buch liest sich sehr gut, flüssig und manchmal geradezu aufregend! Dabei wird auch an diejenigen LeserInnen gedacht, die erst wenig mit dem einen oder anderen therapeutischen Thema zu tun hatten. In unzähligen nuancierten Hinweisen, Tips und Vorschlägen ist große Achtsamkeit und Empathie für die Situation der Betroffenen zu spüren.
Die Veröffentlichung will Mut machen, psychotraumatologische Therapiemethoden auch bei Suchtkranken (und umgekehrt) einzusetzen - mit Augenmaß! Obwohl das komplexe therapeutische Konzept stationäre Möglichkeiten voraussetzt, dürfte das Buch eine Fundgrube sein auch für die ambulante Psychotherapie mit diesem Klientel. ' Neben der umfassenden Darstellung der neuen integrativen Sucht/Trauma-Therapie enthält es einige Schwerpunktkapitel:

Von Christel Lüdecke einen didaktisch gut gemachten Kurzlehrgang in Neurophysiologie/-psychologie, der hilfreich sein kann, um Suchterkrankungen in der therapeutischen Praxis besser zu verstehen. (Es fördert Aha-Erlebnisse: Die reale Komplexität der Zusammenhänge findet sich wieder in vielen typischen widersprüchlich oder verwirrend, gar unglaubwürdig erscheinenden Aussagen und Entscheidungen von Suchtkranken!)
Von Hendrik Faure kommt eine nuancierte, gut lesbare Einführung in die Wirkungsweise von Drogen und den gesellschaftlichen Umgang mit ihnen.
Den Abschluß bilden drei ausführliche Kapitel zu Stabilisierungstechniken, unterschieden nach den Blickwinkeln Sucht, Trauma/Sucht und Trauma sowie eine Darstellung zu Trauma-Syntheseverfahren.
Zu guter Letzt enthält das Buch eine CD-ROM mit Arbeitsblättern des in Göttingen verwendeten DBT-Manuals für die Arbeit mit SuchtklientInnen, das selbstverständlich auch in der ambulanten Therapie anwendbar ist.

Einige Stolperstellen gab es für mich:
> Bei "Sucht" geht es nur um illegale Drogen/Alkohol, nicht um stoffungebundene Suchtfunktionen, die aber gerade bei psychotraumatisch belasteten PatientInnen hohen Stellenwert und schwerwiegende Auswirkungen haben.
> Leider wird das Kontinuum der dissoziativen Störungen (einschließlich Strukturelle Dissoziation) nicht einbezogen, obwohl der neurobiologische Kontext im Untertitel ausdrücklich hervorgehoben wird. (Diagnostische Grundlage sind die "Persönlichkeitsstörungen" und PTBS.) ' Hingegen wird der Begriff "state" verwendet für unterschiedliche therapierelevante innere Zustände oder zwischenmenschliche Situationen (Sachsse: 'Traumazentrierte Psychotherapie'). Hier kann es zu Mißverständnissen im Zusammenhang mit den traumabedingten dissoziativen states kommen. (Und dann taucht im Inhaltsverzeichnis noch die sogenannte "dissoziale Persönlichkeitsstörung" unter dem Stichwort Dissoziation auf..)
>Damit in Zusammenhang stehend, konnte ich mir nicht so recht vorstellen, wie schwerwiegend die Traumafolgeschädigungen der PatientInnen in dem göttinger Setting sind. Auch Betroffene mit DIS und DDNOS?
> Vermißt habe ich Äußerungen über die Erfahrungen mit der ambulanten Therapie vorher und nachher. In welcher Weise gibt es da konzeptionelle Zusammenarbeit im Sinne einer Intervalltherapie?

Diese Unklarheiten schmälern aber in keiner Weise meine Freude über diese Veröffentlichung!
Ein tolles, wunderbares Buch, das sein Geld unbedingt wert ist und um das niemand mehr herumkommt, der sich mit dem Problem Sucht-und-Trauma befassen will. (Sogar die Bindung ist gut!)

