(Hinweis: Zunächst erfolgt die Einzelbewertung des dritten Bands, im Anschluss die Gesamtbewertung der Reihe.)
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Band 1 (1983): ****
Band 2 (1984): ***
Band 3 (1985): ****
Im dritten Band dreht sich alles um zwei legendäre Kämpfer, der eine davon Bragon, der andere Grauwolf. Die Gruppe muss Grauwolfs Gebiet durchqueren, in dessen Zentrum der Himmelsfinger liegt, auf dem der Vogel der Zeit zu finden sein soll.
Der dritte Band zeichnet sich durch eine dichte Atmosphäre aus und bietet sehr emotionale Momente der Charaktere. Das Design der neuen Charaktere und Kreaturen als auch der Landschaften gefällt mir diesmal besonders gut, sodass sich mein Wunsch nach einem aufwändigeren Artworkstil hier besonders aufdrängt.
Allerdings habe ich mir dann doch wesentlich mehr vom finalen Showdown zwischen diesen beiden Kämpfern versprochen. Auch die Kampfszenen dürften für meinen Geschmack spektakulärerer sein.
Diesmal umfasst der Comic im Übrigen 58 Seiten, also gut 10 Seiten mehr als noch zuvor.
Band 4 (1987): *****
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Bewertung der Reihe:
Story: ****
Die Welt ist bedroht durch den dunklen Gott Ramor, der seinem magischen Gefängnis zu entfliehen droht. Die Zauberprinzessin Mara kann das Gefängnis wieder stärken, doch dazu braucht sie Zeit. Zeit, die ihr nur der Vogel der Zeit verschaffen kann. Daher machen sich ihre Tochter Pelissa und der Ritter Bragon auf die Suche nach dem Vogel.
Die Geschichte ist gewissermaßen ein für das Genre typisches Fantasy-Abenteuer, indem eine Gruppe von Helden auf der Suche nach Artefakten verschiedenste Gefahren durchstehen müssen.
Die Atmosphäre wechselt regelmäßig zwischen lustig und dramatisch, oder beides in einem. Bemerkenswert ist, dass immer die perfekte Balance gewahrt wird. Andere Geschichten verlieren oft ihre Spannung, weil die Geschichte durch zu viel Humor an Ernsthaftigkeit einbüßt. Nicht hier! Der Humor ist situationsbezogen und überlagert nicht die Grundstimmung.
Interessanterweise, hat mir die Reihe beim zweiten Durchlesen deutlich besser gefallen. Ein Grund dafür waren beim ersten Mal sicherlich auch Wartezeiten zwischen den Bänden. Doch auch die Tatsache, dass ich nun die Wendungen der Geschichte schon kannte, hat mich sehr auf Details der Geschichte sensibilisiert. Ich empfehle also auch das Wiederlesen der Reihe.
Ich schätze besonders an der Geschichte, dass wirklich ausnahmslos jeder wesentliche Charakter eine überraschende Seite bereit hält. Es gibt keine eindimensionalen Gestalten. Selbst die Antagonisten, also sogenannte 'Feinde', sind nicht einfach irgendwelche böse Gestalten. Es gibt in dieser Reihe eigentlich keine rein 'guten' oder 'bösen' Charaktere. Die Welt von Akbar besteht aus sieben Reichen, besiedelt von unterschiedlichen Völkern und Rassen. Dementsprechend gibt es kulturelle Differenzen und auch Misstrauen, die zu Konflikten führen. Doch auch deren Beweggründe werden nicht ausgelassen und so gibt es tatsächlich keine absolut böse Entität, mit Ausnahme natürlich von Ramor, der ultimativen Bedrohung. Auch die Hauptcharaktere haben alle ihre schlechten Seiten oder gar seelische Abgründe. Das führt natürlich dazu, dass einige Hauptcharaktere auch nicht wirklich richtig sympathisch sind. Das ist ein Aspekt der viele Geschichten für mich unlesbar macht, doch in diesem Fall schadet es überhaupt nicht.
Ein wichtiger Aspekt einer Fantasy-Geschichte ist auch, wie interessant und originell die fiktive Welt ist, in der sich die Geschichte abspielt. Hier muss ich den Autoren wirklich ein Kompliment machen. Der Schöpfungsmythos bleibt zwar recht vage und wirr, ist auch nicht so richtig überzeugend, doch dafür sind die Orte und Landschaften, die Völker und Kreaturen von Akbar wirklich fantastisch und vor allem nicht aus der Fantasy-Standardschublade entliehen.
