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Auf der Suche nach dem Stein der Weisen. Die Geschichte der Alchemie
 
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Auf der Suche nach dem Stein der Weisen. Die Geschichte der Alchemie [Gebundene Ausgabe]

Hans-Werner Schütt
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 602 Seiten
  • Verlag: C.H.Beck; Auflage: 1., Aufl. (27. September 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406466389
  • ISBN-13: 978-3406466380
  • Größe und/oder Gewicht: 22,8 x 15,2 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 515.618 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Hans-Werner Schütt
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Noch immer hat die Alchemie das unseriöse Stigma der Quacksalberei. Dabei ist der mystische Umgang mit unbekannten Phänomenen nicht mit einer esoterischen Sichtverweise zu verwechseln. Er war bis weit in die Zeit der Aufklärung vielmehr selbstverständlicher Bestandteil der wissenschaftlichen Argumentation. Genauso wenig lassen sich diese Ursprünge der heutigen Chemie allein auf die Verwandlung von Blei in Gold reduzieren.

Einer gewissen Logik nicht entbehrend waren die Alchemisten auf der Suche nach jenem Stoff, der "fünften Substanz" -- der Quintessenz -- oder dem "Stein der Weisen". Erst viel später sollten ihre unzähligen Versuche und Experimente in den modernen technischen Vorschriften und Standardverfahren ihren Erfolg feiern, als die Alchemie in der chemischen Analyse von Erzen zu ihren Wurzeln des Experiments zurückkehrte. Die "alchimia spekulativa" als Lehre von der Transformation unedler in edle Metalle verlor hinter der "alchimia practica", der Bestimmung des Silber- oder Bleigehaltes, zunehmend an Bedeutung.

Natürlich geht Hans-Werner Schütts Buch über diese Kernpunkte weit hinaus. Sein allumfassender Abriss über die Alchemie ist gerade deshalb so lesenswert, weil sich aus ihm die zeitlichen Aspekte erschließen, aus denen die Alchemie und schließlich die moderne Chemie erwuchs. Eine gleichwertige Betrachtung dieses Umfanges wird man woanders nicht finden. Ausgehend von der Antike über das Mittelalter, die revolutionären Erkenntnisse der Humanisten und Aufklärer bis in die heutige Zeit zieht sich der rote Faden eines faszinierenden Stücks (Wissenschafts)geschichte, an deren Ende allein die exakte, messbare und gottlose Disziplin übrig blieb und alles andere unter dem Urteil der Esoterik vergrub. --J. Schüring

Neue Zürcher Zeitung

Das historische Buch

Der Stein der Weisheitsliebenden

Hans Werner Schütts «Geschichte der Alchemie»

Was ist die Alchemie? Diese Frage – so Hans-Werner Schütt, Professor an der Technischen Universität Berlin – ist eine, «die zahllos viele Antworten herausfordert, keine völlig befriedigende Antwort verspricht». Um dennoch seinen Gegenstand einigermassen verlässlich zu bestimmen, bezieht sich Schütt auf «unser irgendwie vorgebildetes Gefühl» und bezeichnet die Alchemie als die «Kunst, gewisse Materialien zu höherem Sein zu veredeln, und zwar derart, dass mit der Manipulation der Materie auch der um ihr Geheimnis ringende Mensch in einen höheren Seinszustand versetzt wird».

So gerüstet beginnt er seinen Gang durch die Geschichte der «göttlichen Kunst» mit einer kenntnisreichen Darstellung der antiken (ägyptischen und griechischen) Alchemie. Diesen Namen gab es übrigens noch nicht. Griechische Autoren sprachen gelegentlich von «Chemeia», was später oft von «chymos» = Saft oder «cheein» = giessen abgeleitet wurde. Sicher ist, dass schon in der Antike die «Chemeia» eine geheimnisumwitterte Kunst im Spannungsfeld von Handwerk, Naturphilosophie und Mysterienkult war. Das geheimnisvolle «Flair» wird auch daran erkennbar, dass die Adepten (die die Weisheit erlangt haben) nicht selten Decknamen für die einschlägigen Materialien bzw. Verfahren benutzten. Im Übrigen versuchten manche Adepten – so Schütt – eine Art «Super-Gold» herzustellen, das unedle Metalle in Gold verwandeln sollte. Dieses Über-Gold wurde auch als «Stein der Weisen», genauer als «Stein der Weisheitsliebenden» («Lithos ton philosophon») bezeichnet.

Im Zuge der Rezeption griechischen Gedankengutes übersetzten und bearbeiteten arabisch schreibende Autoren des Mittelalters auch «alchemische» Texte. Nun bekam die «al-kimija» ihren Namen, wobei die genaue Herkunft des Wortes laut Schütt jenseits der Tatsache, dass der arabische Artikel «al» darin eingegangen ist, unklar bleibt. Schon arabische Autoren des Mittelalters hätten über die Bedeutung gestritten, wobei man neben einer Ableitung aus der griechischen Sprache («chemeia», siehe oben) auch an eine Ableitung aus der ägyptischen, persischen oder hebräischen Sprache gedacht habe. Bezüglich der in den Texten beschriebenen Kernoperationen veränderte sich die Kunst im arabischen Mittelalter nicht wesentlich, nur manche Einkleidungsformen waren neu; so traten gelegentlich astrologische oder «magische» Elemente hinzu.

Interessant mag sein, dass die arabischen Alchemisten ein Wort prägten, das bis heute seinen Klang behalten hat. Sie waren nämlich vor allem auf der Suche nach dem (transmutationsfähigen) «Elixier» (arab. «al-iksir»). Dabei suchte laut Schütt der berühmteste arabische Alchemist Gabir (oder: suchten die unter seinem Namen vereinigten Autoren) mit besonderer Intensität nach dem «Elixier der Elixiere» – heute würde man sagen: nach dem «Lebenselixier» –, das nicht nur Metalle in Gold verwandeln, sondern das auch gegen alle Krankheiten wirken sollte.