TRAUMA BERATUNG LEIPZIG
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch Sucht - Bindung - Trauma von Lüdecke, Sachsse und Faure versucht die Lücke zwischen singulärer Sucht- bzw. Traumabehandlung zu schließen und den Weg zu einer komplexen Behandlung von Sucht in Doppeldiagnose mit Trauma aufzuzeigen.
Die Autoren stellen voran, dass man für eine erfolgreiche Behandlung ausgetretene Pfade verlassen und in der Behandlung flexibel vorgehen sollte.
Das Buch teilt sich in zwei Teile: Theoretische Grundlagen und Behandlungspraxis. Wobei der Schwerpunkt auf der Behandlungspraxis liegt.
Einführend wird kurz und ausreichend über die Komorbidität von Sucht und Trauma referiert. Hierbei wird besonders erwähnt, dass in den letzten Jahren immer deutlicher geworden ist das oftmals hinter einer Suchterkrankung eine Traumatisierung steht. In Folge von Über- oder Unterstimulation in Kindheit und Jugend können Traumata und Bindungslosigkeit entstehen, die zu einer Suchterkrankung führen können. Neben den psychologischen werden auch die neurobiologischen Grundlagen der Erkrankungen angerissen und anschaulich erklärt. Die Fallbeispiele und Schaubilder verdeutlichen zudem die Zusammenhänge und geben Hilfestellung für die eigene Arbeit.
Zu Beginn des Behandlungsteils wird nochmals deutlich darauf hingewiesen das bei der besprochenen Patientengruppe von Seiten des Behandlers darauf zu achten ist, dass sowohl Trauma als auch Sucht in den Behandlungsplänen abzudecken sind, da sonst die Therapie für beide Seiten frustrierend verläuft.
Zu Beginn der Behandlung sollte dringend eruiert werden, ob Trauma oder Sucht im Vordergrund stehen. Die sich daraus ableitenden Therapieziele und Behandlungspläne werden im Anschluss ausführlich thematisiert.
Die Darstellung der Trauma- und Suchttherapie gibt neben einem guten Überblick konkrete Hilfestellungen und mit der ausführlichen Angabe von Hilfsmitteln auch Möglichkeiten in die Umsetzung zu gehen.
Besonders anschaulich ist das Kapitel mit den Stabilisierungstechniken, das durch die Erläuterung des theoretischen Hintergrunds und der exemplarischen Beschreibung der Durchführung die Umsetzung ermöglicht.
Insgesamt lässt sich sagen, dass das Buch für Anfänger nicht geeignet ist. Hat man jedoch schon praktische Erfahrung mit dieser Patientengruppe ist es ein hilfreiches Buch das Anregung und Anleitung für die Praxis gibt.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Sucht- Bindung- Trauma (Christel Lüdecke, Ulrich Sachsse,Hendrik Faure) Schattauer Verlag

