Regisseur Richard Ayoades Debütfilm Submarine ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Joe Dunthorne und hat Kultfilmpotential. In seiner Unkonventionalität und Retro-Optik, die an den New Hollywood Kultfilm 'Harold and Maude' von Hal Ashby aus dem Jahr 1971 erinnert, wird die Coming-Of-Age-Geschichte des wunderbar skurril inszenierten Außenseiters Oliver Tate erzählt, der dem Harold in seinem seltsamen Charakter und seinen schrägen Hobbies sehr ähnlich ist. Beispielsweise sammelt er ungebräuchliche Vokabeln aus seiner Enzyklopädie und lernt deren Definitionen auswendig, mindestens eine am Tag. Der Film ist außerdem eine wunderbare Milieustudie des Lebens in einer Kleinstadt im UK Staat Wales, mit seinen skurrilen Bewohnern und seiner wunderschönen kargen Küsten-Landschaft. Der Soundtrack des Filmes, ein Minialbum des Sängers der erfolgreichen britischen Indieband Arctic Monkeys Alex Turner setzt die Filmszenen in ein passendes Audioerlebnis um, das die melancholischen Grundstimmung der Protagonisten und ihre typischen Gefühle der Teenagerzeit wiedergibt. Wegen seines abweichenden Äußeren und seinem introvertierten Auftretens ist der fünfzehnjährige Oliver an seiner Schule ein Außenseiter. Eine ungewöhnliche Romanze entspinnt sich, als Oliver in der Schule auf die etwas ältere selbstbewusstere, aber ebenso Außenseiterin Jordana trifft. Die beiden nähern sich an und werden zum Außenseiterpärchen und verbringen gemeinsame Nachmittage nach der Schule und schräge unromantische Ausflüge. Leicht erklärbar wird Olivers Charakter vor dem Hintergrund seiner Eltern, ebenso schräge Persönlichkeiten, die im Film wunderbar komisch inszeniert sind. Beide weltfremd in ihrem Wesen, entfremdet voreinander und der Vater immer wieder an Depressionen leidend, scheint ihre Ehe auseinanderzulaufen. Das ist zumindest Ergebnis von Olivers Analyse, der anhand des Licht-Dimmers im Schlafzimmer über die fehlende Aktivität dort Bescheid weiß. Im zweiten Teil des Filmes versucht Oliver mit skurrilen Manövern seine Eltern wieder zusammenzubringen, was zu vielen unterhaltsamen Szenen führt. Insgesamt ein tragik-komischer unkonventioneller Film mit 'Indie'-Touch und Kultpotential!