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Obwohl ich finde, dass Peter Nicholls eigentlich keine gute Singstimme hat, teilweise trifft er die Töne nicht mal richtig, ist er dennoch fantastisch und einzigartig. Er schafft es, dass man genau die Stimmung fühlt, ohne überhaupt auf den Text zu hören. Die hoffnungslose, verzweifelte Atmosphäre, wenn Du glaubst es geht nicht schlimmer, und dann bricht der Rest deiner Welt auch noch zusammen, Peter Nicholls bringt es rüber, allein durch den Klang der Stimme.
Aber auch musikalisch ist diese CD einfach das Beste Stück Musik, das ich jemals gehört hab. Wer die nicht hat, ist selber schuld.
Schade dass es nicht mehr als 5 Sterne gibt
Natürlich ist es nicht gerade revolutionär, und immer wieder mischt sich Pop in die Tracks, aber das ist man von IQ ja nun gewöhnt. Natürlich ist ein neueres Album, das mit dem Stimmen eines Orchesters beginnt, eigentlich wegen Klischeeitis schon dem Mülleimer zu überantworten. Natürlich sind einige Zutaten der IQ-Suppe wieder mal aus demselben Regal genommen (z.B. 5/4 - 4/4 - Polyrhythmik, gradliniges Schlagzeug gegen synkopierte Basslinien oder umgekehrt (gerne auch in Verbindung mit Triolen), Keyboardteppiche ad absurdum und gekloppte Bass-Gitarre-Unisonos).
ABER: die Popsongs sind alles andere als billig (meistens), die "Overture" und vor allem der anschließende "Provider" sind trotz des Orchesterstimmens großartige Einleitungen, die IQ-Klischees sind ausgereift und wohldosiert eingesetzt, und schließlich (s.o.): die Keyboardteppiche klingen NEU! Daß Herr Orford dabei schon mal auf Werksongs zurückgreift ("Subterranea" basiert auf einem Preset eines bestimmten Roland-Rom-Players... Das ist dann nebensächlich, es überwiegt das wohlige Gefühl, das NICHT alles schon mal im Neoprog gehört zu haben.
Kompositorisch sind es vor allem die kleineren Stücke, die herausragen: "King of Fools" überzeugt mit Gitarrensynthie ebenso wie "The Other Side", der bereits erwähnte "Provider" und auch "Laid low" oder "High Waters". Hier werden meistens Leitmotive heraus- oder vorgestellt, die in anderen Stücken aufgegriffen und durch die Instrumente und Stimmen gejagt werden. Dadurch gewinnt Subterranea eine zusammenhängende Struktur, wie sie sich für ein Konzeptwerk gehört, wie sie aber sicher nicht mehr selbstverständlich ist.
Hier und da gibt es auch ein paar Abenteuer, die sich IQ vorher noch nicht zugetraut hatten: Freche, verstörende Spielereien mit Dur und Moll in Keyboardsolos ("Failsafe"), überdrehte Vibrato-Effekte ("Subterranea", "Breathtaker"), Pitch-Delay als Harmonieinstrument ("The Other Side")...
Und dann gibt es da noch "The narrow margin", der bisher einzige Longtrack von IQ, der diesen Titel auch verdient. Haben wir hier auch ganz klar einzelne Teile vor uns, werden diese (im Gegensatz zu z.B. "last human gateway") durch leitmotivische Verknüpfungen vor allem vor dem Hintergrund des gesamten Albums in ein harmonisches Ganzes zusammegefügt. Besonders jetzt fällt auch auf, wieviel Sicherheit Herr Nicholls in seinem Gesang gewonnen hat - die Höhe gelingt ihm leichter und weniger gepresst, die Tiefen sind metallischer und haben ihren Gabriel-Kopie-typischen Sitz im Hals fast ganz aufgegeben, wodurch er schlicht cooler und überzeugender rüberkommt.
Fazit: Neue Einflüsse bei IQ machen Subterranea zu einem interessanten Album. Natürlich ist nicht alles wirklich gut, aber die Langeweile wird allermeistens durch die spannend erzählte Geschichte, die leitmotivische Arbeit (es gibt immer was zu entdecken!) und die arrangementtechnische Abwechslung verscheucht. Gelungen, zukunftsweisend (äh, hoffentlich), solide, interessant.
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