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Die Suche nach dem Panchen Lama: Auf den Spuren eines verschwundenen Kindes
 
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Die Suche nach dem Panchen Lama: Auf den Spuren eines verschwundenen Kindes [Taschenbuch]

Isabel Hilton , Sigrid Langhaeuser
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Man kann ihre Aufgeregung schon nachvollziehen, als sie endlich zu ihrem ersten Interview mit Seiner Heiligkeit vorgelassen wird. Isabel Hilton war vorgewarnt. Der Dalai Lama lache gerne und ausgiebig, stehe allen Fragen offen gegenüber, man solle dieses Lachen aber auch als Hinweis verstehen, wenn er nichts mehr zu sagen wünsche. Als die Rede schließlich auf sein "spirituelles Gegenstück", den verschwundenen Panchen Lama, kommt, lacht der Dalai Lama nicht mehr, spricht aber umso deutlichere Worte.

Zu ernst und von größter politischer Wichtigkeit innerhalb und außerhalb Tibets, ist die Frage nach dem Verschwinden der Reinkarnation des 1989 verstorbenen zehnten Panchen Lama. In Tibet bildet er, in seiner wiedergekehrten Form als Buddha des grenzenlosen Lichts, zusammen mit dem Dalai Lama als Manifestation des Buddhas des grenzenlosen Mitgefühls, traditionell eine enge spirituelle Gemeinschaft. Als höchste "bodhisattvas" fungieren beide füreinander als Lehrer und Schüler -- nach dem Tod des einen spielt der andere eine Schlüsselrolle bei der Identifizierung seiner Reinkarnation.

Unzählige Gespräche führte die Journalistin und Chinaexpertin in Dharamsala, Hochburg westlicher Buddhismustouristen und Exil des Dalai Lama im Norden Indiens, bis sie die Auswirkungen eines ungeheuren politischen Verbrechens seitens der Chinesen detailliert dokumentiert hatte. Die Reinkarnation des Panchen Lama, ein vom Dalai Lama bestimmter sechsjähriger Junge, wurde 1995 mitsamt seiner Familie von den Chinesen aus dem tibetischen Autonomiegebiet verschleppt und gilt bis heute als verschollen. Eine Erschütterung des gesamten tibetischen Glaubenskreises, zumal China dreist einen eigenen Panchen Lama installierte!

Der vom Dalai Lama gewählte Gedün Chökyi Nyima wird womöglich nie wieder aus dem Schatten seiner Gefangenschaft auftauchen. Umgekehrt wird ein chinesischer Panchen Lama niemals von den Exiltibetern anerkannt werden. Hiltons Buch, eine Mischung aus spannendem Reisebericht, profunder Einführung in den Buddhismus und der Suche nach dem Verbleib des rechtmäßigen Panchen Lama, könnte der Stein des Anstoßes sein, die verhärtete Haltung Chinas in der Tibetfrage ins Wanken zu bringen. --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Isabel Hiltons international gewürdigtes Werk liest sich wie ein Krimi – und doch ist alles wahr.« Süddeutsche Zeitung

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch gibt gute historische Hintergründe rund um die vertrackten Lage um den zweithöchsten Lama der Tibeter. Für den Interessierten Tibet-Fan ein Muss.
Ich habe nach dem Lesen des Buches im Internet recherchiert, ob es z.B. bezüglich des vermissten Kindes, dem heute 18-Jährige Gendhun Choekyi Nyima, Neuigkeiten gibt. Laut Meldung vom 11.11.2007 auf TIBET FOCUS (SCHWEIZERISCH-TIBETISCH FREUNDSCHAFT GSTF) hat sich der stellvertretende tibetische Regierungschef Nyima Cering zum Verbleib des Kindes geäußert.
Zitat:
Der hohe tibetische Politiker enthüllte auf Fragen der Journalisten, dass der Junge, den der Dalai Lama 1995 gegen den Willen Pekings zur Wiedergeburt des Pantschen Lamas erkoren hatte, heute "normal in Tibet lebt. Er absolviere die Schlussphase der Oberschule. Der Junge ist patriotisch. Er will nicht, dass sein Leben gestört wird. Wir respektieren seinen Wunsch".
Passt in die konfuse Panchen Lama Politik der Chinesen im Buch. Alles ist gut. Nur der Rest der Welt glaubt der Propaganda nicht.
Auch zum vom Dalai Lama nicht anerkannten chinesischen Kandidaten fand ich interessante Neuigkeiten. Laut Tibet Initiative e.V. besuchte Gyalten Norbu im Jahr 2004 ein Kloster nahe Kumbum. Die Mönche erschienen trotz Anweisung der Chinesen nicht zum Empfang. Daraufhin steckten die Behörden Soldaten und Polizisten in Mönchsroben und ließen sie das Empfangskomitee für den Panchen Lama bilden. Diese waren mit den tibetisch religiösen Ritualen nicht vertraut. Gyalten Norbu scheint clever genug zu sein dieses erkannt zu haben. Als er anschließend die Wahrheit über den staatlich inszenierten Aufzug erfuhr, soll er nach Informationen der exiltibetischen Zeitschrift "Tibet Times Newspaper" erschüttert gewesen sein.
Dieser Quelle zufolge traf er unmittelbar danach mit der Mutter des verstorbenen X. Panchen Lama zusammen. Sie legte ihm dar, warum er unter der Bevölkerung so unpopulär sei und fragte ihn, ob er sich als Inkarnation ihres verstorbenen Sohnes betrachte. Dies soll Gyaltsen Norbu spontan verneint haben.
Diese Meldungen passen sich nahtlos an das Buch an. Ich war zu Zeiten in Tibet als der Karmapa noch in Kloster Tsurphu war. Trotz dieses schwellenden Konflikts bekommen die Chinesen die Lage nicht in den Griff. Sie unterschätzen den Glauben der Tibeter.
Allerdings wird es sehr spannend, was wirklich passiert, wenn der doch schon 72-jährige Dalai Lama stirbt. Die Antwort ist nach dem Gelesenen nicht leicht. Vielleicht sollte man den Panchen Lama für die Reinkarnation von Tenzin Gyatso außen vor lassen und die beiden Karmapas als dritthöchste Vertreter Tibets den Nachfolger bestimmen lassen. Ob das nach den tibetanischen Ritualen möglich ist, entzieht sich meiner Beurteilungskraft.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von isy3 TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Aufwendig recherchiert und voller Hintergrundwissen wird hier die neuere tibetische Geschichte beschrieben. Das Verhältnis zwischen dem Panchen Lama und dem Dalai Lama wird in diesem Buch erklärt und die inneren Zusammenhänge in der Religion und im Machtgefüge verständlich und nachvollziehbar gemacht. Der Konflikt zwischen der chinesischen Regierung und der tibetischen Bevölkerung wird hier ausgeleuchtet; und es liest sich wie ein Krimi, was für Komplikationen und menschliche Tragödien die Nachfolgeregelung um den Panchen Lama hervorgerufen haben.

