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Bild: Die Optik wirkt glatt und rauscharm, weist bei genauerem Hinsehen allerdings ein feinkörniges Grundrauschen auf, das sich gelegentlich im Auftreten leichter Mattscheibeneffekte (stehender Rauschmuster) äußern kann (00.03.50). Der Kontrastumfang ist sehr hoch, wie man am Weggang von Moritz Bleibtreu im schwarzen Anzug in die dunkle Nacht erkennen kann (00.12.19). Gesichtskonturen sind formstabil und angenehm scharf. Pflastersteine werden auch im Dunkel der Nacht einzeln und sauber umrissen abgebildet (00.15.40).
Ton: Die deutsche DTS-Tonspur ist merklich lauter, als das Dolby-Pendant, was sich natürlich in einer subjektiv größer empfundenen Dynamik und Präsenz der Stimmen ausdrückt. Es ist nicht feststellbar, in wie weit di DTS-Spur aufgrund der größeren Lautstärke, oder generell besser klingt. Jedenfalls wird die DTS-Tonspur als klarer und voluminöser empfunden. Die Stimmen sind voller Grundton und folgen auch aus der Kameraperspektive heraus.
Extras: Das Making of ist ausführlich und geht ausdrücklich auch auf die nicht immer leichte Regievorstellung von Helmut Dietl ein. Interessant dabei ist das Ohrfeigentraining, in der Lara stets zu zaghaft Bleibtreu eine Ohrfeige gibt. Die Menügestaltung ist unaufdringlich und schnörkelos. --movieman.de
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Blickpunkt: Film
Dabei verlässt der Regisseur der 'Münchner Geschichten' nicht nur sein angestammtes Terrain, um in Berlin, Griechenland und der Unterwelt neue Drehorte auszuloten - er begibt sich auch in die Schattenwelt der griechischen Mythologie. Sein 'Suchen und Finden der Liebe', nach 'Kir Royal', 'Monaco Franze' und 'Rossini' die vierte Zusammenarbeit mit 'Parfüm'-Autor Patrick Süskind, besticht, wie nicht anders zu erwarten, auch durch die Prägnanz der Dialoge. Zwei Jahre dauerte die Arbeit am Drehbuch - da sitzt, anders als beim bisweilen improvisierten Geplapper anderer Produktionen, jedes Wort.
Ein Erzähler (Sprecher: Elmar Wepper) kommentiert lakonisch das durch die Emotionen ins Strudeln geratene Leben zweier Paare und schlägt eine Brücke über einen Zeitraum von sieben Jahren hinweg.
Am Anfang steht die überlebensgroße Liebe des erfolgreichen Komponisten Mimi Nachtigal (Moritz Bleibtreu) zu einer verunsicherten Gesangsschülerin (Alexandra Maria Lara, die beweist, dass sie auch betörend singen kann), der er den poetischen Namen Venus Morgenstern gibt und aus der er die erfolgreiche Interpretin seiner Lieder formt. Bei diesem Prozess des Biegens kommt irgendwann die Liebe abhanden. Nach einem letzten, öffentlich ausgetragenen Krach folgt die Trennung. Während Venus mit Hilfe eines neuen Mannes, dem Musikproduzenten Harry (Justus von Dohnányi) den alten zu vergessen sucht, verfällt Mimi in eine existenzielle Krise. Im Ferienhaus seiner Freunde Theo und Helena Stokowski (Uwe Ochsenknecht, Anke Engelke), einem Ort der Idylle in Griechenland, wo er einst mit seiner Liebsten glücklich war, setzt Mimi seinem Leben ein Ende. Doch im Jenseits geht der Liebeswahnsinn weiter, Mimi muss sich den immer dreister werdenden Nachstellungen des zweigeschlechtlichen Gottes Hermes Aphroditos (Heino Ferch) erwehren, der auch nicht davor zurückschreckt, in die Gestalt von Venus zu schlüpfen. Im Diesseits eilt Theo, ein Musikprofessor, auf die Insel. Untröstlich über den Verlust des Freundes gibt er sich der insgeheim seit langem begehrten Schäferin Kalypso hin. Seine erfolgreiche, sexuell vernachlässigte Frau Helena sucht unterdessen Kompensation im Bett eines Arztes für seelische Erkrankungen (Harald Schmidt), reist aber sofort nach Griechenland, als die Schreckensnachricht sie erreicht. Auf der Fähre trifft sie eine euphorische Venus, die sich entschlossen hat, zu Mimi zurückzukehren und nicht weiß, dass er nicht mehr am Leben ist. Beide Frauen kämpfen um ihre Liebe: die stolze Helena versucht, eine ménage à trois zu initiieren, während Venus durch einen Brunnen im Olivenhain in den Hades hinabsteigt, um ihren Geliebten zurückzuholen. Wie bei den mythologischen Vorbildern - nur begab sich dort Orpheus in die Unterwelt, um Eurydike zu befreien - überwindet ihre Liebe den Tod, wird ihnen eine zweite Chance auf Erden gewährt. Allerdings mit der bekannten Auflage: Zurückschauen verboten!
So herzergreifend romantisch das eine Paar, so pragmatisch diszipliniert das andere - alle streben sie, mit herrlich ironischer Distanziertheit, nach dem Unerreichbaren. Der Regisseur, dessen Diana Film gemeinsam mit Fanes Film produzierte, wird einmal mehr seinem Ruf als Perfektionist gerecht, auch beim Einsatz aufwändiger Bluescreen- und Computertechnik. Sein sehr persönlicher Film über die Schwierigkeit des Suchens, Findens und Erhaltens der Liebe vor dem Hintergrund deren genereller Unmöglichkeit balanciert auf dem feinen Draht zwischen sentimentaler Melancholie und brüllender Komik. Auch wenn der Film seinen Macher als Skeptiker ausweist, der um die geringe Halbwertszeit der Liebe weiß, ist er doch ein Plädoyer dafür, das Unmögliche immer wieder zu versuchen. boe.