Artwork: ***
Das Artwork sorgt bei mir für zwiegespaltene Gefühle.
Auf der einen Seite gefällt mir das Charakter-Artwork ungemein gut. Der Stil ist sehr prägnant. Die Hauptcharaktere sind originell, insbesondere Pelissa, der Unbekannte und Bulrog. Vor allem sind es aber die vielfältigen Rassen und Wesen Akbars, die mich fasziniert und beeindruckt haben.
Auf der anderen Seite sehe ich die Kolorierung als große Schwäche des Artwork. Plakative und blasse Farben wechseln sich ohne sichtbares Konzept ab und zudem ist die Kolorierung auch noch unsauber umgesetzt. Ich finde auch wenig Gefallen daran, wenn Charaktere komplett einfarbig koloriert sind, was in dieser Reihe leider oft anzufinden ist.
Im Zusammenspiel mit den Zeichnungen wirkt das Artwork insgesamt sehr unruhig. Außerdem wird größtenteils weder in den Zeichnungen noch der Kolorierung Licht und Schatten wirklich Beachtung geschenkt , weshalb viele Panels flach und eintönig wirken.
Darüber hinaus gibt es, wie auch in vielen anderen Comics, immer wieder Charaktere vor detaillosen einfarbigen Hintergründen.
Ich hätte mir für diese Reihe wirklich einen aufwändigeren Artworkstil gewünscht, vor allem weil eben hier viel Potenzial für großartige Bilder vorhanden gewesen wäre. Momente, in denen ich wirklich mal innehielt, um ein Panel zu bestaunen, hatte ich leider kaum. Das Artwork, speziell die Zeichnungen, sind gut, doch in Abgrenzung zu Comics mit wirklich großartigem, richtig aufwändigen Artwork, gibt es hier 'nur' drei Sterne. Ich muss hinzufügen, dass ich die Comics in ihrer deutschen Erstauflage von 1985 besitze. Damals wurde noch sehr mattes Papier eingesetzt, was dem Artwork nicht zu Gute kommt.
Fazit: ****
Der Erfolg von 'Auf der Suche nach dem Vogel der Zeit' kommt nicht von ungefähr. Die Reihe ist wirklich lesenswert.
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Band 1 - Band 2 - Band 3 - Band 4
o ______ oo ____ o ______ ooo ____ -> Spannung
oo _____ oo ____ ooo ____ ooo ____ -> Atmosphäre
ooo ____ oo ____ oo _____ o ______ -> Action
o ______ o _____ o ______ o ______ -> Humor
_ ______ _ _____ o ______ oo _____ -> Gefühl
_ ______ _ _____ o ______ o ______ -> Anspruch
o ______ _ _____ o ______ o ______ -> Erotik
o ______ o _____ o ______ o ______ -> Gore&Splatter
(ooo - sehr viel; oo - viel; o - etwas)
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Anmerkungen zu Ausgaben:
comicArt (Softcover):
Die deutsche Erstausgabe. Sehr schlichte Ausgabe im Softcover-Format mit mattem Papier. Das Design der Reihe finde ich nicht sehr gelungen und ist auch nicht konsequent bei allen Bänden gleich. Der Buchrücken ist bei dieser Ausgabe unifarben beige. Hervorzuheben ist das schöne Cover des zweiten Bands. Die Bindungsqualität ist besser als bei der späteren Carlsen Comics Ausgabe.
Carlsen Comics (Softcover):
Ich bin kein Freund dieser dünnen Softcover-Hefte von Carlsen Comics. Sie nutzen sich schnell ab (bei häufigem Lesen) und machen aufgrund der eintönigen und dünnen Buchrücken auch im Regal nicht viel her. Was in diesem Fall für diese Ausgabe im Vergleich zur älteren comicArt-Ausgabe spricht, ist das weniger matte Papier, welches das Artwork besser zur Geltung bringt.
Carlsen Comics (Hardcover):
Zu dieser Ausgabe kann ich leider nicht viel sagen, doch grundsätzlich würde ich Hardcover immer bevorzugen. Preislich sind die gebrauchten Bücher auch nicht unattraktiv.
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PS:
Ich bin aktuell dabei meine komplette Comic-Sammlung nochmal zu lesen und dabei zu rezensieren. Wie sicherlich aufgefallen, nutze ich für die Rezensionen einen recht schematischen Aufbau. Ich würde mich über konkrete Kommentare und Tipps zu meinen Rezensionen freuen, um sie hilfreicher und lesbarer zu machen. Vielen Dank.