Nach der Lektüre des Buches versteht man vollkommen, weshalb der Dalai Lama heute sagt, daß er wahrscheinlich keinen Nachfolger mehr haben wird.

Wer sich wirklich über Tibet informieren möchte, kommt an diesem Buch nicht vorbei.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Das Buch gibt gute historische Hintergründe rund um die vertrackten Lage um den zweithöchsten Lama der Tibeter. Für den Interessierten Tibet-Fan ein Muss.
Ich habe nach dem Lesen des Buches im Internet recherchiert, ob es z.B. bezüglich des vermissten Kindes, dem heute 18-Jährige Gendhun Choekyi Nyima, Neuigkeiten gibt. Laut Meldung vom 11.11.2007 auf TIBET FOCUS (SCHWEIZERISCH-TIBETISCH FREUNDSCHAFT GSTF) hat sich der stellvertretende tibetische Regierungschef Nyima Cering zum Verbleib des Kindes geäußert.
Zitat:
Der hohe tibetische Politiker enthüllte auf Fragen der Journalisten, dass der Junge, den der Dalai Lama 1995 gegen den Willen Pekings zur Wiedergeburt des Pantschen Lamas erkoren hatte, heute "normal in Tibet lebt. Er absolviere die Schlussphase der Oberschule. Der Junge ist patriotisch. Er will nicht, dass sein Leben gestört wird. Wir respektieren seinen Wunsch".
Passt in die konfuse Panchen Lama Politik der Chinesen im Buch. Alles ist gut. Nur der Rest der Welt glaubt der Propaganda nicht.
Auch zum vom Dalai Lama nicht anerkannten chinesischen Kandidaten fand ich interessante Neuigkeiten. Laut Tibet Initiative e.V. besuchte Gyalten Norbu im Jahr 2004 ein Kloster nahe Kumbum. Die Mönche erschienen trotz Anweisung der Chinesen nicht zum Empfang. Daraufhin steckten die Behörden Soldaten und Polizisten in Mönchsroben und ließen sie das Empfangskomitee für den Panchen Lama bilden. Diese waren mit den tibetisch religiösen Ritualen nicht vertraut. Gyalten Norbu scheint clever genug zu sein dieses erkannt zu haben. Als er anschließend die Wahrheit über den staatlich inszenierten Aufzug erfuhr, soll er nach Informationen der exiltibetischen Zeitschrift "Tibet Times Newspaper" erschüttert gewesen sein.
Dieser Quelle zufolge traf er unmittelbar danach mit der Mutter des verstorbenen X. Panchen Lama zusammen. Sie legte ihm dar, warum er unter der Bevölkerung so unpopulär sei und fragte ihn, ob er sich als Inkarnation ihres verstorbenen Sohnes betrachte. Dies soll Gyaltsen Norbu spontan verneint haben.
Diese Meldungen passen sich nahtlos an das Buch an. Ich war zu Zeiten in Tibet als der Karmapa noch in Kloster Tsurphu war. Trotz dieses schwellenden Konflikts bekommen die Chinesen die Lage nicht in den Griff. Sie unterschätzen den Glauben der Tibeter.
Allerdings wird es sehr spannend, was wirklich passiert, wenn der doch schon 72-jährige Dalai Lama stirbt. Die Antwort ist nach dem Gelesenen nicht leicht. Vielleicht sollte man den Panchen Lama für die Reinkarnation von Tenzin Gyatso außen vor lassen und die beiden Karmapas als dritthöchste Vertreter Tibets den Nachfolger bestimmen lassen. Ob das nach den tibetanischen Ritualen möglich ist, entzieht sich meiner Beurteilungskraft.
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