Kinslows grosse Leistung ist, dass er altbekannte Methoden in eine neue, zeitgemässe Sprache gegossen hat und sie mittels ein paar frischer und vielversprechender Begriffe (Quantum Entrainment, Momentum, EU-Gefühle, Tor-Technik usw.) zu einem neuen Trend machte: Quantenheilung! Dagegen ist rein nichts zu sagen - wie immer man Zugang zu dem findet, was einem helfen kann, jeder Weg ist der richtige, wenn er funktioniert.
Kinslow ist dabei zweifellos ein Mann mit grosser Erfahrung und breitem Wissen. So erzählt er uns in diesem Buch über rund 300 Seiten denn auch sehr viel über unser Denken, das Ego, Probleme, Glück, Erinnerung, Angst usw. Kinslow selbst hat 35 Jahre mit seiner Suche nach Erkenntnis und viel Zeit mit Meditation verbracht, was sich darin zeigt, dass er diese Themen gedanklich wirklich beherrscht. Seine grösste Begabung liegt aber in meinen Augen darin, die Dinge zu verpacken und darzubringen. Darin ist er im Moment wohl unerreicht. Ihm gelingt es, einen Sog zu entwickeln und ein Selbstbewusstsein für seine Methoden zu schaffen, die für einen enormen Erfolg sorgen. In seinen Büchern findet man eine Einfachheit und Selbstverständlichkeit, die es sonst nur sehr selten gibt bei Büchern zu solchen Themen.
Die Methoden selbst sind - wie gesagt - alt und auch altbewährt, z.B.
- Sich auf den Raum zwischen zwei Gedanken konzentrieren
- Die Aufmerksamkeit auf das richten, was hier und jetzt geschieht, ohne etwas zu bewerten
- Positive Empfindungen entwickeln
- Das Bewusstsein ausdehnen
- usw.
Das sind allessamt uralte, fernöstliche Meditations-Techniken. Sie sind in der klassischen buddhistischen Praxis zu finden oder im Zen. Kinslow packt das einfach zusammen und nennt es nicht mehr 'Meditation', sondern 'Erfahrung' (In diesem Buch als Erfahrung 1 - 8 bezeichnet).
Ich will das überhaupt nicht bewerten. Mir ist alles recht, was einem Menschen weiterhilft. Ob jemand Zen praktiziert oder Quantum Entrainment ist unwesentlich, im Endeffekt geht es ohnhin um dasselbe: Wir müssen den uns so sehr einschränkenden Verstand hinter uns lassen, um an etwas viel Bedeutenderes heranzukommen.
Kinslows leichter Umgang mit der Sprache und die Art der Vermittlung hat vielen Menschen Zugang zu diesen Methoden verschafft '- und das ist wirklich bewundernswert und verdient Respekt. Für mich als Zen-Freund ist das alles vielleicht ein wenig zu bombastisch und auch mit ein bisschen sehr viel Versprechungen garniert, aber im Kern ist das sicher ein interessanter Weg.
Und noch ein Tipp für Leser, die noch gar kein Buch von Frank Kinslow gelesen haben: Zum heutigen Zeitpunkt (Okt. 2010) sind drei Kinslow-Bücher erhältlich. Das hier besprochene, dazu "'Quantenheilung'" sowie "'Quantenheilung erleben"'. Müsste man jemanden, der alle drei noch nicht kennt, eines empfehlen, wäre das für mich zweifellos '"Quantenheilung"'. Dort bringt Kinslow das Wesentliche 'seiner Methode' auf der halben Anzahl Seiten beinahe deutlicher auf den Punkt. Aber wie alles, ist wohl auch das Geschmacksache.
Und der Weg zum eigenen Entdecken der Wahrheit führt ja bekanntlich weder über 150 oder 300 Seiten, sondern über einen selbst. Und jedes Buch, das uns einen Schritt in diese Richtung bringen kann, ist ein Gewinn.
Peter Steiner, Autor von "Weisheit für Minimalisten", "Das Wesentliche so nah"...