Der Braunschweiger Auswanderer Wolf Hebel beschreibt in seinem Buch seinen Lebensweg von den Kinderjahren angefangen bis zur seinem jetzigen Leben als German Artist" in der Siedlung Ruby am Yukon in Alaska.
Schwerpunkt der Schilderung - und auch des Lebens von Hebel - sind seine wilden" Jahre, besonders die in Alaska: Sowohl die abenteuerliche Faltbootfahrt auf dem Yukon mit seiner Freundin und späteren Frau Alice, einer Eskimo, als auch die Zeit in der mittlerweile aufgegebenen Indianersiedlung Kokrines am Yukon: Ende der 60er Jahre verband ihn dort eine tiefe, von Respekt geprägte Freundschaft mit dem alten Athapaska-Indianer Frank Titus, von dem er vielerlei Fähigkeiten für das Leben als Trapper in der alaskanischen Wildnis lernte. Ausführlich läßt Hebel dann auch in seinem Buch diesen Indianer zu Wort kommen, wenn der bei einer Tasse Tee die alten Jagdlegenden und -Sitten seiner Vorfahren beschreibt - insofern beherbergt diese Autobiografie ein Stück indianische Kultur, was sie um so lesenswerter macht.
Hebel muß Kokrines auf Drängen seiner Frau verlassen, die die gemeinsamen Kinder lieber in der Zivilisation bekommen und aufziehen möchte. Schließlich zieht die Familie nach Ruby, wo Wolf Hebel beginnt, seinen Arbeiten als Künstler mehr Raum zu geben: Er sucht mit Freunden nach Mammutelfenbein und -knochen, schnitzt daraus Skulpturen, bemalt später Elchschaufeln.
Deutlich zieht sich Hebels Vorliebe für ein kompromißlos uneingeschränktes, naturnahes Leben durch das Buch; familiären und gefühlsduseligen zwischenmenschlichen Dingen räumt er keinen allzu großen Platz ein; von anderen läßt er sich nicht vorschreiben, was er zu machen hat. Statt dessen finden sich - auch amüsante - Schilderungen einzelner Begebenheiten mit Freunden oder kritische Reflektionen mancher Entwicklungen der auch in Ruby fortschreitenden Zivilisation.
Fazit: Fünf Sterne für eine kurzweilig geschriebene und lesenswerte Lebensgeschichte - nicht nur für Alaska-Fans!