Wie eigentlich immer, so ist auch (mit) "Auf der Suche nach dem Wunderbaren", eine differenzierte Betrachtung wichtig.
Insofern ist es vorteilhaft sich schon einwenig in der "Materie" auszukennen z.B.: Zen-Buddhismus, Sufismus, aber auch Hinduismus, Christliche Mystik. - Zumindest wird einem dann schnell klar, dass Gurdjiff so eine Art "Patchworkschamane" ist. Das schmälert aber keineswegs seine Leistungen und seine Bedeutung (und auch nicht, dass er gerade in diesem Patchworkverfahren etwas "Neues" geschaffen hat).
Die "Gurdjieff Sprache" ist ein sehr nützliches Instrument um den Menschen in seiner Komplexität, seinem Denken, Wahrnehmen, seiner "fix und fest geglaubten Identität", seiner Veränderbarkeit, seinen neurotischen Fixierungung usw. einzufangen und zu beschreiben. Seine Ausführungen über den "mechanischen, schlafenden" Menschen; weil dieser sich mit seinen Persönlichkeiten/Rollen (fest)identifiziert und im Netz der Bedingungen/Umstände gefangen ist;- im vergleich zum "wachen" Menschen, welcher sich durch lange "Arbeit an sich selbst" befreit hat; verdienen große Anerkennung.
Allerdings stehe ich persönlich seiner "Kosmologie" skeptisch gegenüber und glaube auch nicht das gegenwärtige Gurdjieffkenner diese 1 zu 1 übernehmen (d.h. Themen wie: Unfreiheit des Willens, Karma, Verbindung von Mensch-Universum etc. werden hier in ein sehr esotisch-horoskopartiges System verflochten)
Der Leser wird gleich merken, dass er hier auf einem schmalen Pfad zwischen kitschiger Esoterik und sehr tiefgründiger Weisheitslehre wandert.
Brauchbares muss von Veraltetem, Überholtem oder Fantastischem getrennt werden. Noch dieses: Man sollte den "strengen" Ton Gurdjieffs, den "Muss" Charakter und die ständige Unterscheidung zwischen einem gewöhnlichen Menschen und einem "Auserwählten, Erleuchteten", mit gelasser Distanz begegnen. Scheinbar lag Gurdjieff viel an Exklusivität, Allgemeingültigkeit und Abgrenzung.
Sehr wichtiges Buch!!!!