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Produktinformation

  • Audio CD (3. Februar 2012)
  • Anzahl Disks/Tonträger: 1
  • Label: Mute - Aip (Goodtogo)
  • ASIN: B000PTYPM0
  • Weitere verfügbare Ausgaben: Audio CD  |  MP3-Download
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
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Hörproben
Song Länge Preis
Anhören  1. Prey 8:21EUR 0,99
Anhören  2. Allelujah 9:26EUR 0,99
Anhören  3. 5000 Years 6:37EUR 0,99
Anhören  4. The Killing Ground 9:55EUR 0,99
Anhören  5. Intruders11:36EUR 3,09
Anhören  6. 99 To Life 8:10EUR 0,99
Anhören  7. Backslider 7:09EUR 0,99


Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Stolze sieben Jahre hat sich Alan Wilder, der Kopf hinter Recoil, sich Zeit gelassen, dem letzten Album Liquid einen ebenbürtigen Nachfolger zur Seite zu stellen. Die lange Wartezeit hat sich allerdings gelohnt, denn das ehemalige Mitglied von Depeche Mode präsentiert mit Subhuman sein bisher vielschichtigstes Werk. Alan Wilders fünftes Recoil-Album entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Bluessänger Joe Richardson, der mit seiner markanten Stimme und seinem Gitarrenspiel viele der Songs auf der neuen Platte entscheidend prägt. Auf der Suche nach interessanten Stimmen für Subhuman stieß Wilder im Internet zufällig auf Richardson und war überrascht, dass der Sänger noch weitgehend unbekannt war. Das dürfte sich jetzt allerdings schnell ändern. Nicht zuletzt auch deshalb, weil das neue Recoil-Album so spannend klingt, wie noch keines der Solowerke von Wilder zuvor. Die Mixtur aus Blues, Elektronik, Pop und Ambient fasziniert nachhaltig und begeistert durch ihren außergewöhnlichen Detailreichtum. Als Hörer entdeckt man praktisch bei jedem Durchgang neue Nuancen. Zu den weiteren Gästen bei den Aufnahmen zählten neben Sängerin Carla Trevaskis Musiker wie Fred de Faye (Eurythmics) und Dave McDonald (Portishead). In den sieben, zum Teil bis zu elf Minuten langen Songs, darunter komplexe Nummern wie 5000 Years" und "The Killing Ground", überzeugt Alan Wilder mit kühnen Klangfantasien, die weit über die stilistischen Grenzen herkömmlicher Popmusik hinausgehen.

--Norbert Schiegl

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Kundenrezensionen

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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von K. Haas
Format:Audio CD
Richtig leichte Kost gab es von Alan Wilders Band Recoil ja noch nie, und dass er auf diesem Album seinen verschachtelt-düsteren Songs noch eine gute Portion schwarzen Südstaaten-Blues beimengt, dürfte wohl die meisten Hörer zunächst mal etwas irritieren. Die ersten zwei, drei Durchgänge fand ich die CD auch in erster Linie interessant, aber irgendetwas sagte mir, dass es sich lohnen würde, sie doch noch ein paarmal öfter laufen zu lassen. Und siehe da  irgendwann funkte es dann richtig, die Struktur der Stücke schälte sich hervor, die Momente des Wiedererkennens wurden häufiger ...

Subhuman ist sehr düster, zeitweise auch bedrohlich, dabei aber auch stets überraschend und alles andere als eintönig. Mehr ein fieser Trip als einfach nur eine CD. Aber durch die Intensität, die sich beim mehrmaligen Hören einstellt, zumindest für mich auch mit ziemlich großem Suchtpotenzial versehen.

