Langsam sammeln sich in den einschlägigen Verlagen die Bücher über Weltumsegelungen. Ich nehme an die meisten Leser sind verhinderte Langstreckensegler, die träumen.... aber dann statt selber den großen Sprung zu wagen, doch jeden Monat ihre Hypothek abbezahlen.
Sibille Burkhardt beschreibt in ihrer trockenen, selbtkritischen und gut beobachtenden Art, wie sie Ihren Traum erfüllt.
Als Crewmitglied - also ohne eigenes Boot - heuert sie auf verschiedenen Yachten an und kommt so auch um die Welt. Den interessantesten Teil ihres Buches machen nicht die Aufzählungen der Häfen und Inseln aus, die Stationen ihrer Reise sind, sondern die Beschreibung ihrer Mitsegler sowie die eigenen stimmungsmäßigen und motivationalen Höhen und Tiefen.
Das fängt bei den eigenen Zweifeln bezüglich des Ausstiegs an ("... mein Lebenslauf liest sich, wie eine Anleitung zum Unglücklichsein..")geht über die Beschreibung der Skipper mit sehr unterschiedlicher Kompetenz, den anderen Crewkolleginnen, die nicht immer nur den Mann zum Segeln zu suchen scheinen, bishin zu den Ängsten vor dem wieder zu Hause Ankommen.
Die Erzählung ist damit lebendig, realistisch ohne jemals in Richtung Tratsch abzugleiten.