In einem Buch von Krausz und Schäfer über Trauma und Sucht (Klett/Cotta)las ich, dass die gemeinsame Betrachtung und Behandlung des Traumas und der Sucht längst überfällig ist.
Dies Buch von Lüdecke, Sachsse und Faure kann dazu beitragen, Patienten mit Doppeldiagnosen, Trauma, Sucht, Persönlichkeitsstörung, zu verstehen und angemessen zu therapieren. Ein Dilemma wird im ersten Kapitel beschrieben: Traumatisierte die in Sucht- Fachkliniken auflaufen, erreichen selten die angestrebte Abstinenz und werden zu Drehtürpatienten. Wer sich hingegen bei der Bewerbung um einen Trauma- Therapieplatz als Alkoholkonsument outet, wird darauf hingewiesen dass für die Therarpie eine stabile Abstinenz, vorausgesetzt wird. Dass Drogenkonsumenten zum größten Teil in ihrer Kindheit missbrauchte, vernachlässigte, verlassene und misshandelte Menschen waren ergibt sich aus vielen Schilderungen in Fachbüchern (Hermann, Huber), und Filmen (Christiane F.), doch im Hinblick auf eine angemessene Behandlung winkt bisher die Mehrzahl der Therapeuten als aussichtsloses Unterfangen ab.
Das Buch ist ein eigenständiges Werk. Ich betrachte das Lehrbuch als eine Fortsetzung und Präzisierung der Bände 'Handbuch der Borderline Störung' von Kernberg, Dulz und Sachsse, sowie 'Sexueller Missbrauch Misshandlung, Vernachlässigung'( Egle, Hoffmann, Joraschky) und 'Traumazentrierte Psychotherapie' von Sachsse aus dem gleichen Verlag.
Ich könnte mir vorstellen, dass das Buch 'Sucht-Bindung-Trauma' ein Wegweiser für viele Kliniker und ambulant tätige Therapeuten wird. Es räumt auf mit therapeutischem Pessimismus hinsichtlich der Patientinnen und Patienten mit der Doppeldiagnose Sucht und Trauma. Es verschafft fundiertes Wissen über neurobiologische Grundlagen von Trauma und Sucht. Es informiert über die Entstehung und Behandlung von Traumata. Ich möchte den zweiten Teil als einen 'Werkstattbericht aus der Praxis' bezeichnen.
Hilarion G. Petzold verwendet den Begriff 'Integrative Therapie' (Petzold, Schay, Ebert). Diese wurde von ihm auf Grundlage der Existentialistischen Philosophie unter Berufung auf Autoren wie Derrida, Foucault, Levinas, Sartre, Heidegger und Gadamer entwickelt. Methodisch arbeitet er mit der Psychoanalyse, dem Psychodrama, dem Therapeutischen Theater und der Gestalttherapie u.a.
Den von C. Lüdecke verwendeten Begriff 'integrativ' verstehe ich im Hinblick auf die Mehrfachdiagnosen und auch die Therapiemethoden. Es wird nicht eine Methode gegen die andere ausgespielt, der Patient profitiert von einer Vielzahl an Interventionen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, erkennt man Psychodynamische, verhaltenstherapeutische hypnotherapeutische Verfahren und NLP. Die Arbeit mit 'States' im Anklang an die Ego-State- Therapie (Watkins&Watkins/ Phillips,Frederik) sowie 'Innere Kind-Arbeit' . Hypnotherapeutische Interventionen nach M. Erickson haben ihren Platz. Es fällt häufig der Begriff state dependent learning, womit gemeint ist, dass in einem bestimmten Zustand erlerntes Verhalten vorzugsweise auch in diesem Zustand bearbeitet und 'verlernt' werden kann.
Van der Hart und Niejenhuis (Das verfolgte Selbst) unterscheiden in ihrem Dissoziationskonzept einen ANP einen anscheinend normalen Persönlichkeitsanteil und einen EP, einen emotionalen Persönlichkeitsanteil. Im Weiteren wird die strukturelle Dissoziation, als sekundäre und tertiäre Dissoziation unterschieden. Bei der tertiären Dissoziation sind sowohl der ANP als auch der EP durch traumatische, vielleicht auch chemische Einwirkungen in mehrere Anteile dissoziiert. Mir hilft das Konzept der strukturellen Dissoziation, manche, unverständlichen Handlungern traumatisierter und suchtkranker Menschen zu verstehen. (z.B. SSV)
Die Therapie in der Asklepios Klinik in Göttingen, dürfte in dieser Form in Deutschland einmalig sein. Ich möchte die Nachahmung empfehlen und sich mit diesem Buch auseinander zu setzen. Es wird jeder in vielfältiger Weise profitieren, der Patienten mit Doppeldiagnosen behandelt. Einen Schatz zu diesem Buch kann man auf der Internetseite des Schattauer Verlages heben. Das ist eine ganze Reihe von Arbeitsblättern mit dazugehörigen Erläuterungen, die in der Therapie verwendet werden (zur Vermittlung von 'Skills'). Hierdurch gewinnt man eine sehr gute Vorstellung über das konkrete Vorgehen in der Therapie. In der Werbung wird angekündigt, das Buch werde mit einer CD ausgeliefert. Davon ist man scheinbar wieder abgekommen. Ich möchte anregen, dass der Verlag die CD separat anbietet. Vielleicht wäre eine Alternative, die Vorlagen als Arbeitsbuch oder 'Mappe anzubieten.
Für mich ist der Abschnitt: 'Anticraving' und das Kapitel 10 mit speziellen Stabilisierungs-techniken von besonderem Interesse. Ich bin sehr gespannt, wann es unter dem Stichwort EMDR ein ausgefeiltes Suchtprotokoll geben wird und glaube, dass es von den Autorinnen und Autoren dieses Buches erwartet werden kann. Ich denke daran, es im Sinne der Ressourcenverankerung und -Aktivierung im Sinne von Christine Rost einzusetzen, Stichwort: 'Notfallkoffer'. Wenn ich es richtig verstanden habe, arbeitet Frau Rost mit 'Miniprotokollen', bei denen die SUD und VOC Werte nicht erhoben werden und die der Patient auch eigenständig als Selbsthilfemethode anwenden kann. Vielleicht ließen sich hier auch Techniken von Callahan, Gallo, Feinstein einsetzen, die hierzulande von Michael Bohne (u.a.) als 'Energetische Psychologie' bekannt gemacht werden. Vielleicht ließe sich unter den Imaginationsübungen eine entwerfen, bei der Innere Helfer die Trauma- und Suchtnetzwerke entflechten und gegeneinander abschirmen so dass nicht bei der Traumakonfrontation und 'Integration, Trauma- und Suchtnetzwerk gleichzeitig angesprochen werden können. Es spricht für die Qualität der hier vorgestellten Therapie, dass es innerhalb mehrerer Jahre keinen 'Rückfall' nach einer Traumaexpositionssitzung gegeben hat. Ich finde das Buch gelungen und möchte es sehr empfehlen. Ein Patientenbuch ist es nicht. Es ist ein Grundlagenwerk, das nicht zuletzt einen Beitrag dazu leisten könnte der DBT von Marsha Linehan hierzulande mehr Anerkennung und Verbreitung zu verschaffen.
Ich würde mich freuen, wenn in einer Neuausgabe ein Kapitel im Hinblick auf die Bindungstheorie Platz finden würde.
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