Wer Musik gern kategorisiert und nicht unbedingt auf Crossover steht, für den ist dieses Album nichts. Auch der reine Nebenbeihörer wird wenig Freude daran haben. Wer jedoch Lust hat, sich eine CD zu "erarbeiten", wird mit einer fantastischen Scheibe belohnt, bei der es mir fast unmöglich erscheint, sie sich zu überhören. Deshalb ganz klar von mir 5 Sterne  jedoch keine unbedingte Kaufempfehlung, da diese CD doch schon eine recht spezielle Hörerklientel anspricht. In jedem Fall vor dem Kauf ausgiebig reinhören (die 30 Sekunden hier auf der amazon-Seite bringen es bei den Songlängen leider nicht).
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Thomas Czypionka VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Audio CD
Das dachte ich mir schon nach dem ersten hören, und ich habe die Scheibe schon einige Zeit! Aber der Reihe nach: Als überzeugter Depechie habe ich mich ja auch mittlerweile über die Soloprojekte Gahan und Gore ausgelassen. Aber Herr Wilder hatte ich gar nicht auf dem Zettel. Bis zum April diesen Jahres. Das Projekt Recoil, jeder der was auf sich hält macht ein "Projekt", brachte nun dann doch eine Best-of heraus (nicht zu Weihnachten) unter dem Titel Selected. Und in diesem Rahmen gab es eine kleine, feine Tour. Unter anderem auch hier in Hamburg in Rahmen der DM Party-for-the-masses in der Kulturkirche Altona. Da ich ein Album von Herrn Wilder schon besaß (Bloodline) und ich wußte dass die Ideen von Recoil und die Mitwirkenden sehr variieren dachte ich mir: "Legste dir das letzte Album zu, damit du wenigsten weißt was auf dich zukommt und mitschnacken kannst." Das mit dem mitschnacken hatte sich erldigt, da die meisten Anwesenden doch nur das Autogramm eines Ex-DM auf ihre Violatorplatte haben wollten. Ich war aber froh, dass Recoil so ziehmlich nichts mit Depeche-Mode zu tun hat.
Also: Man nehme einen erfahrenen Studiotüftler, Produzenten und klassisch ausgebildeten Musiker (Alan Wilder), einen Südstaatensonnengegerbten, auch stimmlich ergrauten, souligen Sänger, Gitarristen und Tastenspieler (Joe Richardson) sowie eine stimmlich filigrane, fast zerbrechlich wirkende Sänger- und Songschreiberin (Carla Trevaskis) und baue dies alles zu 11 Minuten Stücken zusammen. Unter fleißiger Mithilfe von elektronischen sowie akustischen perfekt spielenden Soundgebilden.
Diese auf den ersten Blick sehr wirre Mischung ist so unglaublich und perfekt gelungen, dass man meinen sollte die drei von DM wimmern AW ein wenig hinterher.
Mit "Prey" beginnt Subhuman. Wabernde Synthieschwaden stauen sich auf bis Richardson mit seinem souligen Organ "Deep down in Louisiana" ins Mokro kehlt. Schon diese Stück ist unglaublich, wie der Stilmix zum reagge-angehauchten Drums übergeht. Es geht mal rauf, mal runter, mal hört es auf um wieder anzufangen. Und der Rhytmus zieht sich immer durch, der Fuß wippt die gesamten 8.20 mit. Diese Kombination, auf dem Papier unmachbar. In Musik Einzigartig!
Und wenn man glaubt, dass bei einem so beeindruckenden Opener kommt nicht besser wird schon mit "Allelujah" eines besseren belehrt. Frau Trevaskis haucht ala Jette von Roth mit Schiller ins Mikrofon, wie man es nicht erwartet hätte. Und hier zwängt sich allerdings auch schon der erste und einzige Vergleich zu DM auf. Denn die rythmusgebende Sequenz ist die fast identische wie bei einigen Remixen von "In your room". Wobei diese auch sicherlich, zumindesten teilweise geistiges Eigentum von Alan Wilder sein könnten...
So wechseln die Stilmixe, um sich in der Mitte der Scheibe in dem schier unglaublichen "Intruders" zu vereinigen: Richardson und Trevaskis singen und ergänzen sich auf diesen Elfminuten-Stück mit ihren so gegensätzlichen Stimmen, dass es eine Wonne ist. Und auch instumental bleiben hier keine Wünsche offen. Von Sythieklängen bis hin zum fast jazzig gespieltem Schlagzeug, die gesamte Palette wird einem geboten.
Zu dem Live-Drums eines gewissen Richard Lamp sei noch hinzugefügt: Es mögen sicherlich gut abgemischte Teile sein. Die Krönung gibt es aber bei "99 Years" auf die Ohren. Anspieltipp! Obwohl, das ist wohl das gesamte Album.
So mancher muß sich etwas reinhören. Richardson Stimme ist einmalig und fesselt den Hörer. Die gesamte Umsetztung ist über jeden Zweifel erhaben, die Idee des Anderen hat Herr Wilder hervorragend realisiert und produziert.
Und ich konnte im Freundeskreis diese Album dermaßen publik machen, dass ein Freund mir kürzlich sagte: "Kennst du es, wenn eine bestimmte Scheibe für eine Phase deines Lebens steht? Dies ist so eine!"
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Dizzyfugu
Format:Audio CD|Von Amazon bestätigter Kauf
Nun ist es nach langem Warten da, das neue Album von Alan Wilder unter seinem Projekttitel Recoil - die Spannung war/ist groß.