Die Darstellung der «lateinischen» Alchemie beginnt Schütt mit einer kurzen Charakteristik der wenigen erhaltenen frühmittelalterlichen Zeugnisse. Erhalten sind vorwiegend «theoriefreie» Rezeptsammlungen zu den Themen Färben, Glas- und Metallkunst. Recht eigentlich entfaltete sich die «lateinische» Alchemie erst im Hoch- und Spätmittelalter, wobei Übersetzungen aus dem Arabischen (z. B. durch die Übersetzerschule von Gerhard von Cremona in Toledo) sicherlich eine wichtige Rolle zukam. Doch schon bald begann die eigentliche Hoch-Zeit der «lateinischen» Alchemie, und zwar «in Klöstern und andernorts». Bemerkenswert ist, dass viele der spätmittelalterlichen Texte alchemischen Inhalts sich mit den Namen berühmter Persönlichkeiten wie etwa Thomas von Aquin, Roger Bacon oder Raimundus Lullus verbanden, wobei bis heute unter den Philologen noch nicht entschieden ist, ob diese «very important persons» tatsächlich alchemische Traktate verfassten. Seit dem 14. Jahrhundert entstanden auch Übersetzungen in die deutsche Sprache. Dies zeigt, dass nun alchemisches Wissensgut auch in die mittleren und unteren Schichten vordrang. Fortan konnten auch lateinunkundige «Laien» destillieren und sublimieren, kalzinieren, putrefizieren, d. h. die alchemischen «Standardoperationen» durchführen.

Das abschliessende Kapitel des Buches behandelt die «neue Welt Europas» und damit die eigentliche Glanzzeit der Alchemie – besonders ihr Vordringen an zahlreiche Fürstenhöfe – und den Niedergang der Kunst: Spätestens gegen Ende des 18. Jahrhunderts verdrängte die Chemie die «Laboralchemie», die «Alchemie» wurde gänzlich zur Aussenseiter- oder Betrügerkunst. Auf Einzelheiten der Darstellung kann hier nicht eingegangen werden. Nur einige Stichwörter seien genannt, die zeigen, in welch heterogene Bezirke die Alchemie ausstrahlte: Hermetismus, Kabbala, Paracelsus, Rosenkreuzer, Iatrochemiker, Newton, Goethe, Romantik. (Es sei vermerkt, dass das Kapitel «Paracelsus» nicht zu den besten des Buches zählt. Hier wurde, vor allem in puncto Biographie, unbesehen mancher «Mythos» reproduziert.) Summa summarum: Das Werk Schütts ist – dies war vom Autor laut Nachwort auch nicht intendiert – keine «umfassende» im Sinne von erschöpfender Darstellung. Es ist jedoch eine fundierte, kurzweilige, in manchen Abschnitten geradezu spannend zu lesende Einführung in die Geschichte einer ganz besonderen Wissenschaft.

Udo Benzenhöfer


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In diesem ganz hervorragenden Buch werden die Geschichte als auch die Herkunft und die wahre Bedeutung der Alchemie minutiös und mit grösster Sachkenntnis und Kompetenz herauskristallisiert. Dabei geht es nicht in erster Linie um die Herstellung eines aus Materie bestehenden "Stein der Weisen", sondern darum welchen wahren Sinn und Zweck ursprüngliche und antike Alchemisten verfolgten.
Nämlich das Finden und Erwerben der Weisheit, und die damit verbundene immateriell-symbolische "Herstellung" des Stein der
Weisheitsliebenden! Genau dies war und ist der einzig richtig Ansatz, und die einzig korrekte Zielsetzung wahrer Alchemisten.

Denn: Betrachtet man allein die Bezeichnung "lapis philosophorum" = "Stein der Philosophen", als die gebräuchliche Bezeichnung für den "Stein der Weisen", und vergleicht diese Wortbedeutung mit der Wortbedeutung des Begriffes der "Philosophie" = "Liebe zur Weisheit", dann wird auch ganz schnell und einfach sehr deutlich klar was wahrhafte Alchemisten anstreben: Liebe, Weisheit - Den Stein der Weisheitsliebenden!
Und dieser "Stein" ist ganz sicher kein materieller, genau wie die wahre Liebe und die Weisheit keine materiellen Dinge sind! Sondern beides sind einzig göttlich-geistige Dinge, ebenso wie genau dies der wahre Stein der Weisen ist.
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Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch von Hans-Werner Schütt ist anspruchsvoll und doch leicht lesbar. Durch seine Ausführungen wird das Mystische real und das Rationale transzendent, wenn man es in einer Formel zusammenfassen möchte. Weder das eine noch das andere hat im Endeffekt Vorrang, sondern es ergänzt sich, ja beides gewinnt dadurch. Das Rationale gewinnt an Sinn, das Mystische an Faßbarkeit, wobei sich die Aspekte gegenseitig befruchten. In Schütts Buch bleibt kein Raum für abgehobene Phantastereien (Schütt ist Chemiker und Professor für Geschichte und exakte Wissenschaften); auf der anderen Seite wird das reine Verstandesdenken darüber belehrt, daß es Dinge jenseits unserer Schulweisheit gibt, die nicht mit den vorgegebenen Kategorien einzufangen sind, weil sie eben darüber hinausgehen. Ein, meiner Meinung nach, faszinierendes Buch, das ich unbedingt jedem empfehlen kann, der sich mit Alchemie oder überhaupt mit den tieferen Dingen des Lebens beschäftigen möchte und genug hat von Oberflächlichkeiten, dieser vergehenden Gischt des ewigen Urozeans.
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