Das subjektiv Gute: Alan Wilder findet auf "subHuman" nach dem eher hörspielorientierten "Liquid" wieder zu mehr Melodie und Songwriting zurück. Auf dem 2007er-Album kommt er m. E. thematisch wie auch vom musikalischen Konzept (wieder) näher an sein 1997er-Album "Unsound Methods" heran, und die enge Verwandtschaft zu früheren Werken ist "subHuman" klar anzumerken.

Dabei ist das neue Album keine Kopie von Altbekanntem sondern wirkt auf mich wie eine Art "Revisited" besonderer Sehenswürdigkeiten der Vorgänger, als hätte Alan Wilder lange gegrübelt in welche Richtung er diesmal vom selben Startpunkt aus losmarschieren wolle, um beim Blick zurück dasselbe Motiv in anderem Licht und aus anderer Perspektive zu erblicken.
Und so bewältigt Alan Wilder in ca. 61 Minuten Spielzeit erneut zahlreiche menschliche Abgründe wie etwa Mord, Totschlag, Drogen oder Haft und wendet sich sogar Biblischem zu. Bei Recoil ist und bleibt es ungemütlich - Idylle und Kuscheln ist anders.

Hat beispielsweise "Unsound Methods" 1997 einen weiten Bogen von Spannung und Stil in Form urbaner/industrieller Bedrohlichkeit zu bieten, wirkt "subHuman" wie ein Fokus und das Weiterentwickeln einer beschaulich-morbiden Südstatten-Atmosphäre, wie sie etwa schon bei "Red River Cargo" gekonnt in akustische Szene gesetzt wurde.
"subHuman" bietet mehr davon, wie ein Konzentrat, sehr konsequent.

Auf mich wirkt das Album in seiner stimmigen Gänze und den siebeneinhalb Titeln ('Intruders' hat eine ca. 4minütige Reprise zu bieten) wie ein Road Movie in Ton, aber ohne Bild. Mir drängt sich beim Hören eine hochsommerliche Fahrt mit einem verbeulten 60er-Jahre Cadillac Eldorado Cabrio durchs provinzielle amerikanische Hinterland: weite Kornfelder, schwüle, drückende Hitze, unendliche Landstraßen. Und kaum Personen, denen man unterwegs begegnet - und bei den wenigen, die man "in den Titeln" trifft, weiß man nicht genau ob sie nicht gleich die Schrotflinte oder das Fleischermesser auspacken...

Alan Wilder gelingt es m. E. eindrucksvoll, eine sehr verstörende Stimmung aufzubauen. Dies hat mehrere Ursachen: Einmal versteht er es virtuos, unterschiedlichte musikalische Elemente miteinander zu verweben und dabei durchaus einen eigene Stempel ducrhschimmern zu lassen. "subHuman" ist tendenziell dunkel gestimmt, und wer echten Hörgenuss der morbiden Art mag sollte bis nachts warten, Licht ausmachen, Subwoofer hochdrehen und eine Stunde akustscher Geisterbahnfahrt genießen.
Auf "subHuman" geht elektronische Musik (ich will nicht sagen Synthie-Pop, aber man hört das Depeche-Mode-Erbe und Wilders Hang zu düsteren, vibranten Klängen ) eine gekonnte, bisweilen wagner-esque Fusion mit Gospel und bluesigen Klängen ein. Stilbildende Instrumente wie Mundharmonika, Blues-Gitarre, Hammond-Orgel sowie jazzige Perkussion unterstützen dies nachhaltig. Dunkle, treibende und manchmal leider etwas aufgesetzt wirkende Beats sorgen für eine dräuende Grundstimmung und Unbehagen. Spielzeiten der Stücke von bis zu mehr als 10 Minuten erlauben Raum für Entwicklung und Variation der Themen.

Weiteres wichtiges Element für die Dichte des Gesamtwerks sind die Stimmen, die Alan Wilders Visionen menschlicher Abgründe vor diesem Klanggemälde Farbe und vor allem Kontrast verleihen.
Hier muss Joe Richardson, der auf 5 der insgesamt 7 Stücke einen wichtigen vokalen Beitrag leistet, hervorgehoben werden: mit klarer und doch gebrochener Stimme verleiht er den Titeln (allen voran 'Prey' und '99 to life') jenen Grad an Schmerz und innerer Qual, dass es schon beängstigend wirkt. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass er die Texte nicht (nur) mit Innbrunst intoniert, sondern trotzdem eine kühle Distanz wahrt. Dies ist schwer zu beschreiben, man bekommt beim Hören den Eindruck, ganz nah an Mord und Totschlag zu sein, aber doch nur als Beobachter - ein musikalisches "Aktenzeichen XY ungelöst".

Carla Trevaskis ist der weibliche Counterpart. Sie taucht leider nur in zwei Stücken auf: dem - eigentlich instrumentalen - 'Alleluja' und dem eindringlichen 'Intruders', im Duett mit Joe Richardson. Sie haucht, gurrt, ihre Stimme gibt dem ganzen einen eindringlichen, nahezu lasziven Charakter. Doch der Hörer behält stets ein "Vorsicht, bissig" im Hinterkopf. Leider hat sich Alan Wilder nur diese zwei Gastvokalisten ins Studio geholt - aber sie waren auf jeden Fall eine gute Wahl.

Was man ebenfalls beim Hören als typisch Wilder'sches Stilelement wiederfindet sind Einsprengsel, Samples, Wort-/Textfetzen, die den Stücken Authentizität, Bildhaftigkeit und collagenhafte Zerrissenheit geben. So beginnt "Backslider" als Song über Drogenmissbrauch mit einer Sequenz die sicher nicht zufällig an Canned Heat's "On the road again" erinnert, und im Abspann dieses Titels wabert u.a. ein "Amazing Grace" wie im Drogenflash vorbei.

Dennoch: bei so viel stilistischer Konsequenz bleibt ein Déjà Vu zu früheren Stücken wie etwa 'Red River Cargo' oder 'Strange hours' nicht aus. Alan Wilder bleibt sich auf "subHuman" teilweise SO treu, dass er vor der eigenen Historie fast schon beliebig wirkt. Dies ist einer meiner wenigen persönlichen Kritikpunkte an "subHuman", ich hätte mich jedenfalls über mehr Mut zu wirklich Neuem gefreut.

Daher mein ultra-subjektives Fazit: vier Sterne für "subHuman". Eigentlich wären es viereinhalb, denn das Album ist wirklich gut gemacht und geht tief unter die Haut. Oder, um ein Fremdprädikat zu wählen: "Pain and suffering in various tempos" - hier wäre es authentisch.
Aber diese halbe Wertung geht leider nicht und zu fünf Sternen ist mir das Album dann schließlich zu wenig innovativ, bleiben Musik und Ideen zu nah an den bekannten Strickmustern der beiden Vorgängeralben.
Positiv bleibt für mich ferner vorzuheben, dass "subHuman" eingängiger als "Liquid" ist und darüber hinaus voll 'durchhörbar'. Es ist ein Album, auf das man sich nichtdestotrotz einlassen muß, das dann aber mit einer tollen Atmosphäre und Gänsehaut belohnt. Persönlich rangiert das neue Album deshalb knapp hinter "Unsound Methods" als Alan Wilders persönlichem Urmeter des subversiven, musikalischen Horrors.

Gut so, bitte mehr davon in der Zukunft! Und vielleicht auch wieder eine bessere Frisur...
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